Baskets-Talent vor zweitem Saisoneinsatz  Kamp weiß, was läuft

Paderborn (WV). Oft ist es eine Nachverpflichtung, die Hoffnung auf den zweiten Saisonteil macht. Bei den Finke Baskets ist es ein lange verletzter Rückkehrer. Lars Kamp steht nach seinem Saisondebüt in Jena an diesem Sonntag (16 Uhr) in Leverkusen vor seinem zweiten Einsatz.

Von Matthias Wippermann
Entschlossen zum Korb: So wie in dieser Szene möchte Youngster Lars Kamp nach langer Verletzungspause dem Spiel der Finke Baskets viel Energie geben.
Entschlossen zum Korb: So wie in dieser Szene möchte Youngster Lars Kamp nach langer Verletzungspause dem Spiel der Finke Baskets viel Energie geben.

Viel mehr Spiele hätten es sein sollen. Vor der Saison verdeutlichte der vorherige Co-Trainer und neue Headcoach Uli Naechster seinem Talent, dass er auf ihn setzt. »Uli sagte mir, dass ich angreifen soll«, blickt Kamp zurück. Doch dazu kam es nicht. Sehnenprobleme im linken Fuß machten ihm von Saisonbeginn an zu schaffen. Als er Mitte November eigentlich sein Comeback feiern sollte, knickte er im Training mit dem rechten Fuß um. So dauerte es bis zum vergangenen Sonntag, ehe der 18-Jährige bei der 74:79-Niederlage in Jena erstmals in dieser Saison zum Einsatz kam, 13:54 Minuten spielte, neun Punkte erzielte und dabei drei von seinen vier Dreierwürfen verwandelte. »Sein Start war sensationell. Wir wissen aber auch, dass es nicht immer so läuft und geben ihm genügend Zeit, zurückzukommen«, sagt Naechster, der auf die Frage einer bis Ende Januar noch möglichen Nachverpflichtung auf Kamp deutet und grinsend meint: »Wir haben doch eine.«

Der Vorteil von Kamp gegenüber einem neuen Spieler liegt auf der Hand und war in Jena schon zu sehen: »Lars kam aufs Feld und wusste, was läuft. Er kennt unsere Spielweise und kommt nicht als Fremdkörper«, meint der Coach. Kamp selbst hat auch in seiner Verletzungspause immer dafür gesorgt, dass er nahe am Team ist. »Ich habe so oft wie möglich versucht, beim Training vorbeizuschauen. Außerdem war ich bei vielen Auswärtsspielen mit«, sagt der Guard, der sich lange mit Physiotherapie und Krafttraining herumplagen musste. »Natürlich will man so schnell wie möglich aufs Feld, aber man muss geduldig sein. Da gab es zwischenzeitig auch mal ein Tief, aber das habe ich gut gemeistert«, blickt Kamp auf die Leidenszeit zurück.

Jetzt sollen wieder die schönen Momente auf dem Feld überwiegen und Kamp weiß auch, wie er den Baskets so schnell wie möglich wieder helfen kann: »Ich möchte mit Luis Figge viel Energie von der Bank bringen, gut verteidigen und in der Offensive Würfe nehmen und treffen.« Auch Naechster weiß, wie wichtig das Comeback des Youngsters ist: »Wir haben jetzt einen Spieler mehr in der Rotation. So können wir die Aufgaben besser verteilen, vor allem in der Defensive.«

Für diesen Sonntag steht in Leverkusen somit der komplette Kader zur Verfügung. Paul Albrecht war zwar im Wochenverlauf krank, dürfte aber spielen können. Moritz Hübner kommt im NBBL-Team der Baskets zum Einsatz. Leverkusen hat dagegen mit Personalproblemen zu kämpfen, Kapitän Matthias Goddek (Innenbandriss) und Shooting-Guard Marc Sonnen (Fersenbeinprellung) fallen aus. Vor allem Sonnen machte Paderborn im Hinspiel bei der 79:90-Niederlage mit 33 Punkten ordentlich zu schaffen. »Das war eine nicht akzeptable Leistung von uns. Wir haben etwas gutzumachen«, stellt Naechster klar. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie befreiend eine Wiedergutmachung wäre. Paderborn hat als Fünftletzter zwölf Zähler, Leverkusen als Drittletzter zehn, auf den Abstiegsplätzen stehen Ehingen und Cuxhaven mit je sechs. Vielleicht kehrt Hoffnungsträger Kamp genau zur richtigen Zeit zurück.

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