Paderborn Open: Annika Wiese konzentriert sich nach dem Quali-Aus auf ihre Arbeit in der Turnierorganisation Muss sich Farthing Sorgen machen?

Paderborn (WB). Für die Squasherinnen, die schon in der Qualifikationsrunde der 3. Paderborn Open die Segel streichen mussten, ist das bundesweit einzige Weltranglistenturnier dieser Sportart beendet. Wirklich für alle? Nein, es gibt eine Ausnahme und die heißt Annika Wiese.

Von Elmar Neumann
Die Arbeit im Court ist für Annika Wiese beendet. Sie musste sich im Quali-Finale mit 2:3 geschlagen geben. Die Paderborn Open sind für die 22-Jährige aber noch lange nicht vorbei, denn sie ist entscheidender Bestandteil der Turnierorganisation.
Die Arbeit im Court ist für Annika Wiese beendet. Sie musste sich im Quali-Finale mit 2:3 geschlagen geben. Die Paderborn Open sind für die 22-Jährige aber noch lange nicht vorbei, denn sie ist entscheidender Bestandteil der Turnierorganisation. Foto: Jörn Hannemann

Die 22-Jährige verpasste zwar den Einzug in das Hauptfeld, bleibt der Veranstaltung aber noch bis zum letzten Ballwechsel erhalten. Wiese ist nämlich die rechte Hand von Organisator Norman Farthing.

Bis zum vergangenen Wochenende war für sie bei diesem 5000-Dollar-Event ohnehin nur eine Rolle ohne Schläger angedacht. Im Verlauf ihres Bachelor-Studiums der angewandten Sportwissenschaften galt es noch ein sechswöchiges Pflichtpraktikum zu absolvieren und was lag da näher, als das im Paderborner Squash Club zu tun, für den sie seit 14 Jahren höchst erfolgreich spielt. »Da ich später sowieso im Bereich Sportmanagement und Sportmarketing arbeiten möchte, hat sich das Praktikum rund um dieses Turnier angeboten und ich bin froh, dass mir der Verein diese tolle Möglichkeit eröffnet hat«, sagt Wiese.

Die kümmerte sich im Vorlauf in enger Abstimmung mit PSC-Geschäftsführer Norman Farthing um nahezu alles, was einem an organisatorischen Aufgaben einfällt – von der Präsenz in den Sozialen Medien, über den Fahrdienst für die Teilnehmerinnen, bis hin zu Programmheft und Spielplan. »Das macht einfach total viel Spaß, da mir Norman auch jede Menge Verantwortung überträgt«, sagt Wiese. Die schreibt im Sommer ihre Bachelorarbeit und lässt dann ein Masterstudium Sportmanagement und Sportmarketing folgen. Was genau sie mit dieser Ausbildung einmal machen will, weiß sie noch nicht, eine mit einem Augenzwinkern angedeutete Idee gibt es aber schon: »Vielleicht nehme ich ja irgendwann Normans Platz ein.«

Bis sich der 69-Jährige Sorgen um seinen Job machen muss, will die Nationalspielerin aber vor allem ihren Gegnerinnen Sorgen bereiten. Das gelang ihr in den zwei Quali-Runden im Ahorn-Squash fünf Sätze lang sehr gut. Nur weil am Samstag eine überraschende Absage eingetroffen war, war überhaupt ein Platz in diesem Feld frei geworden und diese Gelegenheit wollte die Lokalmatadorin nicht ungenutzt lassen. Im April 2014 die Nummer 132 in der Welt, hat Wiese ihre internationalen Ambitionen – abgesehen von den Einsätzen im Nationalteam – zwar den beruflichen Zielen untergeordnet, aber an Motivation mangelt es nie. Das bekam im ersten Spiel Tereza Svobodova zu spüren, die der Nummer vier der deutschen Rangliste deutlich mit 0:3 unterlag.

Zur Ehrenrettung der chancenlosen Tschechin muss jedoch erwähnt werden, dass diese bei der Anreise am Dienstag in Begleitung ihrer Landsfrau Eva Fertekova in einen Unfall verwickelt war. Die beiden hatten 60 Kilometer von Paderborn entfernt gleich zweimal großes Glück. Erst demolierte ein geplatzter LKW-Reifen die Beifahrerseite ihres neuen Wagens, dann konnte ein hinter ihnen fahrendes Auto nicht mehr bremsen und sorgte dafür, dass keinerlei körperlicher, aber ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe entstand.

Wiese ließ dem klaren Sieg gegen Svobodova zwei starke Sätze gegen die 18-jährige Neuseeländerin Ellie Epke folgen, doch nach dem 11:9 und 11:9 wollte nicht mehr viel gelingen und letztlich ging die Begegnung noch mit 7:11, 7:11 und 1:11 verloren. »Nach einer 2:0-Führung ist das natürlich schade, aber dafür kann ich mich jetzt wieder auf das Organisatorische konzentrieren«, nahm sie das Ende der Doppelbelastung angemessen gelassen zur Kenntnis.

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