Jöllenbecker Straße zwischen April und November dicht – Richtlinie zwingt zur Vollsperrung Verkehrschaos droht

Bielefeld (WB). Der Kanal unter der Jöllenbecker Straße zwischen Heisenbergweg und Weststraße wird ausgetauscht. Die Folge: Die Hauptverkehrsader muss von April bis Ende November 2015 komplett gesperrt werden. Es droht ein Verkehrschaos.

Von Burgit Hörttrich, Bernhard Piere(Foto)
Von der Weststraße (links im Bild) bis zum Heisenbergweg wird die Jöllenbecker Straße in beiden Richtungen für den Autoverkehr gesperrt. Grund für diese Vollsperrung sind nicht die Kanalbauarbeiten, sondern eine neue Arbeitsstättenrichtlinie.
Von der Weststraße (links im Bild) bis zum Heisenbergweg wird die Jöllenbecker Straße in beiden Richtungen für den Autoverkehr gesperrt. Grund für diese Vollsperrung sind nicht die Kanalbauarbeiten, sondern eine neue Arbeitsstättenrichtlinie.

Ursache für die Vollsperrung sind nicht in erster Linie die Arbeiten, sondern die neue Arbeitsstättenregel über Straßenbaustellen (ASR A.5.2). Der Ausschuss für Arbeitsstätten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat die neue Richtlinie bereits im Dezember 2013 beschlossen. Weil es Kritik gab, fehlt jedoch noch die Bekanntmachung per Ministerialblatt. Man gehe jedoch davon aus, dass die Veröffentlichung demnächst erfolge und somit gelte, wenn die Arbeiten in der Jöllenbecker Straße beginnen, sagt Hans Martin, stellvertretender Leiter des Bielefelder Amtes für Verkehr.

Die Richtlinie solle zum einen den Verkehr vor den Gefahren der Baustelle schützen, zum anderen das Baustellenpersonal vor den Gefahren des Straßenverkehrs. Eigentlich, so Martin, könnte man den Autoverkehr zumindest in einer Richtung an der Baustelle vorbei führen, jetzt aber seien Bauherr und Unternehmen »in der Pflicht«. Wäre die neue Arbeitsstättenregel bereits im vergangenen Jahr Gesetz gewesen, hätte auch die Wertherstraße während des Umbaus komplett gesperrt werden müssen, sagt Martin.

Die Politik werde in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 3. Februar über Baumaßnahme und Umleitungsstrecken informiert. Er sagt aber auch: »Wir können nur Umleitungsrouten empfehlen und hoffen, dass die Autofahrer die Baustelle großräumig umfahren – zwingen können wir niemanden dazu.« Die Befürchtung – wie bei jeder Straßensperrung: dass sich Autofahrer ihre Wege durch Wohngebiete suchen. Hans Martin betont, es sei eine Selbstverständlichkeit, dass Ersatzstrecken bei Straßenumbauplanungen berücksichtigt würden. Trotzdem erwartet er Ärger: »Nicht jeder ist informiert und dann kommt es schnell zu Staus.« Zumindest in den ersten Baustellentagen.

Er verweist darauf, dass durch die Vollsperrung auch der Verkehr vom Ostwestfalendamm nicht auf die Jöllenbecker Straße stadtauswärts abfahren könne. Die Erneuerung der Kanäle sei unbedingt erforderlich. Sie seien mehr als 100 Jahre alt – »ähnlich wie der Lutterkanal unter der Ravensberger Straße«. Hans Martin erinnert an die Vollsperrung der Jöllenbecker Straße vor einigen Jahren, als unter anderem die Gleise neu verlegt wurden: »Da hat sich der Verkehr der neuen Lage schnell angepasst.«

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