Squash: Die an Nummer eins gesetzte Belgierin Gilis gewinnt die 3. Paderborn Open Favoritin stoppt Wunderkind

Paderborn (WB). Wenn eine 20-Jährige an ihre 15-jährige Finalgegnerin folgende Worte richtet, ist das äußerst bemerkenswert. »Du bist so jung und so talentiert. Du wirst eine der besten Squash-Spielerinnen der Welt«, sagte Nele Gilis zu Nada Abbas.

Von Matthias Wippermann
Nele Gilis holt zum Schlag aus. Die 20-jährige Belgierin setzt sich im Finale mit 3;0 gegen Nada Abbas (15) aus Ägypten durch und gewinnt die 3. Paderborn Open, das Damen-Weltranglistenturnier des Paderborner Squash Club.
Nele Gilis holt zum Schlag aus. Die 20-jährige Belgierin setzt sich im Finale mit 3;0 gegen Nada Abbas (15) aus Ägypten durch und gewinnt die 3. Paderborn Open, das Damen-Weltranglistenturnier des Paderborner Squash Club. Foto: Matthias Wippermann

Mit einem glatten 3:0-Erfolg (11:2, 11:2, 11:9) war das Endspiel der Paderborn Open eine klare Angelegenheit, der Respekt der favorisierten Siegerin Gilis vor ihrer Kontrahentin dennoch sehr groß. Die Belgierin weiß, dass der fünf Jahre jüngeren Abbas, die als »Wunderkind« ihrer Sportart bezeichnet wird, eine große Zukunft bevorsteht. Gilis (von PSC-Headcoach Ronny Vlassaks trainiert) ist gerade dabei, selbst den entscheidenden Schritt unter die Elite-Spielerinnen zu tätigen.

In Paderborn kam die Topgesetzte mit ihrem zweiten Sieg bei einem Weltranglistenturnier diesem Ziel ein Stück näher. »Ich bin sehr glücklich über meine Leistung im Finale. Es war nicht einfach, denn ich wusste, dass mich Nada unter Druck setzen kann, wenn ich ihr einfache Schläge ermögliche«, sagte Gilis, die in der Weltrangliste auf Platz 47 geführt wird. Wohin es noch gehen soll, ist für die Belgierin klar, der Zeitplan steht auch schon fest. »Im nächsten Jahr möchte ich in die Top 30 und dann Schritt für Schritt vorrücken. Mein ultimatives Ziel ist es, die beste Squashspielerin der Welt zu sein.«

Abbas gelassen

Abbas demonstrierte im Turnierverlauf ihr Potenzial und bestätigte eindrucksvoll die Stärke junger ägyptischer Spielerinnen. Die Weltranglisten-77. war an Nummer fünf gesetzt, und zog mit einem 3:1-Halbfinalsieg gegen die an Nummer zwei gesetzte Französin Cyrielle Peltier (WRL 60) ins Endspiel ein.

Dass sie in diesem chancenlos war, nahm die 15-Jährige gelassen. »Ich konnte gegen Nele nicht viel ausrichten, sie hat sehr stark gespielt. Im dritten Satz hatte ich nichts mehr zu verlieren und habe bessere Schläge platziert«, sagte sie. Auch die Ägypterin hat eine klare Vorstellung, wie es für sie weitergeht. »Ende dieses Jahres möchte ich in den Top 50 stehen und 2017 die Junioren-Weltmeisterschaften gewinnen.« Bei ihrem Alter stellt sich natürlich die Frage, was danach noch kommen soll. »In zwei, drei Jahren will ich die Top Ten erreichen«, entgegnete sie lächelnd.

Talentschmiede

Die Paderborn Open dürfen getrost als Talentschmiede bezeichnet werden. Habiba Mohamed Ahmed Alymohmed (Ägypten) gewann 2014 die erste Auflage – mit 15 Jahren und als 44. der Weltrangliste – inzwischen ist sie auf Platz 35 vorgerückt. Olivia Blatchford (USA) belegte bei ihrem Sieg im vergangenen Jahr Platz 37, inzwischen steht sie auf Position 27.

In der Herren-Weltrangliste ist Paderborns Squasher Simon Rösner Neunter. Damit er weiter fleißig Punkte sammeln kann, hat der 28-Jährige einen neuen Hauptsponsor – die Firma DRS (Dellen Reparatur Service Hagelschaden GmbH). »Wir sind ein weltweit spezialisierter Dienstleister für die Reparatur hagelbeschädigter Fahrzeuge«, erklärt Martin Jäger. Er ist mit Danny Ralf Steputis Geschäftsführer – beide sind wie Rösner leidenschaftliche Squasher.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.