Trotzdem wird bei der Sanierung des Freibades Gadderbaum abgespeckt Stadt soll eine Million Euro Nachschlag bewilligen

Bielefeld (WB). 3,8 Millionen Euro für die Sanierung des Freibades Gadderbaum wären nach Ansicht der BBF-Geschäftsführung nötig. Der Aufsichtsrat zog in seiner gestrigen Sitzung aber die Grenze bei 3,4 Millionen.

Von Burgit Hörttrich
Ortstermin im Freibad Gadderbaum vor der entscheidenden Sitzung mit (von links) Lars Nockemann (Vorsitzender des BBF-Aufsichtsrates), Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann, BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns, BBF-Prokurist Dr. Hans-Jürgen Stern, Lars Lüpke, Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke, Ludwig Dohse und Klaus Rees. Im Hintergrund: das marode Betriebsgebäude.
Ortstermin im Freibad Gadderbaum vor der entscheidenden Sitzung mit (von links) Lars Nockemann (Vorsitzender des BBF-Aufsichtsrates), Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann, BBF-Geschäftsführer Hans-Werner Bruns, BBF-Prokurist Dr. Hans-Jürgen Stern, Lars Lüpke, Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke, Ludwig Dohse und Klaus Rees. Im Hintergrund: das marode Betriebsgebäude. Foto: Thomas F. Starke

Weil das auch schon eine Million mehr ist, als der Rat nach dem knappen Bürgerentscheid zu Gunsten der Instandsetzung des Bades bewilligt hatte, muss die Stadt den Betrag nachschießen. Hans-Werner Bruns, Geschäftsführer der BBF (Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH) wünscht sich dazu eine schnelle Ratsentscheidung. Er weiß auch, dass der sich angesichts der desolaten Haushaltslage damit in einer schwierigen Situation befindet.

Keine Kinderrutsche und kein Dachgarten

3,8 Millionen Euro wären seiner Ansicht nach nötig gewesen, um das Bad selbst mit Becken, Plantschbecken, Sprunganlage und einem Rückbau des Betriebsgebäudes mit Instandsetzung von Sanitär- und Personalräumen realisieren zu können. In den 3,4 Millionen seien jetzt zwar auch 750 000 Euro für den teilweisen Rückbau und die Instandsetzung des Betriebsgebäudes enthalten, die 400 000 Euro weniger würden aber bedeuten, dass an anderer Stelle gespart werden müsste. Bruns: »Dann wird es keine Kinderrutsche oder keine Kinder-WCs geben, das Technikgebäude bekommt keinen Dachgarten.« 

Der Finanzrahmen für die Bad-Sanierung wurde auf 3,4 Millionen Euro begrenzt. Das bedeutet Abstriche. So wird es wohl weder Kinderrutsche noch Kinder-WCs am Plantschbecken geben.

Bürgerentscheid hat Planungsprozess auf den Kopf gestellt

Bruns weist noch einmal darauf hin, dass im Gadderbaumer Freibad »einfach alles marode« sei: »Da ist gar nichts mehr zu verwenden.« Der Bürgerentscheid habe einen normalen Planungsprozess auf den Kopf gestellt. Üblich sei, ein Projekt erst zu planen, dann die Kosten festzulegen und dann darüber zu entscheiden und nicht in umgekehrter Reihenfolge. Er werde Oberbürgermeister Pit Clausen die Lage in einem Schreiben darlegen und um den Investitionszuschuss von einer Million Euro bitten.

Die ersten Aufträge würden aber jetzt vergeben. Dafür habe der Aufsichtsrat 1,2 Millionen Euro freigegeben. Diese Arbeiten seien durch Bürgerentscheid und Wirtschaftsplan der BBF abgedeckt. Wiedereröffnung des Bades soll voraussichtlich Mitte 2016 sein.

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