Feuerwehr und Polizei durchsuchen Container an der Kinderklinik – kein Kind gefunden Baby im Müll befürchtet

Bielefeld (WB). Ein schlimmer Verdacht hat gestern morgen einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Mitarbeiter der Kinderklinik in Bethel hatten ungewöhnliche Geräusche aus einem Müllcontainer des Krankenhauses gehört, von denen nicht auszuschließen war, dass sie von einem Säugling stammten.

Von Hendrik Uffmann
Aus diesem Müllcontainer, der auf der Rückseite der Kinderklinik in Bethel abgestellt ist, hatten gestern morgen mehrere Krankenhaus-Mitarbeiter Geräusche gehört, nach denen nicht auszuschließen war, dass sie von einem Säugling stammten.
Aus diesem Müllcontainer, der auf der Rückseite der Kinderklinik in Bethel abgestellt ist, hatten gestern morgen mehrere Krankenhaus-Mitarbeiter Geräusche gehört, nach denen nicht auszuschließen war, dass sie von einem Säugling stammten. Foto: Hendrik Uffmann

Mehr als 25 Einsatzkräfte durchsuchten daraufhin zweieinhalb Stunden lang akribisch den gesamten, mehrere Kubikmeter umfassenden Inhalt des mit einem Press-Mechanismus ausgerüsteten Containers, bis Feuerwehr-Einsatzleiter Carsten Kroll schließlich meldete: »Wir haben zum Glück nichts gefunden.«

 Gegen 7 Uhr hatten Mitarbeiter der Klinik am Grenzweg in Bethel zum ersten Mal gemeldet, dass sie auf dem Weg zur Arbeit ein Schreien oder Kreischen aus dem Müllcontainer gehört hatten, der auf der zum Bethesdaweg hin gelegenen Rückseite des Krankenhauses abgestellt ist, erklärte Jens-Uwe Garlichs, Sprecher der von Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel.

Nachdem immer weitere Mitarbeiter ähnliche Geräusche gehört hätten, habe man zunächst auf eigene Faust mit der Suche nach der Ursache begonnen. »Gerade im Bereich eines Kinderkrankenhaus ist man besonders sensibel. Und da es sich theoretisch um einen Säugling hätte handeln können, haben wir uns entschlossen, Feuerwehr und Polizei zu alarmieren«, so Garlichs.

Während die Polizei den Bethesdaweg für die Einsatzfahrzeuge sperrte, rückte ein Spezial-Lkw an, der den Container vom Gebäude abrückte, so dass die Zugangsklappe geöffnet werden konnte.

Müllbeutel für Müllbeutel durchsucht

 Müllbeutel für Müllbeutel holten Feuerwehrleute dann aus dem Container. Sie wurden von Polizisten dann einzeln ausgeleert und durchsucht. Besondere Vorsicht war dabei geboten, da es sich um Klinikabfälle handelte. »Darin waren auch Spritzen, deshalb galt besondere Sorgfalt«, erklärte Carsten Kroll. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, stand auch eine Rolltrage mit medizinischem  Gerät zur Erstversorgung eines Babys bereit. Bethel-Sprecher Garlichs: »Wäre tatsächlich ein Kind ausgesetzt worden, hätte bei den niedrigen Temperaturen jede Minute gezählt.«

Nachdem schließlich der gesamte Inhalt des Müllbehälters ohne Ergebnis durchsucht worden war und sicherheitshalber auch alle anderen Abfallbehälter in der Nähe kontrolliert worden waren, konnte die Feuerwehr gegen 11 Uhr ihren Einsatz beenden.

Sandra Gruß, Sprecherin des Evangelischen Krankenhaus Bielefeld (EvKB), zu dem die Kinderklinik gehört, lobte, dass das Klinikpersonal die ungewöhnlichen Geräusche gemeldet hat. »Wir sind froh, dass die Mitarbeiter so sensibel reagiert haben.«

Kommentare

Danke!

Schönen Dank an die Feuerwehrleute, die diesen Drecksjob erledigt haben!

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.