Tatort weiter unklar - Verdächtiger stammt aus Obdachlosenmilieu Nach Fenstersturz: Kripo sucht Zeugen

Bielefeld (WB/hz). Einen Tag nach dem Tod des Gewaltopfers Marek B. (45) bleiben die genauen Umstände der Bluttat rätselhaft. Der lebensgefährlich verletzte Mann wurde am Samstag vor dem ehemaligen Conti-Hotel an der Schelpsheide 19 gefunden und starb am Montag im Krankenhaus.

In diesem Haus an der Schelpsheide stürzte ein etwa 45jähriger Mann aus dem Fenster.
In diesem Haus an der Schelpsheide stürzte ein etwa 45jähriger Mann aus dem Fenster. Foto: Jens Heinze

Polizeisprecher Friedhelm Burchard bestätigte erste Angaben des Staatsanwaltes Christoph Mackel, dass ein Schädel-Hirn-Trauma nach stumpfer Gewalt auf den Kopf den Tod des Polen verursacht habe. Das habe die Obduktion des Leichnams von Marek B. ergeben. Detaillierte Hinweise auf die Tatwaffe, bei der es sich um ein Werkzeug oder einen anderen festen Gegenstand handeln soll, gebe es nicht.

Offenbar fehlen den Ermittlern der siebenköpfigen Mordkommission »Conti« Zeugenaussagen, die beweisen, dass Opfer Marek B. beim Trinkgelage unter Osteuropäern nach dem Schlag auf den Kopf von einem oder mehreren Zechkumpanen aus einem Fenster im ersten Obergeschoss gestürzt wurde. Vor dem Haus blieb der nur mit Socken und Jeanshose bekleidete 45-Jährige über einen bislang unbekannten Zeitraum bei Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen.

Marek B. wurde von Bewohnern des Apartmentblocks am Samstag gegen 10.30 Uhr gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war er nicht mehr ansprechbar. Polizeisprecher Burchard: »Nach wie vor steht nicht fest, wie das Opfer zum Fundort kam.« Aus Ermittlerkreisen hieß es gestern, dass Zeugen fehlten, weil die zumeist polizeibekannte Klientel den Kontakt mit der Kripo meide.

Wie berichtet, gilt der in Untersuchungshaft sitzende Lette Vilis B. (37) als dringend tatverdächtig, den Tod des 45-Jährigen verursacht zu haben. Der Lette soll den Polen im Beisein von drei weiteren Zechkumpanen angegriffen haben und dafür verantwortlich sein, dass Marek B. aus Apartment 101 im ersten Obergeschoss entfernt wurde. Staatsanwalt Christoph Mackel erklärte gestern auf Anfrage, dass Vilis B. aus dem Obdachlosenmilieu stamme. In Deutschland sei der Mann vor der Bluttat noch nicht straffällig geworden.

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