Beim Wrestling im Forum kennen die 18 Teilnehmer kein Pardon – erste Veranstaltung des Schaukampfsportes seit fast 20 Jahren Alles andere als zimperlich

Bielefeld (WB). Da hat den Bielefeldern scheinbar lange Zeit etwas gefehlt: Die erste Wrestling-Veranstaltung nach fast 20 Jahren am Samstagabend ist ausverkauft. 280 Besucher sehen im Forum bei etwas anderen Ring-Kämpfen zu.

Von Mike-Dennis Müller
Die Zuschauer kommen dem Geschehen so nah wie möglich. Hier hat Tyler Bate (rechts) gerade Axel Dieter Jr. im Schwitzkasten. Carsten Beck steigt dazu, während Da Mack an der Ecke hinten links abwartet.
Die Zuschauer kommen dem Geschehen so nah wie möglich. Hier hat Tyler Bate (rechts) gerade Axel Dieter Jr. im Schwitzkasten. Carsten Beck steigt dazu, während Da Mack an der Ecke hinten links abwartet. Foto: Mike-Dennis Müller

Eigentlich liegt er schon am Boden, doch seinem Gegner ist das egal. Scheinbar gnadenlos steigt er noch einmal auf den Rand des Ringes und springt herunter auf den Kontrahenten. Das sieht ziemlich extrem aus – ist aber alles nur Show. Ein paar Verletzungen gibt es aber trotzdem.

Die Schaukampf-Sportart kennen die meisten ihrer Anhänger vor allem aus dem Fernsehen. Amerikanische Kämpfe werden seit Jahren auch auf deutschen Sport-Fernsehsendern gezeigt. Der US-Amerikaner Hulk Hogan ist einer der bekanntesten Vertreter des Wrestling-Szene.

Mittlerweile ist das teilweise choreographierte, teilweise improvisierte Ringen live vor großem Publikum fast in Vergessenheit geraten. Im Kinofilm »The Wrestler« werden die Abgründe der Branche gezeigt, wie ein Altstar mit seinem Leben zurecht kommt. Der deutsche Verband »Westside Xtreme Wrestling« versucht, den Mythos des Schausports hochzuhalten. In Bielefeld macht der Verband im Rahmen seiner »More than Wrestling«-Tournee Halt.

Foto: Mike-Dennis Müller

18 Teilnehmer kämpfen auf der Bühne. Mal geht es Mann gegen Mann zur Sache, mal stehen gleich vier Kämpfer im Ring. Auch zwei Frauen sind für einen Kampf dabei, Melanie Gray aus Coburg und Nixon Newell aus Großbritannien. »Auch ein Titel-Match haben wir heute«, freut sich Jens Mandel, lokaler Veranstalter. John »Bad Bones« Klinger kämpft gegen Ilja Dragunov und kann nach einem Unentschieden den so genannten »Shot Gut«-Titel behalten.

Was so grob und unkontrolliert aussieht, hat durchaus seine Regeln. »Erlaubt sind grundsätzlich alle Griffe vom Scheitel bis zur Sohle, aber Würgegriffe sind tabu«, erklärt Tassilo Jung vom deutschen Verband »Westside Xtreme Wrestling«. Auch Beißen oder das Ziehen an Haaren verstoße gegen die Regeln.

Die Reaktionen auf die erste Wrestling-Veranstaltung nach so langer Zeit sind so positiv, dass die Veranstalter bereits eine Wiederholung geplant habe. »Wir waren eigentlich ausverkauft und haben dann doch noch Einzelkarten an der Abendkasse zusätzlich abgesetzt«, erklärt Jens Mandel.
Am 20. September soll es wieder eine ähnliche Veranstaltung geben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.