Esther Kläs und Johannes Wald eröffnen am Wochenende ihre Ausstellung »Whatness« Kunst aus der Kiste

Bielefeld (WB). Im Kunsthallen-Foyer stapeln sich die Holzkisten, eine Etage höher sind die ersten Skulpturen bereits ausgepackt und platziert. Esther Kläs (New York) und Johannes Wald (Berlin) bauen ihre erste gemeinsame institutionelle Ausstellung auf. 

Von Burgit Hörttrich
Johannes Wald (35) mit seiner Arbeit »Kontrapunkt«.
Johannes Wald (35) mit seiner Arbeit »Kontrapunkt«. Foto: Thomas F. Starke

Die trägt den sperrigen Titel »Whatness« und ist vom 28. März bis zum 21. Juni zu sehen; Ausstellungseröffnung ist am 27. März um 19 Uhr.

Der Titel bezieht sich auf das Wesen eines Dings – in diesem Fall eines Kunst-Objekts. Die Ausstellung will einen Gegenstand daraufhin befragen, was er ist.

Erst jetzt, in der Kunsthalle selbst, sehen die beiden Künstler die Arbeiten des jeweils anderen im Original – und in der Originalgröße. Johannes Wald: »Da gibt es mitunter die ein oder andere Überraschung.«

Rund 60 Arbeiten werden gezeigt, Ziel des Aufbaus sei es zu erreichen, so Esther Kläs, »dass Raum und Arbeiten miteinander korrespondieren«. Weil die Kunsthalle einen offenen Grundriss habe, gelinge es gut, die Arbeiten »visuell und inhaltlich« in eine Beziehung zu setzen. Dabei »sitzt« der Aufbau nicht zwingend im ersten Versuch. Man habe zwar ein Konzept gemacht, müsse jedoch sehen, ob es vor Ort auch aufgehe.

Esther Kläs betont die »Gemachtheit« ihrer Skulpturen, indem sie die Spuren ihrer körperlichen Arbeit am material bestehen lässt. Johannes Wald formuliert Fragen an die Skulptur, bildhauerische Qualitäten – etwa die Dreidimensionalität – sind für ihn nur zweitrangig. Er erschafft mit Worten eine ideale Skulptur oder lässt in »Pedestal for a muse« eine Leerstelle, die eine Erwartungshaltung hinsichtlich des Erscheinens einer Muse provoziert. Das Material, das die beiden Künstler verwenden, reicht von A wie Aluminium oder Acrylglas bis Z wie Zement. Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit Künstlergesprächen und einer Veranstaltung mit der Überschrift »Nachdenken über Skulptur« (30. Mai). Das tun die Künstler Michael Beutler, Johannes Wald, Harald Klingelhöller Kusnthistorikerin Constanze von Marlin, Kristina Scepanski, Leiterin des Westfälischen Kunstvereins, Thomas Thiel, Leiter des Kunstvereins Bielefeld und Thomas D. Trummer, Direktor des Kunsthauses Bregenz und Kurator des Skulpturenparks Köln 2015.

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