Schlechteste Hinrunde des Volleyball-Zweitligisten DJK Delbrück Als Einheit zum Klassenerhalt

Delbrück (WB). So schlecht war die DJK Delbrück noch nie. In ihrer zehnten aufeinander folgenden Zweitliga-Saison hat sie die Hinrunde mit nur zwei Siegen abgeschlossen. Das war zuvor erst einmal der Fall: In der Spielzeit 2014/2015 holte die DJK aber mit sieben Zählern einen Punkt mehr als jetzt. Damals gewann Delbrück in der Rückrunde sechsmal und sicherte sich den Klassenerhalt.

Von Markus Schlotjunker
Trainer Uli Kussin scheint es hier anzuzeigen: »Zwei aus dem Quartett am Tabellenende bleiben drin und dazu gehören wir.« Volleyball-Zweitligist DJK Delbrück steht nach seiner schlechtesten Hinrunde auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Trainer Uli Kussin scheint es hier anzuzeigen: »Zwei aus dem Quartett am Tabellenende bleiben drin und dazu gehören wir.« Volleyball-Zweitligist DJK Delbrück steht nach seiner schlechtesten Hinrunde auf dem vorletzten Tabellenplatz. Foto: Markus Schlotjunker

So soll es nach dem DJK-Vorsitzenden Rudolf Fraune auch jetzt laufen. »Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir in der 2. Liga bleiben und noch mit Erfolgen gegen vermeintlich stärkere Gegner überraschen«, sagt Fraune.

Dass am vergangenen Sonntag im Kellerduell beim Schlusslicht SV Warnemünde, das 3:0 gewann, drei Punkte ganz fest eingeplant waren, gibt Fraune aber auch zu. »Die holen wir uns da zurück, wo niemand mit uns rechnet. Das haben wir in der Vergangenheit oft genug geschafft und das traue ich der Mannschaft auch zu. Ich habe volles Vertrauen in Spieler und Trainer. Mit einer Trainerdiskussion braucht mir erst gar keiner kommen«, erklärt der Vorsitzende. In der Rückserie führe der Weg zu Punkten nur noch über den Kampf bis zur bitteren Neige. Gerade der letzte Biss habe der DJK Delbrück manchmal gefehlt, meint Fraune.

Von bislang zwölf Partien gingen sieben glatt mit 0:3 verloren

Tatsächlich gingen von bislang zwölf Partien sieben glatt mit 0:3 verloren. Eine Marke, die die Delbrücker sonst am Ende einer Saison aufweisen. Selbst 2013/2014, als die DJK sportlich abgestiegen war, aber durch Rückzug anderer Vereine doch drin blieb, verlor sie nur fünfmal 0:3.

»Dass wir viele knappe Sätze am Ende verlieren, hat auch nicht immer mit Pech zu tun. Da haben auch oft unsere eigenen Fehler zum Satzverlust geführt. Natürlich ist es auch vom Kopf her leichter, wenn man eine erfolgreiche Serie spielt, aber viel kann auch über die Einstellung wettgemacht werden. Wobei ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf mache. Wir müssen nur jetzt bis zum letzten gespielten Ball beißen und das letzte Quäntchen aus uns herausholen«, fordert Fraune.

Ein Faktor für die Erfolglosigkeit ist sicherlich auch der Kader. Von Beginn an fallen in dieser Saison Spieler aus. Darunter zum Beispiel Martin Steinbrück. Der Neuzugang musste operiert werden, steigt bald wieder ins Training ein, wird aber wohl diese Saison nicht mehr helfen können.

Negativer Höhepunkt war am Sonntag, dass vier Stammkräfte nicht dabei waren. »Diese Ausfälle gehen aber quer durchs ganze Team. Dass nun auch Christian Wuttke wegen Rückenproblemen einige Woche pausieren muss, tut weh, weil er immer seine Leistung bringt und auch nach außen hin den Verein 1A vertritt«, erklärt der DJK-Vorsitzende, der aber die personelle Lage nicht als Ausrede gelten lässt: »Dass wir einen kleinen, jungen, teilweise unerfahrenen Kader haben, war vor der Spielzeit klar. Da müssen wir jetzt durch.«

Verstärkungen kann sich die DJK nicht erlauben. Deswegen zu lamentieren, bräuchte aber niemand, sagt Fraune. Trainer Uli Kussin tut dies auch nie, sondern nimmt die Herausforderung an, mit den vorhandenen Spielern den Abstieg zu verhindern. »Wir müssen noch einen hinter uns lassen«, formuliert der Coach das existenzielle, neue Ziel beim Vorletzten.

Quartett kämpft um den Klassenerhalt

Am Tabellenende hat sich zusammen mit der DJK Delbrück ein Quartett gebildet, das wohl die zwei Absteiger unter sich ausmachen werden. Auch Kussin ist sich sicher, dass sein Team zu Letzteren nicht gehören wird.

Fraune, den am Montag nach der 0:3-Pleite in Warnemünde auf einem Spaziergang mehrere Passanten auf die Lage bei der DJK ansprachen, fasst es noch einmal zusammen: »Vergangene Saison herrschte bei uns angesichts vieler Siege und dem besten Saisonergebnis der Geschichte Sonnenschein. Der ist nun weg, aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir als eine Einheit die Liga halten werden.«

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