Vorbereitungen für die »Apassionata«-Show in der Seidenstickerhalle 49 Pferde, drei Esel und 135 Tonnen Sand

Bielefeld (WB). Eigentlich herrscht schon Gedränge genug auf dem Parkplatz an der Seidenstickerhalle. Stallzelte, palettenweise Bodenmatten aus Gummi, Heu und Boxenstreu in großen Bündeln, dazwischen Gabelstapler. Doch dann kommen die Hauptakteure der Apassionata-Show, die an diesem Wochenende in Bielefeld gastiert: 49 Pferde und drei Esel.

Von Hendrik Uffmann
Ivan Moreno von der »Equipe Sebastián Fernández« hilft Daphne de Visser, ihr außergewöhnliches Duo vom Lkw ins Stallzelt zu bringen: den Shire Horse-Hengst Sam und Miniaturesel Napoleon.
Ivan Moreno von der »Equipe Sebastián Fernández« hilft Daphne de Visser, ihr außergewöhnliches Duo vom Lkw ins Stallzelt zu bringen: den Shire Horse-Hengst Sam und Miniaturesel Napoleon. Foto: Mike-Dennis Müller

Vorsichtig rangieren nacheinander fünf Sattelschlepper in die verbliebenen Lücken auf dem Platz, damit ihre wertvolle Fracht entladen werden kann. Aus Kassel und Korschenbroich bei Düsseldorf sind die Pferde gestern antransportiert worden. Dort haben sie ihre Zwischenställe, in denen sie während der Tour zwischen den Auftritts-Wochenenden untergebracht sind, erklärt Apassionata-Sprecherin Siri Mylius.

Ganz vorne in einem der Lkw steht nebeneinander ein »Gespann«, wie es unterschiedlicher kaum sein könnte. Die vorletzte Box gehört Napoleon, einem Miniaturesel mit einem Stockmaß von 87 Zentimetern. Direkt dahinter belegt Shire Horse-Hengst Sam hingegen gleich zwei Plätze. »Sam hat ein Stockmaß von 1,87 Metern und wiegt 1360 Kilogramm«, nennt Besitzerin Daphne de Visser die beeindruckenden Maße des 13 Jahre alten Kaltblüters.

Alles bereit für die Tiere

Während der erst drei Jahre alte Napoleon quirlig aus dem Lkw in Freie sprintet, bleibt Sam gelassen. In seiner Unterkunft in einem der beiden zusammen 900 Quadratmeter großen Stallzelte – für ihn ist auch hier eine Doppel-Box reserviert – angekommen, wälzt er sich mit seiner enormen Masse als erstes im Streu. »Das ist sein Ritual«, erklärt Daphne de Visser. Für Stallmeisterin Brigitte Munkert ist die Ankunft der Tiere immer die anstrengendste Phase der Vorbereitungen. »Die größte Herausforderung ist, das alles für sie bereit ist«, erklärt sie.

Im Inneren der Seidenstickerhalle laufen unterdessen die Vorbereitungen ebenfalls auf Hochtouren. Auf dem Boden müssen 1500 Quadratmeter Reitbodenmatten aus Gummi ausgelegt werden, damit die Pferde nicht ausrutschen. Diese werden anschließend mit 135 Tonnen Sand bedeckt. Außerdem benötigt »Apassionata« pro Wochenende jeweils 1,5 Tonnen Stroh und Heu sowie 1,2 Tonnen Pferdemüsli und Hafer. Zweieinhalb Stunden dauert die aktuelle Show unter dem Titel »Die goldene Spur«, acht Equipen mit mehr als 25 Reitern zeigen ihr Können.

Kritik der Tierschutz-Organisation Peta

Die Tierschutz-Organisation Peta kritisiert die Apassionata-Show. Lange Transporte und harte Dressur belasteten die Pferde, außerdem würden einige der Tiere in der so genannten Rollkur geritten, bei der der Kopf der Pferde so stark auf die Brust gezogen würden, dass Haltung, Atmung und Orientierung enorm beeinträchtigt würden, so Peta-Fachreferent Peter Höffken. 

Apassionata-Sprecherin Siri Mylius hingegen betont, dass das Wohlbefinden der Tiere Vorrang habe. »In unseren Transportern habe sie mehr Platz als in gewöhnlichen Pferdeanhängern. Dort und in den Stallzelten stehen sie immer neben den selben Boxennachbarn, um Stress zu vermeiden. Und bei den Auftritten nutzen wir nur das natürliche Imponiergehabe der Hengste. Unter Zwang würde kein Pferd das tun, was wir zeigen.« Auch würden die Reiter nicht die Rollkur anwenden. Siri Mylius: »Bei den Pferden, die bei uns auftreten, handelt es sich um barocke Rassen, die eine solche Haltung manchmal automatisch annehmen.« Darüber hinaus werde der Zustand der Pferde von den Landesveterinärämtern überwacht.

Aufführungen sind am 28. März um 15 und um 20 Uhr sowie am 29. März um 14 und 18.30 Uhr.

Kommentare

Peta Nein Danke

Tierfreunde beobachten sehr stark, die Dressuren von reisenden Unternehmen. Hin und wieder können wir über verbesserte Haltungsbedingungen für die Tiere reden. Wir freuen uns, dass vieles umgesetzt wurde. Tierrechtsorganisationen kritisieren alles, wirklich alles was mit Tieren in menschlicher Obhut zu tun hat. Deshalb sprechen wir von Peta nicht von einer Tierschutzorganisation, den Tierheime würde im Jahr keine ca. 1,2 Millionen für Gehälter und die anderen Spendengelder für Kampagnen ausgeben. Bitte berücksichtigen Sie bei ihren Spenden ihre Tierheime in der Nähe. Lassen sie sich nicht aufhetzen von den großen Spendensammlern, die im Namen der Tiere Spendengelder oft nicht nachvollziehbar verwenden .

Woher kommt das Wissen

des Herrn Höffken? Ich frage mich ob Herr Höffken überhaupt die nötige Qualifikation hat um solche Bemerkungen über die Haltungsbedingungen zu kennen. Ich glaube nicht, dass Herr Höffken die Show und die Haltungsbedingungen dieser Pferde überhaupt schon einmal live gesehen hat. Wahrscheinlich saß er hinter seinem Computer und hat sich die Informationen aus dem Internet geholt und dann eine spendenwirksame Pressemitteilung herausgegeben.Unterstützt von einer großen Rechtsabteilung.

Ziel dieser Organisation ist die Einführung der veganen Lebensweise und benutzt den Tierschutz um die Menschen anzusprechen und damit auch Spenden zu generieren.

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