TuS N-Lübbecke verspielt beim 27:27 gegen Erlangen ein 26:22 Gefühlte Niederlage

Lübbecke (WB). Gefühlte Niederlage – oder sollte dieser eine Punkt letztlich doch Gold wert sein? Nach Spielende bestimmt aber der Frust die Gefühlslage im Lager des TuS N-Lübbecke, der acht Minuten vor Schluss noch mit 26:22 im »Muss-Spiel« (Aaron Ziercke) gegen den HC Erlangen geführt, mit dem Abpfiff aber noch den Ausgleich zum 27:27 (14:14) kassiert hat.

Von Volker Krusche
Lukasz Gierak war die tragische Figur: erst stark gespielt, vergab er das Siegtor für den TuS.
Lukasz Gierak war die tragische Figur: erst stark gespielt, vergab er das Siegtor für den TuS. Foto: Göbel

Lukasz Gierak sackte nach dem bitteren Kullerball, den HCE-Kreisläufer Jonas Thümmler im Bodenkampf mit Nils Torbrügge zwei Sekunden vor Spielende im Lübbecker Kasten unterbrachte, niedergeschlagen auf dem Parkett zusammen, wohl wissend, dass er kurz zuvor den entscheidenden Punch, der das 28:26 bedeutet hätte, vergeben hatte. »Dass ich das Ding nicht mache, ist eine Katastrophe. Wir hätten hier unbedingt gewinnen müssen. Es tut mir leid für die Mannschaft.«

Überzeugende Leistung über fast 50 Minuten

An ihm allein lag es nicht, dass sich die Hausherren trotz fast 50-minütiger starker Vorstellung nicht belohnten. Am Ende warfen sie nämlich das, was sie mit den Händen durch großes Engagement aufgebaut hatten, durch eine kurze, aber entscheidende Schwächephase mit dem Allerwertesten wieder um und bestraften sich unnötig selbst.

Die Kritik der Verantwortlichen und des Umfeldes war keinesfalls an den Spielern abgeperlt. Auch wenn den überwiegend introvertierten TuS-Akteuren optisch kaum etwas anzusehen war, so war ihr kämpferischer Einsatz dennoch spürbar. Hinzu kamen ein hohes Maß an Spieldisziplin, was durch die Umsetzung der taktischen Vorgaben deutlich wurde, und große Konzentration im Abschluss. Hier krankte es ja zuletzt mächtig. Von Beginn an aber wurden aber Chancen gegen die 5:1-Abwehr der Gäste auch durch Einläufer oder Auflösen aus dem Rückraum herausgespielt – und genutzt, was eine Wurfquote von 70 Prozent im ersten Abschnitt unterstrich. In dem musste sich die Defensive nach dem Ausfall von Piotr Grabarczyk zwar erst finden, nach etwa 20 Minuten funktionierte aber das Abwehrspiel der Hausherren gut. Bis dahin wechselten die Führungen hin und her. Statt aber mit einem Vorsprung in die Halbzeit zu gehen, warf Marko Bagaric, diesmal der einzige Schwachpunkt im TuS-Rückraum, zu überhastet neben das Tor, so dass Erlangen mit dem Pausenpfiff noch ausglich.

Ziercke ärgern die Würfe in Bedrängnis

Seine Mitspieler aber wirkten auch weiterhin sehr fokussiert, leisteten sich keine überhasteten oder unplatzierten Würfe, wie zuletzt immer zu sehen. Und nachdem man eine Unterzahl beim 21:20 schadlos überstand und Peter Tatai im Vergleich mit seinem Gegenüber immer mehr zum Faktor wurde, setzte sich Lübbecke durch einen Gierak-Siebenmeter, einen Tatai- und einen Genz-Wurf ins leere Tor 13 Minuten vor dem Ende auf 24:20 ab. Nach Gieraks 25:21 vom Punkt schienen die Weichen auf Sieg gestellt. Doch als wenn Zierckes Mannen nun Angst vor dem Gewinnen bekamen, verfielen sie urplötzlich und völlig unverständlich wieder in die altbekannten Muster vorheriger Spiele. »Es ist nicht schlimm, wenn man mal freistehend verwirft, aber wir hatten die klare Vorgabe, den Ball in Bedrängnis weiterzuspielen, statt zu werfen. Daher ärgern mich die Fehlwürfe von Gierak, Kaleb und Jaanimaa in der Schlussphase«, fand Trainer Ziercke deutliche Worte. Hinzu kamen ein verworfener Siebenmeter und drei technische Fehler, mit denen sich die Hausherren letztlich selbst bestraften.

Nach Rakovic´ 27:26 und einem Fehlwurf von Steinert schien dennoch alles auf Sieg ausgerichtet. Bei frühzeitiger Zeitspielanzeige der Unparteiischen nahm Aaron Ziercke 32 Sekunden vor Schluss eine Auszeit, nach der Lukasz Gierak vier Sekunden später mit einem Alleingang bei Manndeckung der Gäste völlig frei an Gorazd Skof im HCE-Gehäuse scheiterte. Damit nahm das Unheil endgültig seinen Lauf – der Rest fühlte sich wie eine Niederlage an.

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