Rad-Bundesliga der Junioren in Herbram: Dorian Lübbers wird beim Heimrennen Sechster 100 Meter zu viel

Herbram (WV). Markus Lübbers hatte es geahnt: »Ich wollte das Ziel 100 Meter  vorverlegen«, ruft der Organisator scherzend nach dem Rennen der Junioren-Rad-Bundesliga in Herbram. Sein Sohn hätte sich gefreut: Dorian Lübbers schrammt am Treppchen vorbei und wird Sechster.

Von Frederik Voss
Der Kampf um Platz drei: Im Zielsprint landet der Herbramer Dorian Lübbers (Zweiter von rechts) beim Junioren-Bundesligarennen in seinem Heimatort am Ende hinter (von links) Max Kanter, Richard Banusch und Frederik Einhaus auf Rang sechs.
Der Kampf um Platz drei: Im Zielsprint landet der Herbramer Dorian Lübbers (Zweiter von rechts) beim Junioren-Bundesligarennen in seinem Heimatort am Ende hinter (von links) Max Kanter, Richard Banusch und Frederik Einhaus auf Rang sechs. Foto: Frederik Voss

Der letzte Berg sollte wieder Lübbers’ Helfer werden: 14 Mal kämpften sich die 96 Starter über die Acht-Kilometer-Schleife durch Herbram, Asseln und Iggenhausen. 63 kamen ins Ziel – und das bei einem wahnsinnigen Durchschnittstempo von über 41 Kilometer in der Stunde. Am letzten Anstieg hinter Iggenhausen hatte sich der 18-Jährige vor einem Jahr abgesetzt und sich auf der selben Strecke in seinem Heimatort zum Landesmeister gekrönt.

Kanter und Lübbers attackieren Spitze

In diesem Jahr ging es um Bundesligapunkte. Gemeinsam mit Max Kanter, Zweiter der Bundesliga-Gesamtwertung, attackierte Lübbers am selben Anstieg, um die führenden Martin Salmon und Johannes Adamietz noch zu erreichen. »Als sich Martin zwei Runden vor Schluss gelöst hat, hatte ich Krämpfe und konnte nicht mitgehen«, sagte Lübbers.

Für ganz vorne reichte es nicht  – Salmon entschied den Zielsprint für sich – aber ein Platz auf dem Treppchen war für den Herbramer drin. Doch die Zielposition wurde dem Lokalmatadoren zum Verhängnis: Die Linie war in diesem Jahr 100 Meter weiter hinten als noch im Vorjahr. Im Sprint hatte Lübbers gegen Max Kanter, Richard Banusch, Führender in der Bundesliga, und den Deutschen Meister Frederik Einhaus das Nachsehen. »Der Berg liegt mir in jedem Fall besser«, gab Dorian Lübbers auch ohne Umschweife zu.

Das sah auch der Bundestrainer. »Dorians Schwäche ist der Endkampf«, urteilte Wolfgang Ruser. Er schaute sich seine Schützlinge in Herbram genau an. Die WM steht an. Im September geht es in Richmond (USA) auf der Straße um Gold, Silber und Bronze. Lübbers will dabei sein. Entsprechend war der Druck im Heimatort gleich doppelt groß.

Dorian hofft auf Nationalkader-Lehrgang

»Ich hoffe, dass ich zum Nationalkader-Lehrgang in zwei Wochen im Schwarzwald eingeladen werde. Der Bundestrainer meinte, ich solle mich noch mal präsentieren.« Das tat das Nachwuchs-Ass mit dem sechsten Platz zweifelsfrei. Noch muss er sich aber gedulden. »Es kann nicht jeder dabei sein, aber Dorian gehört zum erweiterten Kader. Wir werden die Ergebnisse jetzt auswerten«, erklärte Ruser. Für Lübbers wäre es der fünfte Einsatz im weißen Trikot mit den schwarz-rot-goldenen Streifen in 2015. Auch beim Klassiker Paris-Roubaix saß er für Deutschland auf dem Rad.

Ob WM oder nicht – kommende Saison wechselt der 18-jährige Lübbers in jedem Fall in die U23-Altersklasse. »Da muss ich erstmal Erfahrung sammeln«, sagte er. Wie viel Erfahrung der Schüler, der im nächsten Jahr sein Abitur macht, dann sammeln darf, hängt auch vom neuen Team ab. Fahren will Lübbers für ein KT-Team. Darüber liegen nur noch zwei Stufen bis zu den ganz großen Rennen.

In der U19-Bundesliga in seinem Heimatort wird der Herbramer im kommenden Jahr also keinesfalls starten. Geht es aber nach Günter Schabel, Vizepräsident des Bund Deutscher Radfahrer (BDR), macht der Tross wieder in der Stadt Lichtenau halt. »Das Rennen auf dieser sehr anspruchsvollen Strecke war toll organisiert. Wir würden gern wiederkommen«, sagte Schabel. Es liegt also an den Herbramern um Markus Lübbers und an den Radsportlern der RG Paderborn, ob die Bundesliga wieder ins Paderborner Land kommt.

Freuen würden sich sicher auch die Grundschüler, die ebenfalls kurz mit ihren Fahrrädern auf die Strecke durften. Dorian Lübbers fuhr als Mentor vorweg und kam als Erster ins Ziel. Diese zusätzlichen paar 100 Meter machten ihm dann auch nichts mehr aus.

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