Elsener Schützen zittern sich zur Endrunden-Teilnahme in Paderborn Wie in einer Achterbahn

Elsen (WB/mq). Das war nichts für schwache Nerven. Der Schießsportverein St. Hubertus Elsen sichert sich im letzten Saisonwettkampf das Ticket für das »Finale daheim« im Sportzentrum Maspernplatz. Bis es soweit war, mussten das Team und die Fans eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchleben.

Durchatmen: Die Elsener Schützen freuen sich über das Finalticket.
Durchatmen: Die Elsener Schützen freuen sich über das Finalticket. Foto: Markus Quickstern

Es ging gleich bescheiden los, als die Info eines grippalen Infektes von Olympiateilnehmer Julian Justus kam. »Damit war an einen Start im ersten Duell gegen Mengshausen nicht zu denken«, sagte Elsens Sportleiter Dirk Hanselle. Andreas Tasche kam neu ins Team.

Das Elsener Quintett fand aber zu keinem Zeitpunkt des Wettkampfes zu seinem gewohnten Leistungsniveau. Peter Hellenbrand, Denise Palberg, Amelie Kleinmanns, Nadine Schüller und Andreas Tasche verloren mit 1:4 gegen die Nordhessen. Nur Hellenbrand konnte sich im Stechschuss gegen Jaqueline Orth durchsetzen.

Olympiateilnehmer Justus liefert ein Meisterwerk ab

Nach dieser Niederlage gegen einen direkten Finalkonkurrenten musste unbedingt ein Sieg gegen Wissen her. Nach einem Telefonat am Abend signalisierte Julian Justus, dass er sich doch noch auf den Weg nach Nordstemmen machen will. Als Fahrer fungierte sein jüngerer Bruder. Da Peter Hellenbrand wegen einer Familienfeier nicht zur Verfügung stand, konnte Elsen so wenigstens mit etwas Hoffnung in die alles entscheidende Partie gegen Wissen gehen.

Die mitgereisten Fans und den Trainern wurde aber auch in diesem Duell nervlich alles abverlangt. Lange sah es nach einem Sieg für Wissen aus. Das Duell an Position eins zwischen Denise Palberg und der serbischen Nationalkaderschützin Sanja Vukasinovic war früh zu Gunsten von Wissen entschieden.

An Position zwei lieferte der immer noch arg geschwächte Julian Justus ein Meisterwerk seines Könnens ab. Mit sehr starken 398 zu 393 Ringen konnte er sein Match gegen Nicole Juchen klar gewinnen. Der erste von drei notwendigen Einzelpunkten war für Elsen gewonnen.

An Position vier lieferten sich Amelie Kleinmann und Kevin Zimmermann ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kleinmanns lag zeitweise um drei Neuner hinter Zimmermann. Als der Einzelpunkt eigentlich schon weg war, stellte Elsens Nummer vier ihre Taktik um. »Sollte ich noch eine Chance auf den Sieg haben, musste ich vor meinem Gegner den Wettkampf abgeschlossen haben«, sagte Kleinmanns in ihrer Wettkampfanalyse. Dieses Unterfangen war tatsächlich der Schlüssel zum Erfolg. Sie schoss 16 Zehner am Stück und beendete mit einer perfekten 100er-Serie ihr Duell. Ihr Gegner Kevin Zimmermann konnte da nicht gegenhalten. So ging der zweite Einzelpunkt an Elsen.

Nach Schüllers 10,9 kennt der Jubel keine Grenzen

Als Nadine Schüller kurz nach 12 Uhr mit einer 10,9 ihren Vergleich mit Sarah Roth um einen Ring gewonnen hatte, kannte der Jubel keine Grenzen. »Ich habe mir unheimlich viel Zeit gelassen bei diesem letzten Schuss. Es hätte auch eine Sieben sein können«, sagte eine überglückliche Schüller nach dem alles entscheidenden dritten Einzelpunkt für Elsen. Sie gewann mit 397 zu 396 Ringen. Dass an Position fünf Dirk Steinicke im Stechschuss sein Duell gegen Florian Seelbach verlor, war damit nur noch Ergebniskosmetik.

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Das wird kein Selbstläufer

Markus Quickstern

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Das Finalticket hat der Schießsportverein Elsen so als Ausrichter des Bundesligafinals auch sportlich gelöst. Neben dem Organisatorischen kann nun auch auf sportlicher Ebene weiter an einer erfolgreichen Titelverteidigung gearbeitet werden. »Das wird allerdings kein Selbstläufer«, weiß der Elsener Vorsitzende Markus Quickstern: »Wir schießen als Tabellenvierter gegen den Südersten Prittlbach, der die gesamte Saison über Top-Leistungen abgeliefert hat.« Aber wie in all den Jahren zuvor gilt erneut: Alle acht qualifizierten Mannschaften fangen bei Null an und haben die Chance, den Titel zu gewinnen.

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