Raiders und Revolutions vertreten Paderborn in den Paintball-Ligen Eine kognitive Herausforderung

Paderborn (WB). Paintball hat hierzulande einen schlechten Ruf: Wer in Deutschland an Paintball denkt, der denkt schnell an junge Männer, die ihr Übermaß an Aggression loswerden müssen, oder die einfach mal Lust haben, mit Farbkugeln ein wenig Krieg zu spielen – nicht aber an einen Mannschaftssport.

Von Timo Schäfers
Los geht’s mit dem Breakout, die spektakuläre Startphase beim Paintball-Duell.
Los geht’s mit dem Breakout, die spektakuläre Startphase beim Paintball-Duell. Foto: Raiders

Dabei ist Paintball in Deutschland im Kommen, im vergangenen Jahrzehnt sind mehr als 100 Anlagen im ganzen Land entstanden. Der Trend kommt aus den USA, wo Paintball von mehr als 14 Millionen Menschen gespielt wird. Alexander Schönbach der Raiders Paderborn, einer Paintball-Mannschaft, die in der 3. Bundesliga aktiv ist, erklärt den Reiz des Funsports: »Paintball ist ein Sport, in dem taktisches Geschick, Kommunikation und Schnelligkeit gefragt sind. Die kognitiven Ansprüche sind sehr hoch. Außerdem führen die Spiele zu einer enormen Ausschüttung von Adrenalin und Endorphinen.« Den Kritikern erklärt Schönbach folgendes: »Das Schießen steht nicht im Vordergrund, sondern vielmehr der Zusammenhalt des Teams, der einen zum Erfolg bringt. Es geht nicht um blindes Herumballern, sondern um Präzision und Taktik.«

Es geht um Präzision und Taktik

Ziel eines Paintballspiels ist es, eine Fahne, die sich in der Regel am gegnerischen Startpunkt befindet, in die eigene Startzone zu bringen. Dazu treten zwei Mannschaften, die sich aus drei, fünf oder sieben Spielern zusammensetzen, auf einem mit Hindernissen versehenen Spielfeld gegeneinander an. Wer, wie es in der Paintballer-Sprache heißt, »markiert« wurde, also von einer der Farbkugeln getroffen wurde, scheidet sofort aus. Die Spieldauer ist in der Regel auf fünf bis zehn Minuten beschränkt.

Wie bereits erwähnt gibt es mit den Raiders Paderborn eine Mannschaft, die es in der sogenannten x5-Serie, also einem Spielformat, bei dem die Teams aus jeweils fünf Spielern bestehen, schon bis in die dritthöchste Liga geschafft hat. Die Raiders, die auch auf Facebook (Raiders Paderborn) zu finden sind, stellen zudem Teams in der Verbands- und der Bezirksliga. Neben den Raiders gibt es an der Pader noch einen Verein, nämlich die Revolutions, die ebenfalls in der Verbandsliga spielen.

Die Teilnahme am Spielbetrieb finanzieren die Spieler größtenteils aus eigener Tasche. »Man kann Paintball durchaus als teures Hobby bezeichnen. Allein die Teilnahme an der Bundesliga kostet pro Mannschaft 1800 Euro, dazu braucht noch jeder Spieler eine Ausrüstung, die ebenfalls kostspielig ist. Allerdings wäre beispielsweise Motorradfahren auch teuer, von daher ist das kein Problem«, meint Schönbach. Problematisch sind aber die Trainingsbedingungen. Während die Revolutions im Paderborner »Splash Park« trainieren, müssen die Raiders nach Bielefeld ausweichen.

Sicherheit wird besonders groß geschrieben

Egal wo gespielt wird: Sicherheit wird besonders groß geschrieben. So dürfen Spieler das Spielfeld nur mit einer speziellen Schutzmaske und entsprechend schützender Kleidung betreten. Laut amerikanischen Studien ist Paintball mit 0,3 Verletzungen pro 1000 Personen im Jahr eine der sichersten Sportarten weltweit. Ein Treffer kann zwar im ersten Moment ein wenig wehtun, allerdings entwickelt sich daraus meist nicht mehr als ein blauer Fleck.

Schönbach hofft, dass sich in nächster Zeit noch mehr Leute für die vor allem bei jungen Menschen beliebte Teamsportart begeistern können und hat einen besonderen Wunsch: »Zum einen kann ich jedem nur empfehlen, Paintball mal auszuprobieren, da es wirklich eine Menge Spaß macht. Zum anderen hoffe ich, dass wir in nächster Zeit auch eine Frau bei uns begrüßen können.«

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