Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert 20:26 bei den Füchsen Eine Hälfte auf Augenhöhe

Berlin/Lübbecke (WB). Mit dieser Niederlage ist zu rechnen gewesen: Der TuS N-Lübbecke musste sich am Donnerstagabend mit 20:26 (12:13) bei den Füchsen geschlagen geben. Nach einer guten ersten Hälfte wurde das Resultat doch noch standesgemäß.

Von Marc Schmedtlevin
Hände weg: Lübbeckes Kreisläufer Moritz Schade setzt sich gegen die Füchse Kevin Struck und Jakov Gojun durch.
Hände weg: Lübbeckes Kreisläufer Moritz Schade setzt sich gegen die Füchse Kevin Struck und Jakov Gojun durch. Foto: Eibner/Uwe Koch

»Hier regiert der EHF-Cup-Sieger«, war auf einem Plakat im Fanblock der Füchse zu lesen. Davon war in der ersten Halbzeit aber nichts zu sehen. Der Unterschied zwischen dem international erfolgreichen Team aus der Hauptstadt und dem abstiegsbedrohten aus Lübbecke existierte nicht. Dies lag daran, dass der Sieg in der Vorwoche in Gummersbach dem TuS sichtlich gut getan zu haben schien. Die Gäste traten mit einer breiteren Brust auf, trugen die Angriffe mit mehr Selbstsicherheit vor und ließen den Ball geduldiger laufen als noch in der Vergangenheit. Mit dieser Kombination schafften es die Lübbecker, die Partie offen zu gestalten. Mit ein wenig Glück und etwas genaueren Abschlüssen wäre sogar ein noch besseres Ergebnis in Form einer Führung möglich gewesen.

Chancenverwertung als Manko

Die ersten beiden Führungen legte der TuS, bei dem Ante Kaleb anstelle von Lukasz Gierak auf der Mitte begann, auch noch vor. Die Berliner gingen erstmals beim 3:2 (8.) in Front. Torschütze war der ehemalige TuS-Leitwolf Drago Vukovic. Von der Leichtigkeit, die die Füchse zum Beispiel beim Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen vor Kurzem gezeigt hatten, war aber wenig zu erkennen. Der TuS bereitete dem Favoriten mit einer 5:1-Abwehrformation phasenweise Probleme. Diese Variante hatte schon im Gummersbach zum Erfolg geführt. In der Offensive lief viel über die rechte Angriffsseite. Dener Jaanimaa entwickelte sich zunehmend zum Mittelpunkt des Lübbecker Spiels. Der Este übte permanent Druck aus, suchte selbst die Abschlüsse oder brachte die Mitspieler in Position. Einziges Manko: die Chancenverwertung. Zwischenzeitlich lag die Erfolgsquote bei gerade einmal etwas mehr als 30 Prozent. In der Anfangsphase war es Torhüter Silvio Heinevetter, der einige Bälle wegnahm. Anschließend landeten manche freie Würfe neben dem Tor oder am Aluminium. »Ich trauere schon einigen klaren Chancen hinterher, weil die Füchse Chancen geboten haben«, sagte Teammanager Zlatko Feric in der Pause am Sky-Mikrofon.

Die Füchse hatten nicht wirklich mehr zu bieten. Auch die Trefferquote bei den Gastgebern war keinesfalls gut. Dies lag auch an einigen guten Paraden von TuS-Keeper Peter Tatai. So schafften es die Berliner erst beim 10:8 (26.), sich einmal auf zwei Tore abzusetzen. In dieser Phase musste Lübbecke zwei Mal eine Unterzahl überstehen. Nach der zweiten Zeitstrafe gegen Nils Torbrügge (24.) musste auch Jo Gerrit Genz wegen eines Wechselfehlers zwei Minuten zusehen. Doch auch diese Phase überstand der TuS gut, glich dank dreier Jaanimaa-Treffer beim 11:11 (28.) wieder aus und nahm nur einen Treffer Rückstand mit in die Kabine.

Nach 15:15 geht’s bergab

In Hälfte zwei konnten die Lübbecker den guten Eindruck noch für sechs Minuten bestätigen, sie glichen beim 15:15 letztmals aus. Von da an nahm das Unheil – zunächst schleppend, dann rasant – seinen Lauf. Die Fehlerquote beim TuS wurde immer größer. Vom anfänglichen Spielfluss war nun nicht mehr viel zu sehen. Die Würfe waren teilweise nicht gut genug vorbereitet. Auf der Gegenseite liefen dagegen die beiden Nationalspieler Paul Drux und Fabian Wiede heiß. Im Gespann erspielten sie eine 20:16-Führung für ihr Team (44.). Nachdem dann auch noch Nils Torbrügge wegen der dritten Zeitstrafe Rot sah (49.) und sich auch die technischen Fehler häuften, hatten die Füchse plötzlich leichtes Spiel. Sie liefen mehrere Gegenstöße und schraubten den Abstand gegen zehn Minuten ohne eigenen Treffer agierende Gäste in die Höhe.

Immerhin konnte am Ende Schadensbegrenzung betrieben werden, das Torverhältnis könnte schließlich noch einmal wichtig werden. Darauf wies in der Schlussphase auch ein dennoch ganz zufriedener Aaron Ziercke hin: »In der ersten Halbzeit haben wir unser Konzept gut gehalten, in der zweiten kamen einige Unkonzentriertheiten hinein. Die Niederlage fällt etwas zu hoch aus.«

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