Landesliga: BVL am letzten Spieltag im Ziel – Aufsteiger SuS Westenholz souverän »König Richard« ist der Retter

Delbrück/Bad Lippspringe (WB). Während Landesliga-Aufsteiger SuS Westenholz eine souveräne Saison spielte und frühzeitig den Klassenerhalt perfekt machte, wurde die abgelaufene Serie für den zwischenzeitlich schon abgeschriebenen BV Bad Lippspringe zu einer Zitterpartie.

Von Ingo Tschiersch
Packendes Derby mit vollem Einsatz: In der Hinrunde verlor Westholz zuhause mit 0:1, das Rückrundenspiel endete mit 2:2.
Packendes Derby mit vollem Einsatz: In der Hinrunde verlor Westholz zuhause mit 0:1, das Rückrundenspiel endete mit 2:2. Foto: Elmar Neumann

An welch seidenem Faden der sportliche Erfolg für die Badestädter hing, zeigt allein die Tatsache, dass selbst nach dem Schlusspfiff der Partie gegen Peckeloh am letzten Spieltag noch nicht zu 100 Prozent klar war, ob es zukünftig in der Landes- oder Bezirksliga weitergeht. Daher glühten noch die Handydrähte, ehe die Niederlage von Schloß Holte und der damit verbundenen Klassenerhalt feststand. Eine riesige Erleichterung war in den Gesichtern der Verantwortlichen ablesbar. Ein Entscheidungsträger war aber gegenüber dem Saisonstart nicht mehr zu sehen: René Deffke zog nach schwacher Hinserie und ebenso schlechtem Start in das neue Jahr die Konsequenzen und trat aus freien Stücken zurück.

BVLer rutschen auf den letzten Platz

Er hatte, wie im Vorjahr, auf eine sehr junge Mannschaft gesetzt. Was aber im ersten Versuch nur bedingt klappte, sollte diesmal richtig in die Hose gehen. Denn schnell sahen sich die BVLer mit dem Tabellenkeller der Staffel I konfrontiert und rutschten bis auf den letzten Platz ab. Das zweifellos talentierte Team sah sich nicht in der Lage, die offensive Ausrichtung ihres Trainers, der den BVL erst wieder in die Landesliga gebracht hatte, erfolgreich umzusetzen. »Ich möchte mit meinem Rücktritt ein Zeichen setzen, so dass die Mannschaft mit neuen Impulsen den Klassenerhalt noch schaffen kann«, sagte Deffke, der aber sicher noch andere – nicht ausgesprochene – Gründe hatte, seinen Posten zu räumen. Sein Nachfolger wurde zur Überraschung vieler Beobachter BVL-Urgestein »König« Richard Birne. Der startete zwar mit einem 2:3 gegen Brakel, bei dem zum wiederholten Mal eine 2:0-Führung nicht zum Sieg reichte, legte dann aber eine tolle Serie hin.

Er holte aus insgesamt zehn Spielen 19 Punkte und bescherte seinem BVL den zwischenzeitlich auch von Birne nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. »Ich denke, dass der Mannschaft mein abwartender defensiver Spielstil besser gelegen hat. Wir waren in den letzten Spielen auch nicht schlechter als die Spitzenteams aus Holsen und Maaslingen. Der Zusammenhalt in der Mannschaft und dem Trainerteam war hervorragend. Und so war es trotz vieler dubioser Ergebnisse auf den anderen Plätzen ein verdienter Klassenerhalt«, meinte Birne. Garanten des Ligaerhaltes waren Manuel Trost, Hendrik Müller, Philippe Soethe, Philipp Klaus, Patrick Grziwotz und Emanuel Yanik, von denen die meisten aber den Verein verlassen werden. Der Schlusspfiff gegen Peckeloh war auch der von Richard Birne. »Die Anspannung war an den Wochenenden sehr groß und hat mich geschlaucht. Ich ziehe mich jetzt aus dem Tagesgeschäft zurück und bin glücklich, dass der Abschluss so positiv war«, so Birne, der die Trainerbank für seinen Nachfolger Nihat Türk geräumt hat.

Abstiegsregion: Für den SuS nie ein Thema

Der SuS Westenholz zeigte in seiner ersten Landesligasaison eine sehr gute Leistung, was schon alleine dadurch untermauert wurde, dass die Abstiegsregion für den SuS nie ein Thema war. Ganz im Gegenteil. Das Team, das den glatten Durchmarsch aus der Kreisliga A bis in die Landesliga schaffte, legte einen hervorragenden Start hin und mischte über Wochen im Konzert der Großen mit. Aber wie von Erfolgstrainer Wilfried Neuschäfer schon vor der Serie befürchtet, nahm sich auch der Aufsteiger seine Auszeit, die den Start etwas relativierte. »Ich habe immer gesagt, dass wenn wir nicht unsere große Stärke, den Zusammenhalt, ausspielen und nicht jeder bereit ist, 100 Prozent zu geben, wir es gegen jeden Gegner schwer haben werden«, so der Coach. Und so gesellten sich zu überragenden Siegen wie dem 6:2 in Schloß Holte, dem 9:0 gegen Vlotho und dem 4:3 nach 0:3 gegen Steinhagen auch ein 2:8 in Theesen, ein 3:7 in Maaslingen und jeweils ein 1:7 in Vlotho und gegen Eidinghausen. Sportlich war dennoch Anfang Mai alles geklärt. Der 4:1-Heimsieg gegen die Spvg Brakel war gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt. »Wir hatten viele Höhen und Tiefen und konnten unsere Anfangseuphorie leider nicht in die Rückserie retten. Zumindest wird es bei unseren Spielen nur selten langweilig«, sagte der Trainer, der lange zögerte, seinen Vertrag beim SuS zu verlängern.

Er sah eine erfolgreiche Zukunft gefährdet, wenn sich nicht grundlegende Dinge im Verein ändern. Schließlich wurden sich Neuschäfer und Fußballobmann Rainer Borgmeier über strukturelle Veränderungen einig, sodass einer weiteren Saison mit dem Erfolgstrainer an der Seitenlinie nichts mehr im Wege steht. Dann wird er aber auf seinen Stammtorwart Philipp Spiekermann verzichten müssen, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr spielen wird. »Philipp war ein wichtiger Mosaikstein in den vergangenen drei hervorragenden Jahren. Ihm gebührt unser Dank«, sagte Neuschäfer.

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