1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke unterliegt beim SC Magdeburg mit 24:34 Nach Quenstedts Paraden ausgekontert

Lübbecke/Magdeburg  (WB). »Schadensbegrenzung« lautete das Motto von Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke bei seinem Gastspiel an der Börde . Das klappte nicht ganz, was angesichts der großen Verletzungsmisere, die Aaron Ziercke und seine Mannen kurzfristig ereilt hatte, nicht weiter verwunderte. Am Ende zog der gehandicapte Underdog mit 24:34 (12:18) beim SC Magdeburg auch in der Höhe erwartet den Kürzeren.

Von Volker Krusche
Kam zwar auf zwei Tore, wirkte bei seinen Aktionen oftmals aber unglücklich und ließ klare Chancen aus: Moritz Schade.
Kam zwar auf zwei Tore, wirkte bei seinen Aktionen oftmals aber unglücklich und ließ klare Chancen aus: Moritz Schade. Foto: Michael Täger

Wer als Außenseiter zu einem in dieser Jahr noch ungeschlagenen Gastgeber reist, für den hängen die Trauben ohnehin von Beginn an hoch. Wer aber zudem auf ein Viertel seines Kaders verzichten muss, der dürfte nach den 60 Minuten in der Fremde froh sein, mit heiler Haut aus einem ungleichen Duell herausgekommen zu sein. Neben dem in dieser Saison nicht mehr für den TuS auflaufenden Tim Remer und dem nach seinem Bänderriss noch bis Mai zwangspausierenden Abwehrchef Piotr Grabaczyk hatten auch Spielmacher Kenji Hövels (erneute Oberschenkelzerrung), Kreisläufer Nils Torbrügge (Bauchmuskelzerrung) und Rückraum-Hüne Marko Bagaric (Schulterprellung) in der Woche signalisiert, dass ihr Einsatz nicht möglich sei. Bagaric biss aber auf die Zähne und stellte sich ebenso in den Dienst der Mannschaft, wie Linksaußen Jens Bechtloff mit seinen immer noch nicht abgeklungenen Achillessehnenbeschwerden.

Bei der Anreise im Stau gestanden

Irgendwie passte die Anreise zur augenblicklichen Situation, denn nach einem Stau in Hannover kam das Team erst eine gute Stunde vor Spielbeginn in der Getec-Arena an. Im Angriff konnte Aaron Ziercke seine Ausfälle anschließend noch gut kompensieren, da er auf allen Positionen noch Stammkräfte zur Verfügung hatte, in der Defensive aber galt es die gewohnten Konstellationen mehr recht als schlecht zu korrigieren. Immerhin fehlte mit den Duo Grabarczyk/Torbrügge der etatmäßige Innenblock. Da fragte man sich, welche Formation Trainer Ziercke aus dem Hut zaubern würde. Er entschied sich gegen das von Bennet Wiegert seit 13 Spielen ungeschlagene Magdeburger Team anfänglich für Lukasz Gierak und Moritz Schade im Innenblock sowie Jo Gerrit Genz und Ante Kaleb auf »Halb«.

Bis zum 9:10 gut mitgehalten

Die Hauptprobleme allerdings – wie sollte es auch anders sein – lagen einmal mehr in der Offensive. Dabei sah dass, was die Lübbecker im ersten Abschnitt auf die Platte brachten, phasenweise gar nicht so schlecht aus. Allerdings profitierten sie dabei auch von Momenten, in denen Magdeburg es etwas schleifen ließ. Nachdem war der Favorit auf 6:2 (7.) enteilt war, sorgte Gierak dafür, dass es fünf Minuten später nur noch 6:5 für den SCM hieß. Gleiches passierte nach dem 10:6 für die Hausherren, das der TuS auf 9:10 schrumpfen ließ. Nach einer Viertelstunde nahm dann Michael Damgaard die Fäden in die Hand, erzielte bis zur Pause noch sechs Treffer und war zusammen mit dem ehemaligen Lübbecker Dario Quenstedt zwischen den Pfosten, der in den 60 Minuten 18 Paraden gegen teilweise frei werfende Gäste zeigte, darunter einen gehaltenen Gierak-Siebenmeter, Garant dafür, dass beim 18:12 zur Pause alles entschieden war. Ansonsten stach bei den Hausherren besonders Trumpfkarte »Gegenstöße«. Fünf von sieben (insgesamt waren es sogar 13 von 18) führten zu einfachen Toren. Und gerade die Konter wollte der TuS unbedingt minimieren. Vergebliche Liebesmüh!

Nach der Pause war es ein lockeres Auslaufen. Magdeburg wollte nicht mehr, Lübbecke konnte nicht mehr. Die Hausherren legten, obwohl der erste Anzug ausgewechselt wurde, dennoch nach und führten zwischenzeitlich schon mit zwölf Toren (31:19). Der TuS war aber stets um eine Resultatsverbesserung bemüht. »Wir haben uns eine zeitlang nach Kräften gewehrt«, resümierte Aaron Ziercke. »Ein Acht-Tore-Rückstand war im Rahmen, aber den haben wir durch Fehler nicht halten können.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.