Balingens Valentin Spohn wird mit Lübbecke in Verbindung gebracht Ein 20-Jähriger für den TuS?

Lübbecke/Balingen (WB). Hat Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke auch seine letzte Baustelle – sieht man einmal von der Besetzung der Linksaußenposition hinter Jens Bechtloff – beseitigt? Für den linken Rückraum scheint der letztjährige Junioren-Nationalspieler Valentin Spohn ein ganz heißer Kandidat zu sein.

Von Volker Krusche
Rückraumspieler Valentin Spohn, derzeit in Diensten von HBW Balingen-Weilstetten, könnte künftig in Lübbecke aufschlagen.
Rückraumspieler Valentin Spohn, derzeit in Diensten von HBW Balingen-Weilstetten, könnte künftig in Lübbecke aufschlagen. Foto: Eibner

TuS-Teammanager Zlatko Feric gibt unumwunden zu, »dass wir schon im Vorjahr Kontakt zu Spohn hatten, er sich dann aber für den Wechsel von Zweitligist SG Leutershausen zum Bundesligaabsteiger HBW Balingen-Weilstetten entschied. Schade, wir hatten wirklich Interesse an ihm.« Da sich Verpflichtungen von Tim Suton und Marian Michalczik nicht verwirklichen ließen, galt der Blick dem dritten »Halblinken« der deutschen Junioren, mit denen Spohn neben der Vize-Europameisterschaft im letzten Sommer auf Platz vier bei der Weltmeisterschaft landete. In Leutershausen avancierte der 1,98 Meter große Rückraumspieler zum erfolgreichsten Werfer seines Teams und brachte es mit seinen damals gerade einmal 19 Jahren auf 193 Saisontore – genauso viele wie der »Spieler der Saison« in der 2. Liga: Pontus Zetterman.

Klar, dass Spohn Begehrlichkeiten weckte. Allerdings entschied er sich damals gegen den TuS und für die Heimatnähe. Sein Vertrag, den er im Februar vergangenen Jahres bei den »Galliern von der Alb« unterschrieb, galt aber nur für die 1. Bundesliga. Balingen stieg ab, dennoch entschied sich der Youngster für den HBW.

Vertrag endet im Sommer

Allerdings war er mit der Entwicklung bei den Süddeutschen nicht zufrieden, wie er im Verlauf der Saison mehrfach kundtat. Weder unter Trainer Runar Sigtryggsson noch unter dessen Nachfolger Jens Bürkle hatte Spohn die Spielanteile erhalten, die er sich vorstellte.

Als die Balinger dann vor zwei Wochen den Litauer Romas Kirveliavicius aus Coburg unter Vertrag nahmen, war endgültig klar, dass Spohn nicht über die Saison hinaus beim Zweitligisten bleiben würde. Zuletzt war immer davon ausgegangen worden, dass der aus Berghausen im Pfinztal stammende Rechtshänder bis 2019 an Balingen gebunden wäre. Dem ist aber nicht so. Der Vertrag wäre nur im Falle der Bundesligarückkehr des Klubs bis zu diesem Zeitpunkt gelaufen. So aber endet Spohns Kontrakt bereits in diesem Sommer. Entsprechend, so teilte der HBW Balingen-Weilstetten anlässlich der Kirveliavicius-Verpflichtung in einer Presseerklärung mit, »hat Valentin Spohn dem Balinger Geschäftsführer mitgeteilt, dass er kein weiteres Jahr mit dem HBW in der 2. Liga spielen werde.«

Beim TuS N-Lübbecke, mit dem der »Halblinke« bereits durch süddeutsche Medien in Verbindung gebracht wird, hält man sich indes bedeckt. Allerdings betont Zlatko Feric, dass Valentin Spohn zumindest ein Kandidat war.

Für höhere Aufgaben berufen

Inzwischen ist er aufgrund der Vertragslage für den heimischen Erstligisten nun in Reichweite. Wahrscheinlich näher als noch vor einem Jahr. Und die Tatsache, dass ein junger, talentierter deutscher Handballer zu haben ist, würde genau den Anforderungskriterien des TuS entsprechen.

Spohn jedenfalls hatte in Balingen keinen Hehl daraus gemacht, sich für höhere Aufgaben berufen zu fühlen. Aktuell schaut er allerdings nur zu, was sein HBW Balingen-Weilstetten, der mit 33:21 Punkten als Achter weit entfernt von den beiden Aufstiegsplätzen rangiert, auf die Platte bringt. Achillessehnenbeschwerden zwingen den Mann mit dem strammen Wurf zum Zuschauen.

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