Saisonfinale vergeigt: TBV Lemgo führt Zierckes Team beim 30:27 zeitweise vor - mit Videos TuS N-Lübbecke wieder Zweitligist

Lemgo (WB). Ostwestfalen ist in der kommenden Saison nur noch mit zwei Teams in der Handball-Bundesliga vertreten. Weil der TuS N-Lübbecke sein Saison-Finale beim TBV Lemgo am Sonntag mit 27:30 (13:11) verlor und »Die Eulen« Ludwigshafen zeitgleich den HC Erlangen bezwangen, rutschten die Lübbecker am letzten Spieltag auf den vorletzten Tabellenlatz ab – und steigen direkt wieder in die 2. Liga ab.

Von Marc Schmedtlevin und Dirk Schuster
TuS Spieler Rene Gruszka nach dem Abpfiff.
TuS Spieler Rene Gruszka nach dem Abpfiff. Foto: Oliver Schwabe

Die Lemgoer und auch GWD Minden (am Sonntag 25:32 gegen THW Kiel) hatten dagegen schon frühzeitig in der Saison die Weichen Richtung Klassenerhalt gestellt.

Die Ausgangslage vor dem OWL-Duell in der ausverkauften Lipperlandhalle (4790 Zuschauer) war klar: Nur mit einem Sieg würde der TuS N-Lübbecke den Ligaerhalt aus eigener Kraft perfekt machen können. Andernfalls wäre man auf Schützenhilfe angewiesen gewesen. Doch die blieb aus.

TuS ging als Drittletzter in die Partie

Vor dem Saisonfinale belegten »Die Eulen« Ludwigshafen (32:29 gegen den HC Erlangen) und TV Hüttenberg (23:28 in Berlin) die Abstiegsplätze. Lübbecke ging als Drittletzter in die Partie. Trainer Aaron Ziercke hatte im Vorfeld der Begegnung unmissverständlich klar gemacht: »Wir haben keine Lust auf Rechenspiele.«

Flug in der Lipperland Halle: Lemgos Fabian van Olpen lässt die TuS Abwehr alt aussehen. Foto: Oliver Schwabe

Ziel der Lemgoer war es derweil, den bemerkenswerten neunten Tabellenplatz, den vor der Saison nur die Allerwenigsten erwartet hatten, mit einem Sieg ins Ziel zu bringen. Zudem mochte TBV-Trainer Florian Kehrmann Spiel eins nach Bekanntgabe seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2022 vor eigenem Publikum natürlich keinesfalls verlieren.

Kehrmanns Team startete besser, warf eine 2:0-Führung heraus. Den Gästen war die Nervosität anzumerken. Zudem fanden sie zunächst kein Mittel, den Abwehrriegel der Lemgoer zu durchbrechen. Es dauerte bis zur 7. Spielminute, ehe Jan-Eric Speckmann das erste TuS-Tor gelang.

Alles-oder-Nichts-Spiel

Doch Zierckes Team biss sich hinein in dieses Derby – und feierte mit Nils Torbrügges Tor zum 10:9 die erste Führung (24.). Zur Pause lag der Abstiegskandidat sogar mit zwei Treffern vorn – 13:11.

Bei den Gästen kam ab Mitte des ersten Abschnitts ein wenig überraschend Jens Bechtloff zum Einsatz. Für den 32 Jahre alten Linksaußen war es der erste Einsatz nach einem Muskelfaserriss. Bechtloff wollte in diesem Alles-oder-Nichts-Spiel unbedingt dabei sein. Doch es half nichts. Nach dem Wechsel spielte nur noch der TBV und führte die hoffnungslos überforderten Gäste zeitweise vor.

Zweiter Absteiger neben Lübbecke ist Hüttenberg.

Den Meistertitel sicherte sich aufgrund eines 22:21-Erfolges über Frisch Auf Göppingen die SG Flensburg-Handewitt.

TBV-Tore: Zerbe (2), Bartok (6), van Olphen (1), Zieker (7), Guardiola (1), Theuerkauf (2), Suton (4), Hornke (6/2), Wyszomirski (1)

TuS-Tore: Bagaric (3), Torbrügge (3), Jaanimaa (9), Speckmann (1), Rakovic (4/2), Kaleb (4), Gierak (2), Tatai (1)

Zuschauer: 4790 (ausverkauft)

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.