TuS N-Lübbecke: Armin Gauselmann räumt Disharmonien aus Klares Bekenntnis zu Ziercke

Lübbecke (WB). Mit einem klaren Bekenntnis zum Trainer und dem Ausräumen vorhandener Disharmonien unter den beteiligten Verantwortlichen ist am Mittwoch ein Gespräch zwischen dem Beiratsvorsitzenden Armin Gauselmann mit Trainer Aaron Ziercke, Teammanager Zlatko Feric und Geschäftsführer Torsten Appel geendet.

Von Volker Krusche
Armin Gauselmann (links) nimmt Teammanager Zlatko Feric (Mitte) und Trainer Aaron Ziercke in die Pflicht.
Armin Gauselmann (links) nimmt Teammanager Zlatko Feric (Mitte) und Trainer Aaron Ziercke in die Pflicht. Foto: Thomas F. Starke

»Alle haben sich die Hand gegeben«, stellte Gauselmann gestern fest. Man hätte am Ende allen Beteiligten eine gewisse Erleichterung nach der Aussprache angemerkt. »Ich habe allen eine klare Ansage gemacht, dass ich Konsequenzen ziehe, wenn es nicht besser wird. Und dabei rede ich nicht zwangsläufig vom Trainer.« Es sei enorm wichtig, dass man in der Öffentlichkeit den Eindruck vermittele, an einem Strang zu ziehen. Zuletzt war der Eindruck entstanden, dass dies eben nicht der Fall gewesen sei. »Ich erwarte künftig auch, dass sich Trainer und Teammanager regelmäßig zusammensetzen. Und zwar mindestens einmal in der Woche – außerhalb der Trainingshalle«, führte Armin Gauselmann weiter aus. »Es darf nicht passieren, den Trainer in eine Ecke zu drängen, so dass die Spieler den Eindruck haben, dass der Trainer wankt.«

»Aaron steht bei uns nicht zur Disposition!«

Gauselmann hatte Aaron Ziercke schon vor dem klärenden Gespräch am Mittwoch, das im Vorfeld in erster Linie als Analyse gedacht war, eine SMS zukommen lassen, »in der ich ihm die Angst genommen habe, dass er beim Treffen als Dank nur einen Händedruck erhalten würde.« Gauselmann machte zudem unmissverständlich deutlich: »Aaron steht bei uns nicht zur Disposition! Er wird in seiner ersten Erstligasaison als Trainer sicherlich viel gelernt haben und die entsprechenden Schlüsse ziehen.« Man dürfe allerdings nicht von ihm erwarten, dass er sein Verhalten ändere. »Vielleicht in Nuancen. Fakt ist aber, dass er weiterhin unser vollstes Vertrauen genießt und zurecht die Chance erhält, den Unfall in der 2. Liga zu korrigieren.« Man habe Ziercke beim Treffen klar gefragt, wie er das zutiefst verunsicherte Team wieder nach vorn bringen wolle. »Dazu hat er uns ein klares Statement geliefert.« Mangelnder Flexibilität oder fehlende psychische Stabilität in Drucksituationen müsste man unbedingt entgegentreten.

In Sachen Spielerverpflichtungen stehen aus Sicht des Hauptsponsors Trainer und Teammanager gleichermaßen in der Pflicht.

Zuschauer verwundert und verärgert

Armin Gauselmann blickte gestern noch einmal zurück. »Natürlich war durch den Aufstieg eine Rieseneuphorie da, aber jeder wusste von vornherein, dass die 1. Bundesliga eine Riesenherausforderung werden würde. Daher lautete unser Ziel auch: die Klasse halten. Der Abstieg wäre aber kein Beinbruch«, sagte der Beiratsvorsitzende. »Heute sieht man, dass wir die Fähigkeiten der vorhandenen Spieler richtig eingeschätzt haben. Was mich aber maßlos ärgert, ist die Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben. Nach dem schwierigen Start schienen wir nach dem Derbysieg und dem Stuttgart-Spiel wieder im Soll. Was dann aber passiert ist, muss man kritisieren. Unsere Zuschauer waren verwundert und verärgert. Da haben wir Verantwortlichen es versäumt, den Spielern Hilfspunkte an die Hand zu geben, damit sie die Köpfe nach oben bekommen.«

Ende Februar/Anfang März habe er bereits den Finger in die Wunde gelegt. »Ich mache das jetzt zwölf Jahre lang und weiß, dass sich der Druck für ein Team erhöht, wenn irgendwann die Spiele kommen, die man gewinnen muss. Das geht dann viel zu oft in die Hose.« Auch die Tatsache, als stärkster Aufsteiger gehandelt worden zu sein, der ja drin bleiben würde, sei der Sache nicht zuträglich gewesen.

Deutlich wurde Gauselmann auch angesichts aufgekommener Gerüchte um einen möglichen Abschied von Joel Birlehm und Dener Jaanimaa: »Beide haben Verträge!« Und noch eines machte er deutlich: »Wir haben als Sponsor vor einem Jahr noch einmal klar gesagt: Das geben wir. Und ich sage es noch einmal: Mehr wird es von uns nicht geben.« Insgesamt sei der TuS bislang mit einem Etat von 2,7 Millionen Euro gut aufgestellt. »Man wird mit dem Budget sicher gut arbeiten können.«

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