2600 Ostwestfalen wollen Andreas Bourani im Bielefelder Ringlokschuppen hören Popcorn-Pop

Bielefeld (mdm). Ganz ohne Berührungsängste hat Andreas Bourani am Samstagabend auf der Bühne des Bielefelder Ringlokschuppens gestanden. Nach gut drei Jahren war er zum zweiten Mal hier – und hatte fast zehnmal so viele Besucher wie damals.

Seit ein paar Jahren steht Andreas Bourani voll im Scheinwerferlicht. 2011, bei seinem ersten Auftritt in Bielefeld, wollten ihn nur 300 Zuschauer sehen – jetzt waren es fast zehnmal so viele.
Seit ein paar Jahren steht Andreas Bourani voll im Scheinwerferlicht. 2011, bei seinem ersten Auftritt in Bielefeld, wollten ihn nur 300 Zuschauer sehen – jetzt waren es fast zehnmal so viele. Foto: Mike-Dennis Müller

2600 Zuhörer feierten den Sänger, der vor allem für ein Lied bekannt ist: Mit »Auf uns« lieferte Bourani der für Deutschland so erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft den passenden Soundtrack. Klar: Wer die Hymne zur großen Euphorie beisteuert, der bleibt in Erinnerung. »Auf uns« untermalt außerdem den TV- und Kinowerbespot »50 Jahre Aktion Mensch«.

Bei seinem Auftritt vor großem Publikum spart sich Bourani (31) seinen großen Hit für das letzte Drittel der Show auf. Und er beginnt überraschend deutlich ruhiger, als man es mit Stadion-Erinnerung im Kopf von ihm erwarten würde. Ganz gediegen setzt er sich selbst an ein kleines E-Piano und stimmt im Halbdunkel die ersten Strophen an.

Bourani geht auf Tuchfühlung

Lange halten Bourani und seine Musiker das aber nicht aus. Nach ein paar Liedzeilen ist Schluss mit der Besinnlichkeit, und die Musiker gehen zum gewohnten Popcorn-Pop über. Voller Euphorie singen die Besucher bis in die hintersten Reihen mit. Und dann geht der Sänger, der seit einer Weile viel kürzere Haare trägt als früher, auf Tuchfühlung mit seinen ostwestfälischen Fans.

Von der Bühne geht es direkt in die kreischende Masse. Im Internet schwärmen einige seiner vor allem jungen Anhänger später auf seiner Facebook-Seite, dass sie es geschafft haben, ihn zu umarmen. Damit hätten viele von ihnen wohl nicht gerechnet.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Interesse an ihm eher bescheiden war. Bourani, der 2003 unter dem Namen Andreas Stiegelmair an der ZDF-Castingshow »Die Deutsche Stimme« teilnahm und noch acht Jahre später beim Evangelischen Kirchentag auftrat, ist bodenständig geblieben. Doch als er Mitte 2011 sein erstes Album »Staub & Fantasie« einspielte, kam der Erfolg. Es dauerte allerdings eine Weile, bis sich auch Ostwestfalen bereit fand, ihm zuzuhören: Als Bourani 2011 in Bielefeld zu Gast war, spielte er noch im kleinen Saal des Ringlokschuppens. Keine 300 Besucher waren damals dabei.

Ermutigt vom Erfolg seiner WM-Hymne ist Bourani jetzt mit den Liedern seines neuen Albums »Hey« unterwegs. Die klingen alle sehr glattgeschliffen und unterm Strich leider alle viel zu ähnlich. Mal sind sie etwas schneller und lauter, mal etwas ruhiger – doch im Kern ohne Ecken und Kanten und oft doch deutlich jenseits der Grenze zum Schnulzigen, Schlagerartigen. Es gibt viel »Dam Dam Dam«. Lieber nicht zu viel riskieren, wenn man einmal etwas gefunden hat, das gut ankommt, mag Bouranis Credo sein. Und auch der Erfolg seiner neuesten Single-Auskopplung »Auf anderen Wegen« gibt ihm Recht.

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