3. Paderborn Open: Headcoach Ronny Vlassaks passt zum Paderborner SC Der Rod Stewart des Squash

Paderborn (WV). Wo auch immer Ronny Vlassaks auftaucht, stets wird seine Ähnlichkeit mit einem bekannten Sänger erwähnt. »Wenn ich durch die Paderborner Stadt gehe, fällt fünf Meter hinter mir der Name Rod Stewart«, sagt der Squashtrainer aus Belgien, der seit Sommer 2015 Headcoach des Paderborner SC ist.

Von Matthias Wippermann
Squashtrainer Ronny Vlassaks aus Belgien mit Nele Gilis (links) und Tinne Gilis. Die belgischen Squash-Schwestern nehmen derzeit an den 3. Paderborn Open teil. Vlassaks ist seit Sommer 2015 Headcoach des Paderborner SC.
Squashtrainer Ronny Vlassaks aus Belgien mit Nele Gilis (links) und Tinne Gilis. Die belgischen Squash-Schwestern nehmen derzeit an den 3. Paderborn Open teil. Vlassaks ist seit Sommer 2015 Headcoach des Paderborner SC. Foto: Matthias Wippermann

Derzeit ist der 51-Jährige im Rahmen der 3. Paderborn Open in der Domstadt. Beim Damen-Weltranglistenturnier coacht er die belgischen Squash-Schwestern Nele und Tinne Gilis, die sich am Freitag im Viertelfinale im direkten Duell gegenüberstanden – mit dem besseren Ende für die an Position eins gesetzte Nele Gilis. Außerdem betreute er Lokalmatadorin Sina Wall, die sich schon im Achtelfinale verabschieden musste.

Vom Radprofi zum Squashtrainer

Bevor Vlassaks seine Leidenschaft zum Squash entdeckte, war er Radfahrer und gewann als Profi den niederländischen Klassiker Veenendaal-Veenendaal und ein Straßenrennen in Rummen. Bei den Etappenrennen Andalusien-Rundfahrt (Rang drei) und Mittelmeer-Tour (Rang zwei) gelangen ihm Tages-Podiumsplätze. »Allerdings war man als Profi-Radfahrer in einer gewissen Mafia-Welt und ich wollte mit Doping nichts zu tun haben. Daher entschloss ich mich, mit 26 Jahren aufzuhören«, berichtet der Belgier, der danach in den Niederlanden ein Squash-Center zu eröffnete.

»Ich habe mit diesem Sport vorher nichts zu tun gehabt. Aber es klappte von Anfang an sehr gut und ich begann eine dreijährige Trainerausbildung, während der ich immer wieder zu Lehrgängen nach England musste«, blickt Vlassaks zurück. Erstmals für einen Verband tätig war er als Junioren-Nationaltrainer der Niederlande, mittlerweile ist er auch Coach der belgischen Junioren und Senioren.

Seine Haupt-Tätigkeiten sind allerdings Cheftrainer des Niederländischen Verbandes (32 Stunden die Woche) und Headcoach beim Paderborner SC. Dafür ist er von Mittwoch bis Freitag wöchentlich drei Tage vor Ort. »Paderborn ist in der Squashszene bekannt als bester Verein der Welt. Irgendwie passen wir zusammen, ich mag es, wenn alles strukturiert ist«, sagt Vlassaks über den PSC. Wenn man Manager Norman Farthing hört, ahnt man, warum Verein und Trainer so gut harmonieren. »Ronny ist ein Organisationstalent und super strukturiert. Er ist einer der höchstqualifiziertesten Squashtrainer Europas.« Anfangs war Farthing skeptisch, ob er den umtriebigen Belgier überhaupt nach Paderborn lotsen kann. »Ich kenne Ronny schon 15 Jahre und habe ihn immer wieder genervt. Zuletzt habe ich gedacht, dass ich sowieso keine Chance mehr habe.« Doch der Umworbene lässt durchblicken, warum ihn Farthing doch noch locken konnte. »Normans Enthusiasmus steckt an, auch mich.«

Vlassaks passt zum Paderborner Squash Club

Genauso enthusiastisch ist Vlassaks bei seiner Arbeit als PSC-Cheftrainer. »Das ist eine Herausforderung für mich. Ein Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsarbeit. Ich möchte die Spieler besser machen und bin dabei, ein neues Konzept für die kommende Saison zu erstellen, denn Stillstand ist gefährlich«, sagt der Coach, der in der belgischen Gemeinde Bocholt an der holländischen Grenze wohnt und perfekt Deutsch spricht. Von Paderborn und den Leuten ist er begeistert. »Alle sind hier sehr nett und interessiert. Im Dezember hatte ich einen Termin bei Bürgermeister Michael Dreier. Er wusste viel über Squash und den PSC«, berichtet Vlassaks.

Da stört es nicht weiter, wenn er auch hier für Rod Stewart gehalten wird. Bei der Ähnlichkeit drängt sich die Frage auf, ob er denn auch dessen Songs hört. »Ich mag seine Musik, aber ich bin kein Fan«, entgegnet Vlassaks. Er bleibt lieber ein Fan seiner Sportart – Squash.

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