Verlängerung der Linie 2 nach Altenhagen beginnt – Infoveranstaltung wegen Sturm verlegt Stadtbahnnetz wächst

Bielefeld (WB). Zum ersten Mal seit September 2002 legt das Stadtbahnnetz an Strecke zu. Vor mehr als 14 Jahren wurde das letzte Teilstück der Uni-Linie frei gegeben. Seit Donnerstag laufen die Arbeiten an der Trassenverlängerung der Linie 2 um 1200 Meter von Milse bis zur künftigen Endstation »Altenhagen« an der Mecklenburger Straße.

Von Burgit Hörttrich
Die Bewehrungskörbe (links) liegen schon bereit: Sie werden in die leeren Rohre eingeführt und anschließend betoniert.
Die Bewehrungskörbe (links) liegen schon bereit: Sie werden in die leeren Rohre eingeführt und anschließend betoniert. Foto: Hans-Werner Büscher

 In Betrieb genommen werden soll die Verlängerung Ende dieses Jahres, sagt Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann. Zudem soll 2015 noch die Verlängerung der Linie 4 ins Viertel Dürkopp Tor 6 konkret in Angriff genommen werden, berichten Kai-Uwe Steinbrecher, Geschäftsbereichsleiter Technik und Dirk Artschwager (Geschäftsbereich Verkehrsplanung). Die Nikolaus-Dürkopp-Straße werde »Vamos-tauglich« umgebaut, den breiteren Stadtbahnzügen angepasst. Wenn während der Sommerferien die Kreuzung August-Bebel-/Ravensberger Straße wegen der Lutter-Sanierung komplett gesperrt wird, soll auch der Knoten Nikolaus-Dürkopp-/August-Bebel-Straße soweit baulich vorbereitet werden, dass die Verlängerung ins Viertel Tor 6 im Jahr 2016 in Betrieb genommen werden könne.

Veranstaltung verlegt

Eine Anwohner-Infoveranstaltung zur Stadtbahnverlängerung nach Altenhagen ist wegen der starken Winde ins Volkshaus Milse, Elverdisser Straße 36, verlegt worden. Sie beginnt weiterhin um 15 und endet um 19 Uhr. Das teilte Mobiel am Freitagvormittag mit.

 Bei der Stadtbahnverlängerung nach Altenhagen ist Uekmann sicher, den Zeitplan halten zu können. Nach vorbereitenden Arbeiten, die seit Oktober laufen, wird jetzt der Bau einer 120 Meter langen Brücke, die als solche in Zukunft kaum erkennbar sein wird, in Angriff genommen. Auf der Brücke überqueren die Stadtbahnen künftig Lutter, Aue (Überflutungsbereich) und Lutterumflut.

 Marcel Matzerath ist als Prokurist des Unternehmens Bockermann Fritze aus Enger für Planung und Bauüberwachung zuständig. Er sagt, dass 44 Betonbohrpfähle mit einem Durchmesser von jeweils 90 Zentimetern zwölf bis 18 Meter tief in den Boden gerammt werden. Im Einsatz dazu ist ein 65-Tonnen-Bagger der Baufirma Wilhelm Scheidt aus Herford.

 Wenn die Rohre in den Boden gerammt werden, wird gleichzeitig die Erde entfernt. Anschließend werden Bewehrungskörbe eingeführt. Dann wird betoniert. Matzerath: »1500 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Baustahl werden verarbeitet.« Allein die Brücke kostet zwei Millionen Euro, die Streckenverlängerung samt der beiden neuen Hochbahnsteige insgesamt 15 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen zahlt davon 13,6 Millionen Euro.

 Martin Uekmann weist auf die künftige Haltestelle »Buschbachtal« hin, die noch »auf der grünen Wiese« liege. Er erhoffe sich aber dort den Bau eines neuen Wohngebietes. Mobiel rechne aktuell mit täglich 1500 zusätzlichen Fahrgästen, 4000 Menschen leben in einem Radius von bis zu 800 Metern um die Streckenverlängerung herum.

 Der Heeper Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher sagt, dass die Haltestelle »Buschbachtal« mit einem beleuchteten Weg mit dem Milser Laden-Zentrum verbunden werde. Er sei auch überzeugt davon, dass der neue Kreisverkehr Elverdisser/Milser Straße zu einem Erfolg werde. Gemeinsam mit Uekmann versprach er: »Die Beeinträchtigungen für die Anwohner werden so gering wie möglich gehalten.«

Kommentare

Größere Bahnen?

Täglich bis zu 1.500 zusätzliche Fahrgäste erwartet moBiel. Da drängt sich ja die Frage auf, ob dann weiterhin auch einzelne Vamos-Züge auf der Linie 2 fahren sollen? Gerade im Berufsverkehr sind die Bahnen ja jetzt schon in Richtung Milse überfüllt, zumal man wegen der ständig wechselnden Ausstiegsseite ständig vor einer der Türen im Weg steht. Die Mehrzahl der zusätzlichen 1.500 Fahrgäste wird sich ja sicherlich auf einige wenige Fahrten in der Hauptverkehrszeit konzentrieren. Dann wird der Platz erst recht nicht ausreichen. Aber dass zusätzliche Bahnen bestellt wurden ist ja nicht bekannt. Schade, dass die Chefetage von moBiel nicht einsieht, dass die Solo-Vamos auf der 2 eine Fehlplanung waren. Früher in den Doppelzügen der "alten" Bahnen war deutlich entspannteres Fahren möglich.

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