Arminia-Gruppe steht bei der Stadt mit zwei Millionen Euro in der Kreide DSC Arminia will Schulden später zurückzahlen

Bielefeld (WB/bp). Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird der Finanzausschuss am 14. April darüber informiert, dass die Schulden des DSC Arminia Bielefeld weiter gestundet werden. Rund zwei Millionen Euro Schulden sollen sich angehäuft haben.

Ob es eine Stundung geben wird oder nicht, darüber kann der Oberbürgermeister allein entscheiden. Das beschloss der Rat im Jahr 2003. Der OB ist gleichzeitig aber verpflichtet, den Finanzausschuss vierteljährlich zu informieren, wenn die Schulden den Betrag von 50.000 Euro übersteigen. Was in jedem Fall zutrifft: Es geht bei der Stundung, die offenbar bis zum 30. September 2016 gewährt werden soll, um eine Gesamtsumme von rund zwei Millionen Euro.

Schuldenverteilung

Der Betrag verteilt sich auf drei Schuldner innerhalb der Arminia-Bielefeld-Gruppe: Die DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co KGaA schuldet der Stadt Gewerbesteuern aus den Jahren 2005 bis 2008 in Höhe von 505 000 Euro plus Zinsen. Von einem Darlehen über 250.000 Euro seien bis Ende März 64.000 Euro zurückgezahlt worden.

Die DSC Arminia Bielefeld Arena- und Liegenschafts-Management GmbH & Co KG (kurz: ALM) hat noch Schulden aus Grundbesitzabgaben und Gewerbesteuern von 232.000 Euro plus Zinsen, dazu Verbindlichkeiten aus dem Kauf des Stadion-Grundstücks in Höhe von rund 800 000 Euro. Auch die Kosten für die Kanalsanierung am Trainingsgelände Friedrich-Hagemann-Straße in Höhe von 143 760 Euro sind noch nicht beglichen. Der DSC Arminia Bielefeld muss ebenfalls noch Gewerbesteuern aus den Jahren 2008 und 2009 in Höhe von 155.000 Euro zahlen.

Finanzielle Situation weiter angepannt

Obwohl die Arminia mit dem Einzug ins DFB-Viertelfinale bereits 1,7 Millionen Euro umgesetzt hat, gilt die finanzielle Situation weiterhin als angespannt, zumal von dem Geld auch unter anderem Sonderprämien für die Spieler und Kosten fürs Stadionpersonal abgehen. Der Gesamtschuldenstand wird mit 25,7 Millionen Euro beziffert.

Als Hauptgrund für die Miesen gilt der Bau der neuen Haupttribüne. Die sollte zunächst acht Millionen Euro kosten, es waren dann aber 19 Millionen. Der Verein war zahlungsunfähig, die Insolvenz drohte. Schließlich erhielt der Verein doch noch die Lizenz.

Durch Stundungen und Sponsorengelder konnte die Deckungslücke damals erst einmal geschlossen werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.