18.847 Menschen 2014 bei Zentraler Behörde in Bielefeld registriert Rekord bei Flüchtlingszahlen

Bielefeld (WB). 18.847 Flüchtlinge haben sich im vergangenen Jahr bei der in Bielefeld ansässigen Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) registriert. »Das sind so viele wie noch nie zuvor«, sagt ZAB-Leiter Torsten Böhling.

Von Stefan Biestmann
Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) in Bielefeld ist für Ostwestfalen-Lippe und große Teile des Regierungsbezirks Münster zuständig.
Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) in Bielefeld ist für Ostwestfalen-Lippe und große Teile des Regierungsbezirks Münster zuständig. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 62,3 Prozent gestiegen. 11.617 Flüchtlinge hatten sich 2013 den Angaben zufolge bei der ZAB gemeldet, die für Ostwestfalen-Lippe und große Teile des Regierungsbezirks Münster zuständig ist. »Vor allem die Bürgerkriegssituation in Syrien und im Irak ist verantwortlich für den starken Anstieg«, erläutert Böhling. Die Angriffe der Terrorgruppe »Islamischer Staat« hätten die Situation verschärft.

Die genauen Zahlen über die Herkunftsländer der Flüchtlinge werden laut Böhling im Laufe der Woche bekanntgegeben. Im vergangenen Jahr bewegte sich der Anteil der syrischen Flüchtlinge meist zwischen 15 und 25 Prozent.

An Kapazitätsgrenze

Rekordmonat war der September, als insgesamt 2752 Asylsuchende bei der ZAB registriert wurden. »Damals haben wir hier am Limit gearbeitet«, berichtet Böhling. Mittlerweile sei die ZAB aber personell verstärkt worden. Aktuell beschäftigen sich 19 Mitarbeiter mit der Erstaufnahme der Flüchtlinge. Von der ZAB aus gelangen die Flüchtlinge zunächst in die Erstaufnahme-Einrichtung in Bielefeld-Brackwede – neben Dortmund bislang der einzige Standort in NRW.

Die Einrichtung mit 250 Plätzen sei an der Kapazitätsgrenze. »Die Flüchtlinge können hier deswegen auch nur ein bis zwei Nächte verbringen«, berichtet Böhling. Früher sei ein Aufenthalt von drei bis vier Nächten möglich gewesen.

Anstieg der Asylanträge 2015

Dieser Zustand könnte sich nach Angaben von Böhling 2015 entspannen: zum einen durch den Ausbau der Bielefelder Einrichtung um 200 auf 450 Plätze im August und zum anderen durch die mögliche Schaffung weiterer Erstaufnahme-Einrichtungen in NRW. Aus der Erstaufnahme-Einrichtung gehe es für die Flüchtlinge meist in die Notunterkünfte in Bad Salzuflen oder Oerlinghausen und danach in die Zentralen Unterbringungseinheiten des Landes in Schöppingen und Borgentreich.

Später erfolgt dann die Zuweisung der Flüchtlinge an die Kommunen durch die Bezirksregierung Arnsberg. Torsten Böhling rechnet damit, dass der Ansturm auf die ZAB Bielefeld auch 2015 ähnlich groß sein wird wie 2014. Denn das Bundesamt für Migration prognostiziere für dieses Jahr 230.000 Asylanträge. Im Jahr 2014 lag diese Zahl bei etwa 200.000.

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