2. Volleyball-Bundesliga: DJK Delbrück überzeugt gegen Liga-Krösus trotz 1:3 Den Goliath ins Wanken gebracht

Delbrück  (WB/ma). »Dramatisch und Bombastisch.« Uli Kussin, Trainer des Volleyball-Zweitligisten DJK Delbrück, war nach einer Niederlage wohl selten so positiv gestimmt wie nach dem 1:3 (11:25, 25:20, 16:25, 28:30) zuhause gegen die Helios Grizzlys Giesen.

Ungewohntes Bild: DJK-Zuspieler Johannes Grodde legt für Fabian-Alexander Albrecht auf, der als Mittelblocker aushalf.
Ungewohntes Bild: DJK-Zuspieler Johannes Grodde legt für Fabian-Alexander Albrecht auf, der als Mittelblocker aushalf.

Es war die Endphase des vierten Satzes, die den Trainer so begeisterte. »Natürlich ist die Stimmung aber zwiegespalten. Die Mannschaft ist nach dem großen Kampf enttäuscht, aber ich bin in Anbetracht der Umstände mit unserer Leistung absolut zufrieden. Nur das Happy End in Form eines oder sogar zweier Punkte fehlte«, meinte Kussin kurz nach Ende der mitreißenden Begegnung.

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Nur das Happy-end in Form eines oder zweier Punkte fehlte.

Uli Kussin

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Die Umstände: Giesen ist ein Krösus der 2. Liga. Die Grizzlys haben eine international besetzte Truppe, in der einige ehemalige Erstligaspieler stehen und konnten gegen Delbrück fast doppelt so viele Akteure einsetzen wie die Gastgeber. Nur sechs Feldspieler plus Libero Benjamin Hunke, der auf dieser Position wieder einmal aushelfen musste, standen Kussin zur Verfügung. Zwei (Hunke, Tobias Daniels) davon kamen direkt aus dem Krankenstand aufs Feld, einer (Fabian-Alexander Albrecht) musste wieder einmal auf der für ihn eigentlich ungewohnten Mittelblocker-Position ran. »Während Giesen mal eben viermal wechselt, wenn es eng wird und damit einen Satz entscheidet, mussten die sieben meine Startformation durchspielen«, erklärte Kussin.

Der Kampf: Nach dem deutlich verlorenem ersten Satz, »den wir verschlafen haben und irgendwann laufen ließen«, wie Kussin berichtete, war die DJK im zweiten Satz plötzlich im Spiel. Mit 8:4 lagen die Delbrücker bei der ersten technischen Auszeit vorne. Bis auf sieben Punkte (18:11) wuchs der Vorsprung an. Giesen, das zuvor neun 3:0-Siege aufwies, konnte zwar einmal bis auf vier verkürzen (15:19), doch das 1:1 für die DJK war nur noch Formsache. Im dritten Durchgang legten die Gäste schnell wieder vor (4:1). Beim 13:15 waren die Delbrücker wieder in Schlagweite, mussten anschließend jedoch abreißen lassen und lagen 1:2 zurück.

Erst der vierte Giesener Matchball sitzt

Die Dramatik: Im vierten Satz lieferte der David aus Delbrück dem Goliath aus Giesen eine sportliche Schlacht bis zum unglücklichen Ende. Absolut ausgeglichen verlief der Durchgang. Punkt um Punkt ging es in die Schlussphase. Da hieß es erst 22:21 für Giesen, dann 23:22 für die DJK: Die Halle tobte längst, als Delbrück beim 24:23 Satzball hatte und sich mit dem Tiebreak und einem Punkt hätte belohnen können. Doch wie auch beim zweiten (25:24) vergaben die Gastgeber. Aber auch Giesen konnte den Sack bei drei Matchbällen zunächst nicht zumachen, erst der vierte saß schließlich.

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