TuS N-Lübbecke: Mittelmann trifft in Berlin auf seinen Jugendverein Hövels: Heimatbesuch einmal anders

Lübbecke (WB). Berlin ist immer eine Reise wert. So wird es vor allem Handballer Kenji Hövels sehen, schließlich handelt es sich um seine Heimat. Der Besuch, den er der Hauptstadt an diesem Donnerstag abstattet, ist aber kein gewöhnlicher. Mit seinem TuS N-Lübbecke tritt er bei den Füchsen an (Anwurf 19 Uhr).

Von Marc Schmedtlevin
Lübbeckes Kenji Hövels (Mitte) möchte die Lücken auch in der Abwehr seines ehemaligen Vereins Füchse Berlin finden.
Lübbeckes Kenji Hövels (Mitte) möchte die Lücken auch in der Abwehr seines ehemaligen Vereins Füchse Berlin finden. Foto: Thomas F. Starke

Für Kenji Hövels ist es eine Reise zurück in die Vergangenheit. Die Füchse Berlin sind für den Mittelmann die wichtigste Station auf dem Weg zum Profi-Handballer gewesen. Nach den Anfängen beim BFC Preussen Berlin wechselte der 24-Jährige in die Nachwuchsabteilung der Füchse und feierte dort große Erfolge. Von 2010 bis 2012 gelangen drei Deutsche Meisterschaften mit der B- und A-Jugend. Anschließend folgte der Sprung in die zweite Mannschaft der Füchse. Über Rostock ging es schließlich nach Lübbecke.

Gratulation an Bob Hanning

An diesem Donnerstag wird sich der bisherige Karriere-Kreis schließen. Dann steht der Ausbildungsverein auf der Gegenseite. »Natürlich ist es ein besonderes Spiel für mich. Bei den Füchsen bin ich ein Stück weit erzogen worden, dort habe ich Werte mit auf den Weg bekommen«, sagt Hövels. Verbindung zu den Spielern im aktuellen Füchse-Kader habe er kaum und zum Spielort, der Max-Schmeling-Halle, auch nicht. Doch die Verbindung zum Verein sei erhalten geblieben. Über den Erfolg der Berliner im EHF-Pokal am vergangenen Wochenende zum Beispiel habe sich auch Hövels gefreut. »Ich habe Bob Hanning direkt gratuliert«, sagt Hövels. Der heutige Geschäftsführer der Füchse war in der Jugend lange Hövels’ Trainer.

Hövels lockt 30 Zuschauer an

Vorteile bringt das Gastspiel auch für den TuS N-Lübbecke mit sich. Hövels lockt zusätzliche Fans und Unterstützung in die Halle. »Familie, Freunde und Bekannte werden da sein. Ich glaube, es sind etwa 30 Karten zusammengekommen«, sagt Hövels.

Die alte Verbundenheit bedeute noch lange nicht, dass sich der Rechtshänder mit seiner jetzigen Mannschaft kampflos geschlagen gebe. Natürlich seien die Rollen im Vorfeld klar zu Gunsten des Tabellendritten verteilt, doch gegen eine Überraschung habe Hövels nichts einzuwenden. »Die Füchse bestimmen das Ergebnis. Wenn sie uns allerdings eine Chance bieten, wollen und müssen wir zugreifen«, sagt der 1,80 Meter große Aufbauspieler. Die hohe Belastung, der die Füchse in den vergangenen Wochen ausgesetzt waren, könne für den TuS jedenfalls keine Nachteil sein. »Es gibt wohl keinen günstigeren Zeitpunkt, um gegen die Füchse zu spielen. Extrem schwer ist die Aufgabe aber so oder so«, fügt Hövels hinzu.

Rechtzeitig zum Spiel in der Hauptstadt ist bei den Lübbeckern auch Selbstvertrauen zurück. Der Auswärtssieg beim VfL Gummersbach (22:21) in der Vorwoche nahm ein wenig Druck vom Team und entspannte die Lage zumindest kurzzeitig, denn der TuS sprang herunter von den Abstiegsrängen. »Wenn man nach langer Zeit wieder gewinnt, macht das den Alltag und das Training deutlich leichter«, sagt Hövels, der sich mit seinem Team nun wieder berechtigte Hoffnungen auf den Verbleib in der 1. Liga machen darf: »Es ist alles offen und wir haben es bestenfalls wieder selbst in der Hand.« Ankommen werde es wohl auf den letzten Spieltag beim TBV Lemgo. »Da stehen die Chancen 50:50«, sagt Hövels. Diese Prognose dürfte auf die Partie an diesem Donnerstag in der Heimat Berlin wohl nicht zutreffen.

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