3300 Besucher feiern die dritte »Frühlingswiesn« Aufgebrezelt und bajuwarisch

Bielefeld (WB/sas). Marco Bergman hatte die Haare schön: leuchtend rot und geflochten. Es waren zwar nicht seine eigenen, sondern eine glänzende Perücke, auf der »Frühlingswiesn« aber durchaus ein Hingucker.

Ausgelassene Stimmung bei der Frühlingswiesn in der Bielefelder Seidenstickerhalle.
Ausgelassene Stimmung bei der Frühlingswiesn in der Bielefelder Seidenstickerhalle. Foto: Bernhard Pierel

Zum dritten Mal ist am Samstag in der Seidenstickerhalle die Wiesn gefeiert worden, 3300 Freunde der bayrischen Geselligkeit waren dabei. Und natürlich waren sie – das ist auch in Ostwestfalen längst Ehrensache – passend gekleidet: mit feschen Dirndln, die längst nichts Altbackenes haben, sondern immer kürzer werden und tiefe Einblicke erlauben, mit Krachlederner, gerne auch mal als knackige Hotpants, mit herzigem Schmuck, ganz viel Karo und zuweilen lustigen Kopfbedeckungen. Da gab es echten Gamsbart am Hut, gezeigt von Christian Wischmeyer, den klassischen, spitz zulaufenden Filzhut oder Schräges wie die Kopfbedeckung im Kuhmuster, die Renée Trippler vorführte. »Den Hut hat mir mein Freund im Oktober aus München mitgebracht«, erzählte sie.

Wiesn-Besucherinnen hatten zudem die Chance, ihre Frisur neu stylen zu lassen: Anna-Lena de Molli und Nelly Penner von der Hairlounge brezelten mit raffiniertem Flechtwerk die Haare auf.

Dafür, dass niemand Hunger leiden oder auf dem Trockenen sitzen musste, sorgte erneut Festwirt Werning. Allerdings lag dieses Mal alles in den Händen von Gabriele Werning und Tochter Daniela: Gustav Werning hütet nach einem Sturz derzeit mit lädiertem Knie das Krankenbett. 120 »Mann« hatte Gabriele Werning im Einsatz, »ein eingespieltes Team«, sagte sie.

Fassanstich mit zwei Schlägen

Wo der Gerstensaft fließen soll, muss es natürlich auch den Fassbieranstich geben. Um 19.10 Uhr machte sich Bürgermeister Andreas Rüther, natürlich zünftig gekleidet, ans Werk. »Zwei Schläge« prophezeite er, Gerry Grass, Sänger und Gitarrist der »Münchner Zwietracht«, nach eigener Einschätzung die populärste Oktoberfestband der Welt, fand das sportlich. Aber: Rüther hielt prompt Wort. Und die »Zwietracht« spielte nach dem »O'zapft is'!« ein Prosit auf die Gemütlichkeit.

»Ein fast ausverkauftes Haus, an der Abendkasse gibt es nur noch Restkarten. Das passt schon«, freute sich Stephan Kipp, Veranstaltungsmanager von Bielefeld Marketing.

Gerne hätte man an zwei Abenden zur Fete geladen, die »Münchner Zwietracht«, Stammkapelle im Münchner Marstall Festzelt und immer wieder auch in Bielefeld gerne gebucht, hatte aber nur noch einen Termin frei. Dafür aber ließen es die Bayern richtig krachen. Und die Ostwestfalen bewiesen südliches Temperament.

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