PSC I schlägt PSC II mit 4:0 – der Pakistani Liaquat Ali debütiert Schaulaufen samt Premiere

Paderborn (WB). Einen Tag nach dem Sportlerball geriet das vereinsinterne Duell zwischen den beiden Bundesliga-Mannschaften des Paderborner Squash Clubs zu einem entspannten Schaulaufen mit standesgemäßem Ausgang. Nur ein junger Debütant wird die erwartet einseitige Begegnung nicht so schnell vergessen.

Von Elmar Neumann
Liaquat Ali bei seinem Bundesliga-Debüt: Der 19-jährige Pakistani muss sich Lennart Osthoff 0:3 geschlagen geben.
Liaquat Ali bei seinem Bundesliga-Debüt: Der 19-jährige Pakistani muss sich Lennart Osthoff 0:3 geschlagen geben. Foto: Elmar Neumann

Während Simon Rösner, der »Sportler des Jahres«, und Tobias Weggen, der »Nachwuchssportler des Jahres«, noch auf ihre Einsätze warteten, kündigte Geschäftsführer Norman Farthing, seit Freitag »Verdiente Persönlichkeit des Paderborner Sports«, die erste Begegnung des Nachmittags an. Für Lennart Osthoff, 30 Jahre alter Routinier in den Reihen des Deutschen Meisters, bedeutete diese Partie nichts Besonderes, für seinen erst 19 Jahre alten Gegner aber schon: Der Pakistani Liaquat Ali spielt erst seit zwei Jahren für den PSC und durfte sich nun über seine Bundesliga-Premiere freuen.

Verein unterstützt den Teenager beim Anerkennungsverfahren

Zwar musste sich der Teenager dem Doktoranden mit 0:3 geschlagen geben, aber das tat der Stimmung keinerlei Abbruch. Für den Flüchtling ist der Ausgang seines Anerkennungsverfahrens deutlich wichtiger und die Vereinsverantwortlichen geben sich alle Mühe, um hier das erwünschte Ergebnis zu erzielen. »Wir versuchen, ihn auf dem Weg in Deutschland zu bleiben, maßgeblich zu unterstützen«, sagt Andreas Preising zur Situation des extrem trainingsfleißigen Talents. Der PSC-Präsident sieht in dem Debütanten keinen kommenden Squash-Helden, wie es dessen Landsleute und x-fache Weltmeister Jansher und Jahangir Khan einst waren, traut ihm aber allemal zu, »ein guter Bundesliga-Spieler« zu werden: »Und wir hoffen, dass sich seine Laufbahn als Squasher positiv auf das Anerkennungsverfahren auswirkt.«

Wie das vereinsinterne Kräftemessen ausgehen würde, stand am Sonntagnachmittag nie zur Debatte. Neben Osthoff setzten sich auch Simon Rösner (3:0 gegen Cederic Lenz), Nicolas Müller (3:0 gegen Tobias Weggen) und Lucas Wirths (3:0 gegen Philipp Kern) äußerst souverän durch. Während die Reserve schon am Samstag mit dem 3:1 gegen Sportwerk Hamburg II ihre Pflicht erfüllt hatte, feierte die Erste so den zweiten 4:0-Sieg des Wochenendes. Mit einem 4:0 bei den L. A. Squashern Harsefeld-Stade hatte der Titelverteidiger die Hinrunde beendet, mit dem gleichen Ergebnis gegen die Clubkollegen die Rückrunde eröffnet. Der PSC II liegt auf dem respektablen fünften Platz, der PSC I führt die Bundesliga Nord weiterhin mit blitzsauberer Bilanz und vier Punkten Vorsprung an.

Viel deutet auf ein erneutes Halbfinale gegen Dauerrivale Worms hin

Im Kampf um Rang eins im Norden kann und soll aus Paderborner Sicht bereits am nächsten Doppelspieltag eine Vorentscheidung fallen. Am Samstag, 27. Januar, gastiert der Ligazweite Sportwerk Hamburg I im Ahorn-Sportpark, einen Tag später stellt sich der Ligavierte SC Turnhalle Niederrhein an selber Stätte vor. »Wenn uns da zwei gute Ergebnisse gelingen, sollte uns der erste Platz ziemlich sicher sein«, sagt Preising. An der Aufstellung dürfte nicht viel scheitern, denn mit dem Weltranglistendritten Ali Farag (Ägypten), dem Weltranglistenachten Simon Rösner sowie Raphael Kandra (Nummer 42 der Welt) und Lucas Wirths (Nummer 9 in Deutschland) dürfte der PSC kaum zu bezwingen sein. Bleibt der Rekordmeister Tabellenerster, scheint es im Halbfinale der DM-Endrunde (Ende Mai) erneut auf das Duell mit Dauerrivale Worms hinauszulaufen. Der ist gestern im Spitzenspiel gegen den Süd-Ersten Stuttgart nicht über ein (gewonnenes) 2:2 hinausgekommen und da die Halbfinalpaarungen in diesem Jahr nicht mehr gelost werden, bekäme es der PSC – Stand jetzt – wie im Vorjahr erneut mit den Pfälzern zu tun.

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