Jutta Walter und Osvaldo Enrique Escobar Torres aus Bielefeld gewinnen Wettbewerb »Als wir uns trauten...« Nicht nur die Hochzeit war exotisch

Bielefeld (WB). »Wirklich? Ich habe doch noch nie etwas gewonnen!« Jutta Walter kann kaum glauben, dass Sie und ihr Mann den Wettbewerb »Als wir uns trauten...« für sich entschieden haben.

Von Kerstin Heyde
Jutta Walter (39) freut sich mit ihren Kindern Antonia (2, links) und Theo (6) auf die baldige Rückkehr ihres Mannes Osvaldo Enrique Escobar Torres, der seit November mit der Familienyacht »Polarwind« in Südamerika auf Segelexpedition unterwegs ist.
Jutta Walter (39) freut sich mit ihren Kindern Antonia (2, links) und Theo (6) auf die baldige Rückkehr ihres Mannes Osvaldo Enrique Escobar Torres, der seit November mit der Familienyacht »Polarwind« in Südamerika auf Segelexpedition unterwegs ist. Foto: Oliver Schwabe

Das Ehepaar aus Bielefeld hatte es mit seiner exotischen Hochzeitsgeschichte, die auf der Osterinsel spielt, unter die besten zehn Teilnehmer geschafft, die Anfang Februar im Magazin »Wir heiraten« vorgestellt wurden.  Per Telefon und im Internet konnten die WESTFALEN-BLATT-Leser abstimmen , welche dieser zehn Geschichten ihnen am besten gefällt. Die meisten Stimmen bekamen Jutta Walter (39) und ihr Mann Osvaldo Enrique Escobar Torres (38). Sie können sich nun über den ersten Preis, einen Reisegutschein im Wert von 500 Euro, freuen.

Die Lehrerin und der Schifsskapitän

Die gemeinsame Geschichte der deutschen Lehrerin Jutta und des chilenischen Segelschiffkapitäns Osvaldo begann vor mehr als zehn Jahren in Südamerika. Sie lebte damals in Punta Arenas, der südlichsten Stadt Chiles und arbeitete an der deutschen Schule. Von dort aus bereiste Jutta Walter das Land und lernte in Puerto Williams, dem südlichsten Dorf Chiles, Osvaldo Enrique Escobar Torres kennen, der auf dem Segelschiff »Santa Maria« als Skipper am Ruder stand. Seitdem segelt das Paar gemeinsam durchs Leben – ein Leben, das unkonventioneller kaum sein könnte.

Schon die Hochzeit war speziell. Das Ja-Wort wollten sich Osvaldo und Jutta auf der Osterinsel geben. Dazu genügte ein Anruf beim einzigen Standesbeamten vor Ort: »Kommt einfach mal her, alles weitere klären wir hier«, hatte der Mann am Telefon gesagt. Und so flogen sie im Juli 2005 auf die kleine Insel im Pazifik, um dort mit dem spontanen Vorschlag konfrontiert zu werden: »Wie wäre es mit übermorgen?«. So kam es, dass das Paar zwei Tage später, mit Blumenkränzen geschmückt, direkt vor den berühmten kolossalen Steinstatuen getraut wurde.

Ein halbes Jahr später, im Januar 2006, heirateten Jutta und Osvaldo noch einmal kirchlich in Ushuaia auf Feuerland, der südlichsten Stadt Argentiniens. Drei Tage lang wurde gefeiert und diesmal kamen viele Gäste – Familienangehörige, Lehrerkollegen und Segelfreunde aus aller Welt.

Schon damals träumte das Paar von einer eigenen Segelyacht. Bevor der Traum Wirklichkeit wurde, kam aber erst einmal Nachwuchs. Sohn Theo Enrique wurde 2008 geboren und die kleine Familie ließ sich in Jutta Walters Heimatstadt Münster nieder. 2010 fand sie schließlich ihr Traumschiff: Die »Polarwind« lag damals in Griechenland vor Anker. Um sie nach Feuerland, das Traumziel der Familie, zu bringen, lösten Jutta und Osvaldo ihre Wohnung auf, verkauften die Möbel und zogen mit dem erst eineinhalbjährigen Sohn Theo auf die Yacht. Für die nächsten drei Jahre sollte die »Polarwind« ihr Zuhause sein. 2012 komplettierte die kleine Antonia Paula die Crew, die im Sommer 2013 wieder an Land ging, um sich in Bielefeld niederzulassen, wo Jutta Walter an der »Laborschule« unterrichtet.

Lediglich Vater Osvaldo lebt noch regelmäßig an Bord der »Polarwind« und bietet zwischen Oktober und April Segelexpeditionen rund um Kap Hoorn und in die Antarktis an (www.polarwind-expeditions.com). Wenn er in wenigen Wochen nach Deutschland zurückkehrt, wartet diesmal nicht nur seine Familie auf ihn, sondern auch der Gutschein vom WESTFALEN-BLATT: Wohin die unverhoffte Reise geht, will sich Jutta Walter mit ihrem Mann gemeinsam überlegen. Etwas steht jedoch bereits jetzt fest: »Wir träumen davon, noch einmal als Familie aufs Schiff zu gehen und den Kindern die Welt zu zeigen.« Aber bis es soweit ist, muss Antonia erst noch aus den Windeln herauswachsen und viel gespart werden.

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