MC Fitti heizt zwischen Pfandflaschen und Konfetti 200 Fans im Stereo ein  Rapper mit Rauschebart

Bielefeld (WB). »Arbeit macht mega Bock, gib mir noch 'nen Nebenjob!«, rappt MC Fitti mit verspiegelter Sonnenbrille, Vollbart und Baseballcap. Dabei sitzt er inmitten von Pfandflaschen, anderem Plunder und Müll, ein seltsam anmutender Anblick.

Von Diana Schwindt
Rapper MC Fitti verwandelt Stereo in eine Trashbühne – seinen Fans gefällt's.
Rapper MC Fitti verwandelt Stereo in eine Trashbühne – seinen Fans gefällt's.

Die Bühne der Bielefelder Diskothek Stereo erinnert Donnerstagabend an eine Trashbühne. Was die meisten für ein absurdes Bild halten würden, scheint den vorwiegend jungen Fans zu gefallen.

Idyllisches Vogelgezwitscher und ein Hahnkrähen als Intro versprechen in der Regel Erholungsmusik – denkste! Von Erholung ist an diesem Abend keine Spur. In einem Rollstuhl mit Diskokugel am Schiebegriff wird MC Fitti auf die Bühne geschoben.

Sofort greift er nach einer Krücke, springt aus dem Rollstuhl und erklärt: »Ich habe mich am Knie verletzt. Mein Arzt hat gesagt, ich darf nicht auftreten, aber was soll ich zu Hause machen? Etwa Fernglotzen?«, fragt er das Publikum. »Nein«, rufen die rund 200 Fans ihm zu. »Deshalb bin ich hier«, entgegnet der Rapper grinsend. Anschließend dröhnt die Musik zu »Arbeit macht mega Bock« in den Boxen der Bielefelder Diskothek. Der Song ist der erste auf MC Fittis zweitem Album »Peace«, mit dem der Rapper auf Tour geht.

Im Stereo tritt MC Fitti, der eigentlich Dirk Witek heißt, bereits zum zweiten Mal auf. Dabei rappt er über »Ghettoblaster«, von »LSD« und von »Blumenmädchen«. Die Instrumentierung seiner Lieder liegt zwischen stumpfen Palmenhits, Hippie-Trance und Partybeats, die dann mit einem Berliner Rave zusammentrifft. Ein bunter Mischmasch durch den Remmidemmi-Blödsinn gedreht.

Hinter Fittis Sonnenbrille steckt ein Kulissenbauer mit echter Sehschwäche. Der 39-Jährige baute unter anderem an der Kulisse für den Film »Das Leben der Anderen« und bei den Serien »Verliebt in Berlin« und »Tatort« mit, bevor er 2012 musikalisch aktiv wurde. Ein Jahr nach seinem Debüt nahm der Rapper für Berlin am Bundesvision Song Contest mit dem Song »Fitti mit'm Bart« teil, bei dem er Platz drei belegte.

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