Kurzparker nutzen einladende Freiflächen Verbotenes Parken auf Mittelstreifen

Bielefeld (WB). Den Wagen mitten auf der Straße zwischen zwei Fahrstreifen zu parken, hat Konjunktur. »Die Zahl der Vergehen steigt«, sagt Ralf Kleimann (Amt für Verkehr). Das Ordnungsamt kontrolliert täglich – und kassiert pro Parkvergehen 15 Euro.

Von Michael Diekmann

Autofahrer auf der August-Bebel-Straße kennen das Bild. Zwischen Pauluskirche und Kesselbrink ist die zwischen zwei Mittelinseln abgeteilte Leerfläche regelmäßig mit Autos zugestellt. »Das ist da sehr beliebt«, weiß Hans-Gerhard Schlanert vom Ordnungsamt: »Es ist aber auch extrem gefährlich.« Wer seinen Wagen da abstelle, öffne die Tür automatisch in den Gegenverkehr und stehe nach dem Aussteigen auch selbst unvermittelt ungeschützt auf der Fahrbahn, erklärt Schlanert.

Der Gesetzgeber, betont der Fachmann, habe sich schon etwas dabei gedacht, warum laut Straßenverkehrsordnung grundsätzlich rechts gehalten und geparkt werden muss. Mittig geparkt wird besonders gern an der August-Bebel-Straße, freitags und samstags teils die gesamte Straße entlang sowie auf der Ziegelstraße in Höhe des Ladenzentrums um die Sparkasse.

Sinn der Regeln bezweifelt

Hier hatte jüngst auch der Heeper Olaf Teubert sein Knöllchen über 15 Euro kassiert. »Ich wollte nur kurz Briefmarken besorgen«, berichtet er. Weil am rechten Straßenrand die wenigen Parkboxen belegt waren, nutzte er gegenüber der Carl-Hoffmann-Straße die Mittelbox. Angesichts der Knappheit an Parkplätzen, findet Teubert, müsse man über die Sinnhaftigkeit mancher Regeln mal nachdenken: »Die sind von gestern. Wir leben aber im Heute. Mit wenig Parkraum.« So wie Teubert hatte erst jüngst die Werbegemeinschaft im 5. Kanton das Fehlen von Kurzzeitparkplätzen gegenüber der Lokalpolitik bemängelt. Vielleicht müsse man ja die Straßengestaltung insgesamt überdenken, wenn schon das Mittelparken untersagt sei, glaubt Olaf Teubert.

So sehen Autofahrer in Sudbrack die Sache auch auf dem Horstheider Weg. Wer den Altglascontainer kurz vor der Schuckertstraße ansteuert, haben Nachbarn beobachtet, hält nicht selten auf der Mitte der Fahrbahn – zwischen den weißen Linien. Insbesondere im Bereich der August-Bebel-Straße, glaubt Hans-Gerhard Schlanert, sorgten der Wegfall der Parkplätze auf dem Kesselbrink und hinter der Reste-Truhe für Knappheit an Stellflächen. Schlanert: »Dabei ist unter dem Kesselbrink immer etwas frei.«

Konsequente Ahndung

Geahndet wird das Vergehen auf zumeist nach Straßenrückbau entstandenen mittigen Freiflächen konsequent, sagt das Ordnungsamt: »Auch wenn die Opfer gern protestieren.« Einige Anlieger, vermutet die Behörde, stellen ihre Wagen mangels eigener Flächen offenbar konsequent falsch ab. Öfter sogar trotz freier Parkboxen am Rand. Schlanert: »Logisch, da müsste man ja einen Parkschein ziehen und einen Euro zahlen.«

Kommentare

warum

gibt es so wenig Parkmöglichkeiten? Damit die Stadt Geld kassieren kann. Dort wo man früher vor seinem Haus/Wohnung parken konnte, kostenlos, wurden kurzerhand Parkuhren aufgestellt, damit man schön kassieren kann. Denn Bürgermeister können nicht mit Geld umgehen, denn das Geld wird ja für sinnlose,unnütze Dinge verpulvert. Daher muss ja für Einnahmequellen gesorgt werden, u.a. für Radarkontrollen, wo es seit Jahren keine Unfälle gegeben hat.

Kurzzeitparkplätze

Ohne die Falschparkerei verteidigen oder dulden zu wollen. Es fehlen einfach Kurzzeitparkplätze, wo man schnell zum Bäcker oder in die Apotheke sprintet, ohne sofort für 5 Minuten einen Euro zu bezahlen. Klar kann man dafür auch ins Parkhaus fahren, oder seine Waren ganz einfach woanders kaufen. Muss man halt Prioritäten setzen.

Gruß,

Richard Pornomacher

Wildes Parken - fehlende Parkmöglichkeiten

Vieles sehe ich allerdings auch als "wildes" Parken an: Obwohl Parkmöglichkeiten - auch in der Nähe - vorhanden sind, wird an Orten der PKW abgestellt, wo es nicht erlaubt ist und oft noch den Straßenverkehr behindert. Möglichst auch "nur", um nicht weit gehen zu müssen und/oder um Parkgebühr zu sparen.
Zum Thema Altglascontainer Horstheider Weg/Nähe der Schuckertstraße: Diese Container stehen schon seit vielen, vielen Monaten nicht mehr dort!
Sinnvoller wäre es, die Altglascontainer bei Supermärkten/Discountern hinzustellen: Da parkt man ohnehin! Nimmt man nebst dem Pfand-Leergut eben sein Glas auch noch mit > Fehlanzeige (weder beim Penny, Rewe, Lidl, Jibi, Aldi etc. stehen Container ...) <

Kaum ist man wenige hundert Meter vom Zentrum entfernt, bestes Beispiel in Bielefeld ist die August-Bebel-Straße, hat man das Gefühl es wird da geparkt, wo Platz ist.Egal ob Mittelstreifen, Radweg, vor einigen Geschäften stehen oft dauerhaft PKW´s sogar auf dem Bürgersteig.Die Kontrolleure vom Ordnungsamt sind an diesen Stellen schon einfach zu weit weg.Das gleiche gilt für die Seitenstraßen.Die sind teilweise so zugeparkt (Das absolute Halteverbotsschild interessiert hier niemanden mehr) dass es zu Verkehrsstockungen kommt.Und jedesmal denke ich, hier müsste die Stadt von Zeit zu Zeit mal eine "Falschparkerrazzia" vornehmen, da hätte oft jedes zweite Auto nen Zettel am Scheibenwischer.Damit würde man ein Zeichen setzen, dass auch wenn "alle da parken", ein Halteverbot ein Halteverbot ist und bleibt.

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