27. Volksbank-Padercup: Münster gewinnt erstmals, auch der Gastgeber überzeugt Mit Köse ins Halbfinale

Paderborn (WV). Prima Preußen-Premiere beim 27. Volksbank-Padercup des SC Paderborn. Münster besiegt in einem rein westfälischen Finale Borussia Dortmund mit 2:1 und holt sich zum ersten Mal den Pokal. Doch auch der Gastgeber darf sehr zufrieden sein. Der SCP erreicht nach 2013 wieder das Halbfinale und wird Vierter.

Von Peter Klute
Erst krank, dann treffsicher: Paderborns Özgür Köse schießt sein Team mit fünf Toren am zweiten Tag ins Halbfinale.
Erst krank, dann treffsicher: Paderborns Özgür Köse schießt sein Team mit fünf Toren am zweiten Tag ins Halbfinale. Foto: Besim Mazhiqi

Nach Platz neun im Vorjahr sah es für Paderborn zunächst wieder nicht gut aus. Dabei war die Leistung im Auftaktmatch gegen Schalke 04 in Ordnung. Der SCP hatte die besseren Chancen, doch Tore erzielten beim 3:0 nur die Königsblauen. »Ich bin schon enttäuscht. Wenn wir in Führung gehen oder den Ausgleich machen, steht die Halle Kopf«, sagte Trainer Marco Cirrincione. Er sprach von einem Nackenschlag für seine Jungs, von denen einige sehr nervös gewesen seien, hoffte aber, »dass wir das wegstecken, die Kurve kriegen und gegen Dortmund unser erstes Tor erzielen«. Das gelang bei der 1:2-Niederlage, Punkte gab es aber auch im zweiten Spiel nicht. Der SCP lag nach einem Doppelschlag bereits nach drei Minuten mit 0:2 zurück, bevor Alan Resho verkürzte. Zu mehr reichte es aber nicht mehr, der Druck vor dem zweiten Tag wurde so noch größer.

Als Ausrede wollte Cirrincione es nicht anführen, Fakt war aber, dass sein Team ohne mehrere Leistungsträger auskommen musste. Benjamin Lütkemeier fiel ebenso verletzt aus wie Luca Cazacu, Torjäger Özgür Köse (sieben Saisontreffer) meldete sich am Freitag krank. Auf Kapitän Jahir Memaj verzichtete Cirrincione freiwillig: »Er ist kein Hallenspieler.«

Nach dem verkorksten Samstag musste am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf unbedingt ein Sieg her. Und so kam es auch. Der genesene Köse, Sebastian Woitzyk und Ron Schallenberg trafen zum ersten Dreier (3:1 gegen Fortuna Düsseldorf). Für die Landeshauptstädter war es keine gelungene Padercup-Premiere, nach dem 0:2 gegen Dortmund schieden sie als Letzter ohne Punkt aus. Der SCP schaffte mit einem 2:1 nach 0:1 gegen Mainz 05 (Tore: Kevin Oschinski und wieder Köse) sogar noch den Sprung auf Platz drei.

Dramatisch ging es in der anderen Gruppe zu. Hannover 96 lag im letzten Spiel gegen den Karlsruher SC mit 1:3 und sieben Sekunden vor dem Ende noch mit 2:3 hinten, musste aber gewinnen, um weiterzukommen. Das Unmögliche gelang zum Leidwesen von Arminia Bielefeld. Das Hannoveraner Siegtor zählte, auch wenn die Schlusssirene bereits vor dem Schuss ertönt war. Für 96er Utku Sen war das Turnier aufgrund einer Roten Karte aber beendet. Für Hannover war im Viertelfinale ebenso Schluss wie für Titelverteidiger Mainz und Schalke.

Der SCP dagegen spielte sich in einen Rausch und zog durch einen 4:0-Erfolg gegen den VfL Osnabrück verdient ins Halbfinale ein. Schallenberg und Resho stellten die Weichen per Doppelschlag ganz früh auf Sieg, Woitzyk und Noel Isleyen machten alles klar. Schlüsselspieler aber war Köse mit fünf Treffern und drei Neunmetertoren am zweiten Tag. Im Halbfinale gegen Münster schlug er gleich zweimal zu, auch Dardan Karimani traf, aber am Ende schied der SCP mit 4:7 nach Neunmeterschießen unglücklich aus. Selbiges Schicksal ereilte Paderborn nach 4:0-Führung auch im Spiel um Platz drei gegen Karlsruhe. Cirrincione war dennoch stolz: »Die Jungs haben Großartiges geleistet. Unter Druck so zu reagieren, ist nicht selbstverständlich.« Münster marschierte weiter und das Team von Trainer Henning Timpe ließ sich auch von Dortmund nicht stoppen.

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