1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert gegen Eulen Ludwigshafen mit 28:29 Ein Schritt in Richtung Abstieg

Lübbecke (WB). Die Lage war bereits angespannt, jetzt ist sie höchst bedrohlich. Der TuS N-Lübbecke hat am Donnerstagabend das ungemein wichtige und richtungsweisende Kellerduell gegen die Eulen Ludwigshafen mit 28:29 (12:13) verloren. Der Vorsprung auf den Gegner beträgt jetzt nur noch einen Punkt.

Von Marc Schmedtlevin
Gegensätzliche Emotionen: Dener Jaanimaa trauert nach der Niederlage, die Eulen bejubeln den wichtigen Auswärtssieg.
Gegensätzliche Emotionen: Dener Jaanimaa trauert nach der Niederlage, die Eulen bejubeln den wichtigen Auswärtssieg. Foto: Thomas F. Starke

Die Reaktionen nach der Partie sagten alles: Während die Gäste auf dem Parkett feierten, verschwand beinahe das gesamte TuS-Team sofort in der Kabine. Dabei hätte alles so einfach sein können. Zumindest dann, wenn der TuS die Leistung der Anfangsphase konsequent bestätigt hätte. Die Lübbecker erwischten einen sehr guten Start, präsentierten sich vor allem in der Offensive ungewohnt fehlerlos. Nach acht Minuten führten sie mit 5:2, hatten sich bis dahin nicht einen Fehlwurf geleistet. Immer wieder wurden gute Lösungen gegen die offensive Deckung der Eulen mit Jonathan Scholz auf der Spitze gefunden. Nils Torbrügge arbeitete am Kreis viel und schaffte die Räume für seine Mitspieler. Begünstigt wurde der Vorsprung zusätzlich durch zwei frühe Paraden von Peter Tatai.

TuS ließ sich nicht abschütteln

Eine Wende nahm das Spiel allerdings mit dem ersten Fehlversuch der Gastgeber. Dener Jaanimaa hatte freie Bahn, drehte den Ball aber etwas überheblich am linken Pfosten vorbei (8.). Es sollte der Auftakt zu einer hitzigen und ereignisreichen Phase sein. Eine Überzahl – Nils Torbrügge hatte eine Zeitstrafe kassiert – nutzten die Gäste zum ersten Ausgleich beim 6:6 (13.). Gerade wieder vollzählig geriet der TuS dann sogar in eine doppelte Unterzahl. Moritz Schade für ein Foul und Keeper Tatai wegen Meckerns kassierten eine Zwei-Minuten-Strafe. Joel Birlehm rückte zwischen die Pfosten, parierte gleich die ersten beiden Bälle von Linksaußen. Die Halle tobte nun. Als dann auch noch einer der Schiedsrichter aus bester Sicht eine Berührung eines Ludwigshafeners nach Pass von Lukasz Gierak auf Jens Bechtloff übersah, wurde es noch einmal lauter.

Wirklich gut tat das dem Spiel der Lübbecker allerdings nicht. Sie fanden gegen die nun gut postierte 6:0-Abwehrformation der Eulen kaum noch eine Lücke. Es fehlte die nötige Bewegung, mehrere technische Fehler entstanden. So zogen die nun aktiver wirkenden und selbstbewussteren Gäste auf 10:8 davon (23.). Aus Sicht der Hausherren fielen die Gegentreffer viel zu einfach. Das Positive: Abschütteln ließ sich der TuS nicht, glich beim 12:12 (30.) wieder aus und nahm »nur ein Tor Rückstand mit in die Pause.

Letzter Angriff führt zum Auswärtssieg

Nach der Ansprache in der Kabine suchte Trainer Aaron Ziercke auch noch einmal auf dem Feld die Einzelgespräche. Sie schienen zu fruchten – allerdings nur für eine Minute. Jo Gerrit Genz stellte gleich den 13:13-Ausgleich her. Dann waren aber wieder die Eulen an der Reihe. Angriff für Angriff versuchten sie, möglichst lange den Ball laufen zu lassen. Mehrfach ging der Arm der Schiedsrichter, wenn auch nach dem Geschmack der Lübbecker zu spät, wegen drohenden Zeitspiels nach oben. Das große Problem: Die Bälle landeten dennoch im TuS-Tor, da die Abschlüsse frei genommen werden konnten. Zudem bekam der wieder eingewechselte Tatai keinen Ball an die Finger. Die Eulen setzten sich auf 16:13 (35.) ab.

Der Rückstand der Lübbecker pendelte sich erst einmal bei zwei Toren ein. Den direkten Kontakt stellten sie beim 19:20 (45.) und wieder beim 22:23 (50.) her. Genau dann folgten aber immer schnelle Tore der Eulen, die vorne blieben. Anders in der 54. Minute: Ante Kaleb, der nun viel Verantwortung übernahm, erzielte erst das 24:25, dann 25:25. Das Pendel schien in Richtung TuS auszuschlagen. Doch von wegen: Die Eulen zeigten sich unbeeindruckt, zogen auf 27:25 (56.) davon. Der TuS blieb dran, glich 23 Sekunden vor Schluss per Siebenmeter von Gierak beim 28:28 aus. Doch den letzten Eulen-Angriff verwertete David Schmidt bei noch vier Sekunden auf der Uhr zum Auswärtssieg. Der finale Verzweiflungsversuch von Jaanimaa mit der Schlusssekunde wurde geblockt.

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