In der Paderborner U 21 geht es in erster Linie um die spielerische Ausbildung »Der Tabellenplatz ist sekundär«

Paderborn (WB). Letzter der Oberliga Westfalen: Auf den ersten Blick kann die U 21 des SC Paderborn mit der Hinrunde gar nicht zufrieden sein. Bei näherer Betrachtung sieht es aber etwas besser aus. Der SC Hassel und der TSV Marl-Hüls haben ihre Teams vom Spielbetrieb abgemeldet und stehen als Absteiger fest.

Von Matthias Reichstein
Semir Saric – hier bei seinem Treffer zur 2:1-Führung gegen die Sportfreunde Siegen, am Ende verlor der SCP II allerdings mit 2:3 – ist mit fünf Toren der erfolgreichste Schütze im Team der U 21. Der offensive Mittelfeldspieler gehört zu den größten Talenten im Kader des Drittliga-Nachwuchses.
Semir Saric – hier bei seinem Treffer zur 2:1-Führung gegen die Sportfreunde Siegen, am Ende verlor der SCP II allerdings mit 2:3 – ist mit fünf Toren der erfolgreichste Schütze im Team der U 21. Der offensive Mittelfeldspieler gehört zu den größten Talenten im Kader des Drittliga-Nachwuchses. Foto: Elmar Neumann

Damit könnte sich der Paderborner Abstiegskampf erübrigt haben. Denn nur für den Fall, dass in der Regionalliga mehr als zwei westfälische Teams das Klassenziel verfehlen (wonach es aktuell nicht aussieht), gibt es in der Oberliga mehr als zwei Absteiger.

»Der Tabellenplatz ist sekundär. Mit Rang 16 können wir nicht zufrieden sein, aber es geht in erster Linie um die Ausbildung. Unser Nachwuchs soll auf möglichst hohem Niveau Woche für Woche unter Wettkampfbedingungen viel Spielpraxis bekommen. Nur das ist wichtig«, sagt Manager Markus Krösche. Christoph Müller, Leiter des Leistungszentrums, ergänzt: »Wir haben mit Michél Kniat einen jungen Trainer verpflichtet und im Sommer sehr kurzfristig eine nochmals verjüngte Mannschaft zusammengestellt. Das braucht Zeit.«

Zu Beginn der Saison ließ das Team noch viele Punkte unnötig liegen und verspielte teilweise leichtfertig wichtige Zähler gegen Siegen (2:3), Schalke (2.2), Dortmund (3:4), Ennepetal (0:1) oder Sprockhövel (2:2). »Da waren wir in vielen Situationen noch zu grün«, sagt Krösche und schiebt nach: »Das ist nicht dramatisch. So etwas gehört zu einer Entwicklung einfach dazu.« Und die ging zumindest in die richtige Richtung: Im letzten Spiel des Jahres gelang sogar ein 6:0-Erfolg beim FC Brünninghausen. Das ist vier Wochen her, danach fielen alle SCP-Spiele aus. Entsprechend ambitioniert ist das Programm im neuen Jahr mit 17 Spieltagen. Müller zieht dieses Fazit: »Die Ergebnisse kamen nur schleppend, hier war viel Geduld gefordert.«

Kader wird nicht verstärkt

Ron Schallenberg, Janik Steringer, Dardan Karimani, Fatih Ufuk oder Semir Saric – diese Spieler und noch einige andere haben in ihrer Reifezeit mehrere Schritte nach vorne gemacht. Das gilt aber nur sehr eingeschränkt für Jahir Memaj und Tim Mannek. Memaj kommt auf zu wenig Einsatzzeiten, er wird den SCP deshalb im Winter wohl in Richtung KSV Baunatal (Hessenliga) verlassen. Mannek, mit Profi-Ambitionen in die Serie gegangen, spielt in den Überlegungen von Chefcoach Steffen Baumgart keine Rolle. Er soll sich nach WV-Informationen mit dem Regionalligisten SV Rödinghausen einig sein.

Bestätigen wollte die Transfers noch niemand, der SCP-Kader wird aber trotzdem nicht verstärkt. Auch nicht mit Blick auf die Regionalliga. Langfristige Pläne in diese Richtung erteilt Krösche ohnehin eine Absage: »Die Kosten wären viel zu hoch. Preis und Leistung passen dort nicht, dieser hohe Aufwand macht keinen Sinn.« Völlig unabhängig davon, ob die Profis im Sommer den Zweitligaaufstieg schaffen, hat der 37-Jährige mit der U 21 dieses Ziel: »Unsere Mannschaft muss sich so etablieren, dass sie mit dem Abstiegskampf nichts zu tun hat.«

Diesen Weg will er gerne mit Kniat weitergehen. Akribisch, engagiert und einer, der viel hinterfragt – so hat der Ex-Profi den Trainer erlebt, und genau darauf kommt es in dem Bereich auch an.

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