Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke heute beim Topklub aus Berlin Hoffen auf die Feier-Füchse

Lübbecke (WB). Drei Partien hat der TuS N-Lübbecke noch Zeit, um den Verbleib in der 1. Handball-Bundesliga perfekt zu machen. Die erste Aufgabe heute Abend (Anwurf um 19 Uhr) bei den Füchsen Berlin kann als eine Art Bonus angesehen werden, denn es handelt sich um einen Nachtrag vom 30. Spieltag.

Von Marc Schmedtlevin
Lukasz Gierak will sich heute gegen die Füchse (von links) Drago Vukovic, Mattias Zachrisson und Fabian Wiede durchsetzen.
Lukasz Gierak will sich heute gegen die Füchse (von links) Drago Vukovic, Mattias Zachrisson und Fabian Wiede durchsetzen. Foto: Jens Göbel

Das Positive vorweg: Der TuS steht seit der Vorwoche nicht mehr auf einem Abstiegsplatz. Mit dem 22:21-Erfolg in Gummersbach ist auch wieder eine bessere Laune in Lübbecke eingekehrt. »Die Jungs kommen wieder mit einem Lächeln zum Training«, beschreibt Trainer Aaron Ziercke seine Beobachtungen. Verbunden ist dieses Lächeln auch mit einer deutlich verbesserten Chance auf den zwischenzeitlich in die Ferne gerückten Klassenverbleib. Die Eulen Ludwigshafen und der TV Hüttenberg müssen einen Punkt Rückstand im Saisonendspurt nun erst einmal aufholen. »Wir haben jetzt vorgelegt und die Konkurrenten unter Druck gesetzt«, sagt Ziercke und schiebt die Aufgabenstellung für seine Mannschaft gleich hinterher: »Wir haben jetzt noch 180 Minuten vor uns, um unser Ziel zu erreichen. Einen Sieg sollten wir wohl noch holen.«

Füchse feierten gerade international

Nun das Negative: Die nächste Hürde, die sich den Lübbeckern in den Weg stellt, heißt Füchse Berlin. Dabei handelt es sich um keinen geringeren Gegner als den Tabellendritten und frisch gekürten EHF-Pokal-Gewinner. »Die Füchse spielen eine sehr konstante Saison und stellen natürlich eine sehr schwere Aufgabe für uns dar«, sagt Ziercke. Sogar Hoffnungen auf die Meisterschaft oder zumindest den zweiten Platz darf sich der Klub aus der Hauptstadt noch machen, da die Rhein-Neckar Löwen am vergangenen Wochenende einen Punkt abgaben. »Diese Konstellation macht es für uns sicherlich nicht einfacher«, vermutet der TuS-Coach.

Der Erfolg der Füchse könnte allerdings auch eine kleine Chance für die Lübbecker mit sich bringen. Die Berliner absolvierten fünf Partien in elf Tagen. Speziell in der Endrunde des EHF-Pokals am vergangenen Wochenende mussten manche Akteure beinahe durchspielen. Außerdem stand noch am Dienstagnachmittag eine Party mit den Fans vor dem Rathaus Reinickendorf an. Dort wurde nicht nur der internationale Titel, sondern auch die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend gefeiert. »Vielleicht sind die Füchse nicht bei 100 Prozent. Wir müssen bei deren hoher Belastung jedenfalls dafür sorgen, dass es für sie nicht zu einfach wird. Bedeutet, dass wir uns keine leichtsinnigen Ballverluste leisten dürfen, denn die werden dann mit einfachen Gegenstößen bestraft«, sagt Ziercke. Auf der Gegenseite gehe es darum, mit den eigenen Angriffen die Füchse-Deckung in Bewegung zu bringen und sie zu langen Wegen zu zwingen. Nur so könne an den Berliner Kraftreserven genagt werden.

Torverhältnis im Blick

Auf einen schwächeren Tag beim Favoriten zu spekulieren, dürfte aber keinesfalls ausreichen. Füchse in Normalform sollten in der Lage sein, den TuS zu dominieren und dann könnte es für die Lübbecker gefährlich werden. Schließlich geht es für sie auch noch um das Torverhältnis. Derzeit ist das eigene nur besser als das der Hüttenberger. Mit einer deutlichen Pleite in Berlin – und möglicherweise auch am Sonntag gegen Flensburg – droht dieses Verhältnis zu kippen. »Wir können nicht darauf spielen, aber im Auge behalten sollten wir es«, sagt Mittelmann Kenji Hövels.

Der gebürtige Berliner gehört aktuell wieder fest zum Aufgebot. Fehlen werden dagegen Tim Remer, Piotr Grabarczyk und Jens Bechtloff, der wieder über Wadenprobleme klagt. Nils Torbrügge, der in Gummersbach eine Platzwunde und eine Kieferprellung erlitt, will beim Duell mit den Füchsen auf die Zähne beißen.

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