41-Jähriger stach 27 Mal auf sein Opfer ein Frau die Ermordung angekündigt

Bielefeld (WB/uko). Eine von massiven Gewaltattacken ihres Mannes geprägte Ehe hat am Dienstag die Frau geschildert, die Opfer des Messerangriffs des 41-Jährigen wurde. Nun muss sich der türkischstämmige Garip S. wegen des versuchten Mordes vor dem Schwurgericht verantworten.

Der Mann schwieg zum Prozessauftakt. Stattdessen erklärte Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf noch einmal die Vorwürfe der Anklage gegen den vierfachen Familienvater: Am späten Abend des 2. Juli soll der Mann auf einem Hinterhof der Oelmühlenstraße insgesamt 27 Mal auf seine 39-jährige Ex-Ehefrau eingestochen haben. Der Mann soll das Opfer zufällig dort getroffen haben. Sie befand sich in Begleitung eines anderen Mannes, den er fälschlich als ihren neuen Freund identifiziert hatte.

Nach Leinkaufs Anklage soll Garip S. aus »einem übersteigerten Besitzgefühl heraus gehandelt« haben. Er soll sie aus einem Personenwagen gezerrt und ihr eine Eifersuchtsszene gemacht haben. Dann habe er mit dem Taschenmesser auf die 39-jährige Frau eingestochen.

Notoperation rettet 39-Jähriger das Leben

Die Frau konnte in der folgenden Nacht nur durch mehrere Notperationen gerettet werden. Das Opfer habe immensen Blutverlust gehabt, sagte gestern Rechtsmediziner Dr. Ronald Schulz von der Universität Münster. Die Messerstiche hätten vor allem den Brustkorb, die oberen Extremitäten und die inneren Organe verletzt. Man müsse von einer »erheblichen Wucht« der Stiche ausgehen, da sogar eine Rippe durchtrennt worden sei.

Der Angeklagte wollte sich am Dienstag zur Tat nicht äußern. Er gab nur an, 1992 nach Bielefeld gekommen zu sein. Zwei Jahre später habe er seine Frau geheiratet. Das Ehepaar hat vier Kinder, 2002 wurde die Ehe geschieden.

Die Frau erklärte dann als Zeugin, warum es zu dieser Scheidung gekommen sei. Bereits einen Tag nach der Heirat habe ihr Mann sie verprügelt. Im übrigen sei die Ehe, die auch von den Familien arrangiert worden, für Garip S. als Asylbewerber wohl »nur Mittel zum Zweck« gewesen. Im Lauf der Jahre habe sie ständig Gewalt erleiden müssen. »Was er verlangt hat, das musste gemacht werden, sonst schlug er zu.«

Familie erhält Drohungen

Bereits am 3. Mai habe er sie in ihrer Wohnung verprügelt und den Tod angedroht: »Irgendwann werde ich dich umbringen, der Tag wird kommen.«
Auf den Zuhörerbänken nahmen lediglich die Angehörigen des Angeklagten diese Erklärungen teilnahmslos zur Kenntnis. Sie waren von der Kammervorsitzenden Jutta Albert auch zu Prozessbeginn ermahnt worden, sich jeder Äußerung zu enthalten. Sonst gebe es Ordnungsgeld oder Ordnungshaft.

Die Familie des Opfers blieb dem Landgericht fern. Gegen sie soll es im Vorfeld Drohungen gegeben haben. Die 39-jährige Frau wurde unter Polizeischutz zum Prozess geleitet.

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