Vertrag für Versammlung in Hillegossen gekündigt – Rechtsextreme Partei will jetzt an einem anderen Ort tagen Gastwirt setzt »Pro NRW« vor die Tür

Bielefeld (WB). Eigentlich wollte die rechtsextreme Partei Partei »Pro NRW« an diesem Samstag im Gasthaus Mühlenweg in Bielefeld-Hillegossen seine OWL-Bezirksversammlung abhalten. Aber der Wirt kündigte am Freitag den Vertrag.

Von Stefan Biestmann, Volker Zeiger
Die rechtsextreme Partei »Pro NRW« will an diesem Samstag ihren OWL-Bezirksparteitag abhalten.
Die rechtsextreme Partei »Pro NRW« will an diesem Samstag ihren OWL-Bezirksparteitag abhalten. Foto: dpa (Archiv)

Er begründet die Absage damit, dass die Veranstaltung »unter Vortäuschung falscher Tatsachen« bei ihm angemeldet worden sei. Denn eine Privatperson habe die Räume in Hillegossen für eine »Privatfeier« angemietet, aber offenbar bewusst den Charakter der Veranstaltung verschwiegen. Erst später habe der Wirt erfahren, dass »Pro NRW« die Veranstaltung organisiere. »So etwas lasse ich hier nicht zu«, sagte der Wirt. Vielmehr distanziere er sich von der Partei und deren Zielen. Er habe auch den Staatsschutz der Polizei informiert.

Christopher von Mengersen, Vorstandsmitglied von »Pro NRW«, betätigte, dass er die Veranstaltung als Privatperson angemeldet habe. Es sei ansonsten schwierig, Räume für die Partei zu finden. »Pro NRW« wird aber nach seinen Angaben die Versammlung inklusive der Vorstandswahlen an diesem Samstag durchziehen. »Wir haben noch einen anderen Veranstaltungsort in der Hinterhand«, sagte von Mengersen. Dieser sei in »Bielefeld oder Umgebung«. Um eine erneute Absage zu verhindern, wolle er den genauen Ort nicht nennen. Es werden nach seinen Angaben 30 Mitglieder erwartet.

Der Wirt des Gasthauses Mühlenweg berichtete, dass »Pro NRW« nach der Absage gedroht habe, rechtliche Schritte zu unternehmen. Christopher von Mengersen bestritt dies. Man wolle den Rechtsweg nicht beschreiten und auch keine Schadensersatzansprüche geltend machen, behauptete er. Das »Bielefelder Bündnis gegen Rechts«, das schon die Großdemo »Bielefeld ist bunt« veranstaltete, hatte im Laufe der Woche von der »Pro NRW«-Versammlung erfahren.

Daraufhin habe das Bündnis den Gaststättenverband Dehoga kontaktiert, berichtete Klaus Rees, ein Sprecher der Bündnisses. Letztlich seien Menschen »aus dem Umfeld des Bündnisses« auf den Wirt zugegangen und hätten ihn über die Veranstaltung aufgeklärt. »Pro NRW hat den Wirt reingelegt«, meinte Rees. »Zum Glück hat der Wirt dann schnell und konsequent gehandelt.«

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