Vorwürfe wegen nicht abgeführter Sozialabgaben Gastronom hat weiter Ärger mit der Justiz

Bielefeld (WB). Der Bielefelder Großgastronom (55), gegen den – wie berichtet – jetzt zwei Strafbefehle wegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit erlassen worden sind, hat weiter Ärger mit der Justiz.

Von Jens Heinze

Beim Amtsgericht ruht derzeit ein drittes Strafverfahren. Es geht um eine Anklage zu einem Schöffengericht wegen nicht abgeführter Sozialabgaben. WESTFALEN-BLATT-Informationen zufolge soll es sich um 28 Fälle aus den Jahren 2007 und 2008 handeln. Der in Restaurants am Niederwall und an der Niedernstraße angerichtete Schaden soll bei etwa 40.000 Euro liegen.

Offenbar wurde dieses Verfahren gegen den Gastronomen bis zum jetzigen Abschluss der wesentlich schwerer wiegenden Vorwürfe wegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit zurückgestellt. Wie berichtet, soll allein der Schaden durch Schwarzarbeit in den fünf vom 55-Jährigen betriebenen Restaurants bei 355.000 Euro liegen. Ob das Strafverfahren wegen nicht abgeführter Sozialabgaben mit Rücksicht auf die beiden im Februar erlassenen Strafbefehle eingestellt wird oder ob es zum Prozess vorm Amtsgericht kommt, ist nicht bekannt.

Peter Windmann, der Rechtsanwalt des Gastronomen, erklärte auf Anfrage, dass die beiden aktuell erlassenen Strafbefehle wegen Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit akzeptiert würden. Man werde die 14-tägige Einspruchsfrist verstreichen lassen, dann seien die Verfahren rechtskräftig abgeschlossen. Das Amtsgericht werde aus den zwei jeweils einjährigen Bewährungsstrafen eine neue Gesamtfreiheitsstrafe von mehr als zwölf und weniger als 24 Monaten bilden. »Mein Mandant hat sämtliche Zahlungen geleistet im Rahmen der Schadenswiedergutmachung«, betonte Windmann, dass der Gastronom seine Steuer- und Sozialabgabenschulden beglichen habe. Dem Vernehmen nach sollen die Nachzahlungen die Millionengrenze überschritten haben.

WESTFALEN-BLATT-Informationen zufolge soll der Gastronom laut den verhängten Strafbefehlen zusätzlich zur Schadenswiedergutmachung noch 36.000 Euro Geldbuße zahlen. Die einjährigen Freiheitsstrafen wurden auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

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