Uni Baskets gehen beim Tabellennachbarn Nürnberg Falcons mit 46:71 unter »Eine kollektive Nicht-Leistung«

Paderborn/Nürnberg (WB/en). Auf das Happy-end des vergangenen Jahres folgt der kapitale Fehlstart in das neue Jahr: Zweitligist Uni Baskets konnte den Schwung vom 79:75-Sieg in Heidelberg nicht mitnehmen und musste sich im ersten Spiel 2018 beim Tabellennachbarn Nürnberg Falcons nach einem offensiven Offenbarungseid mit 46:71 (20:34) geschlagen geben.

Nichts als Enttäuschung (von links): Armani Cotton, Fritz Hemschemeier und Dion Prewster nach dem Spielende in Nürnberg.
Nichts als Enttäuschung (von links): Armani Cotton, Fritz Hemschemeier und Dion Prewster nach dem Spielende in Nürnberg. Foto: ISPFD

»Das war eine kollektive Nicht-Leistung. Eine Erklärung dafür zu finden, fällt mir extrem schwer. Nach den letzten Auftritten im vergangenen Jahr hatten wir alle etwas ganz anderes erwartet«, sagte Headcoach Uli Naechster.

Vor dem Spielbeginn hatte sich der 34-Jährige noch darüber freuen dürfen, dass seine beiden Wackelkandidaten nicht mehr wackelten. Sowohl Kapitän Morgan Grim (Handprellung) als auch Dominik Wolf (Comeback nach Bänderriss) meldeten sich rechtzeitig einsatzfähig. Als die Partie am 32. Geburtstag von Geschäftsführer Dominik Meyer lief, war es mit der Freude des Trainers aber fix vorbei. Vor allem im Angriff wollte in der ersten Halbzeit nahezu nichts gelingen.

Das beste Beispiel für die furchtbar schlechte Ausbeute war die Dreierquote. Achtmal probierten es die Baskets im ersten Viertel aus der Maximaldistanz, nicht ein Versuch landete im Ziel. Das hatte in den ersten zehn Minuten noch keine verheerenden Folgen (14:10/10.), bereitete aber spätestens dann immer mehr Sorgen, als die zunächst ebenfalls wenig treffsicheren Falcons begannen, Dreier zu verwandeln.

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Eine Erklärung dafür zu finden, fällt mir extrem schwer.

Uli Naechster

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Jonathan Maier, Virgil Matthews, Marwin Omonigho Omuvwie sowie Anthony Dallier trafen – auch mit etwas Glück – nacheinander von jenseits der 6,75-Meter-Linie und nach einem Tip-in von Dan Oppland führten die Mittelfranken erstmals mit zehn Punkten Vorsprung (28:18/16.).

Zur Halbzeitpause stand es 34:20 für die Hausherren und die Uni Baskets warteten noch immer auf ihren ersten erfolgreichen Dreier (0/11). Die Gesamt-Feldwurfquote von 24 Prozent (7/29) genügte ebenfalls keinerlei Pro A-Ansprüchen. Gerade dem ehemaligen Nürnberger Maximilian Kuhle, im Hinspiel noch Topscorer in Reihen des 80:72-Siegers, klebte das Pech an den Fingern (0/8 Feldwürfe).

In der Hinrunde hatten die Baskets aus einem deutlichen Halbzeit-Defizit (29:42) noch ein Erfolgserlebnis gemacht. Beim Wiedersehen kamen sie für eine derartige Wende jedoch nie in Frage. Stattdessen bauten die Falken den Abstand auf mehr als 20 Punkte aus (44:21/25.). Vor dem Schlussabschnitt hieß es 57:31 (30.). Und die Paderborner Dreierbilanz? Die lautete da tatsächlich null von 15.

»Wir haben nie die Intensität aufs Feld gebracht, die du in jedem Pro A-Spiel brauchst«, musste Naechster eingestehen. Als der Baskets-Topscorer Devonte Brown (14 Punkte) die demoralisierende Dreier-Dürre im 16. Anlauf beendete (61:34/33.), war für sein Team längst alles zu spät. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Partie nur noch Trainingscharakter.

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Ich glaube nicht, dass ich jetzt ein Straftraining ansetzen muss.

Uli Naechster

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Dank des ebenfalls klar verlorenen direkten Vergleiches mussten die Paderborner den zwölften Platz an den Gegner abgeben. Das aber interessierte den Trainer des Verlierers nach der Schlusssirene gar nicht mehr. Der blickte dafür schon voraus auf das schon am Freitag wartende Heimspiel gegen die Hamburg Towers: »Wir müssen jetzt nicht nach Erklärungen oder Ausreden suchen, sondern dieses Spiel so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen und versuchen, uns auf das zu besinnen, was wir im Dezember gut gemacht haben.«

Eine besonders harte Hand will Naechster in den nächsten Tagen aber nicht walten lassen: »Wir werden nicht ausrasten. Wir haben ein schlechtes Spiel gemacht, aber ich glaube nicht, dass man jetzt ein Straftraining ansetzen muss. Die Jungs sind so am Boden, wie Leistungssportler mit einem gewissen Anspruch an sich nach so einem Spiel am Boden sein können. Nun hilft kein Draufschlagen, sondern es geht darum, sie schnellstmöglich wieder aufzubauen.«

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