Wissenswertes zur Kundgebung am Montag »Bielefeld ist bunt und weltoffen« Der Fahrplan zur Großdemo

Bielefeld (sb/peb). Für Toleranz sowie gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit wollen am Montag um 18.30 Uhr tausende Menschen auf dem Jahnplatz demonstrieren. Das WESTFALEN-BLATT gibt die letzten Infos zur Veranstaltung.

In vielen anderen deutschen Städten wie hier in Hamburg protestieren Menschen gegen Rassismus sowie Fremden- und Islamfeindlichkeit. Heute wollen in Bielefeld tausende Menschen auf die Straße gehen, um für mehr Toleranz zu demonstrieren.
In vielen anderen deutschen Städten wie hier in Hamburg protestieren Menschen gegen Rassismus sowie Fremden- und Islamfeindlichkeit. Heute wollen in Bielefeld tausende Menschen auf die Straße gehen, um für mehr Toleranz zu demonstrieren. Foto: dpa

Teilnehmerzahl
Das »Bündnis gegen Rechts« als Veranstalter erwartet mindestens 5000 Teilnehmer zu der Veranstaltung. Die Polizei teilt diese Einschätzung. Allerdings könnte die Zahl durchaus übertroffen werden. Denn in den vergangenen Tagen und Wochen haben sich immer mehr Organisationen, Parteien und Vereine dem Aufruf angeschlossen. Auch die evangelische und katholische Kirche unterstützen die Aktion. Zudem warb Uni-Rektor Prof. Gerhard Sagerer in einer E-Mail an alle Studenten und Uni-Mitarbeiter für die Veranstaltung. Auf der Facebook-Seite des »Bündnisses gegen Rechts« haben sogar mehr als 6000 Internetnutzer ihre Teilnahme angekündigt.

Ablauf
Vier Innenstadtkirchen (Altstädter, Neustädter, Süster- und Jodokuskirche) läuten um 18.20 Uhr mit ihren Glocken die Demonstration ein. Um 18.30 Uhr gibt es dann eine Schweigeminute für die Opfer von Fremdenfeindlichkeit und religiöser Gewalt. Anschließend folgen mehrere kurze Redebeiträge. Die Veranstaltung ist bis 20 Uhr angesetzt.

Kurze Redebeiträge
Die Begrüßung der Demonstrationsteilnehmer erfolgt durch SPD-Ratsmitglied Wiebke Esdar, Mitinitiatorin des »Bündnisses gegen Rechts«. Dann folgen mehrere kurze Statements. Neben Schauspielerin Carmen Priego wird auch Bürgermeisterin Karin Schrader einen Redebeitrag liefern. Sie sieht in der Kundgebung ein wichtiges Signal »für Toleranz, Respekt und ein friedliches Miteinander«. In ihrem Beitrag will sie klar machen, dass es in dieser Stadt keinen Platz für Extremisten gebe. Dieses Signal sei ihr wichtig, besonders angesichts vieler Flüchtlinge, die im Moment verstärkt nach Deutschland kämen. Bielefeld sei bunt und weltoffen, »das macht unsere Stadt aus«. Karin Schrader hofft und will heute dafür appellieren, dass die Bürger auch über diese Kundgebung hinaus in ihrem Alltag anderen mit Respekt, Würde und Nächstenliebe begegnen.

Straßensperren
Wegen der Großdemo kommt es heute in der Innenstadt zu vielen Busumleitungen (siehe Artikel rechts) und Straßensperrungen. Der Jahnplatz ist zwischen 18.30 und 20 Uhr für den Fahrverkehr dicht. Dies sind die geplanten Sperrungen der Polizei: Körnerstraße in Richtung Niederwall (Sperrbaken), Altstädter Kirchplatz in Richtung Jahnplatz (vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts; Ableitung Richtung Detmolder Straße), Oberntorwall in Richtung Jahnplatz (Ableitung in die Stapenhorststraße), Elsa-Brändström-Straße Richtung Jahnplatz (Linksabbiegespur; Ableitung in Alfred-Bozi-Straße und Notpfortenstraße), Notpfortenstraße (vorgeschriebene Richtung: geradeaus), Herforder Straße in Richtung Jahnplatz (Ableitung in die Friedrich-Verleger-Straße), Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Jahnplatz (Ableitung zum Willy-Brandt-Platz), Willy-Brandt-Platz in Richtung Jahnplatz (Ableitung im Kreisverkehr).

Das sagt die Polizei
Die Polizei geht von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung aus. Bis gestern waren keine Gegendemonstrationen angemeldet. Zu den Unterstützern der Demo gehört auch das Bündnis Demokratischer Kräfte OWL, das in der Vergangenheit in Bielefeld bereits Großdemos gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« organisiert hat. Nach Polizeiangaben will sich dieses Bündnis bereits heute um 17.30 Uhr auf dem Kesselbrink treffen und ab 18.30 Uhr bei der Kundgebung auf dem Jahnplatz mitdemonstrieren.

Der Veranstalter
Das Bielefelder »Bündnis gegen Rechts« ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von Organisationen aus den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Bildungs- und Aufklärungsarbeit gegen rechte Tendenzen jeglicher Art zu leisten. Zu den maßgeblichen Initiatoren gehören Wiebke Esdar, Klaus Rees, Janina Hirsch und der evangelische Sozialpfarrer Matthias Blomeier. Das Bündnis entstand kurz vor dem geplanten Neonazi-Aufmarsch am 24. Dezember 2011. Damals mobilisierte das Bündnis 6500 Menschen, die Heiligabend gemeinsam gegen den Aufmarsch demonstrierten. Es bleibt abzuwarten, ob der Veranstalter heute noch mehr Teilnehmer auf dem Jahnplatz versammelt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.