1. Bundesliga: Aufsteiger verliert nach 17:23 nur 26:28 in Hannover TuS N-Lübbecke schnuppert am Punkt

Hannover/Lübbecke (WB). Das Lob des Gegners war ihnen gewiss. Aber dafür konnten sich die Bundesliga-Handballer des TuS N-Lübbecke nach der 26:28 (12:14)-Niederlage bei der TSV Hannover-Burgdorf nichts kaufen. Beim 17:23 zwischenzeitlich klar auf der Verliererstraße, brachten die Mannen von Aaron Ziercke den Favoriten noch ins Schwitzen .

Von Volker Krusche
Sie durften mit ihrem Auftritt zufrieden sein, auch wenn die Lübbecker Spieler in Hannover als Verlierer vom Platz gingen.
Sie durften mit ihrem Auftritt zufrieden sein, auch wenn die Lübbecker Spieler in Hannover als Verlierer vom Platz gingen. Foto: Lars Kaletta

Dass es letztlich nicht zu einem überraschenden Punktgewinn beim heimstärksten Team der Liga (nur ein Remis, ansonsten alles Siege) reichte, lag aus Sicht von Coach Ziercke daran, »dass uns dann ein Turm in der Schlacht fehlte, dem eine überragende Leistung gelingt.« Ein Torhüter, der mal wieder über sich hinauswächst, oder ein Rückraumwerfer, der alles trifft – von ihnen war aber weit und breit nichts zu sehen. Die Keeper sind derzeit nicht der Rückhalt, den man sich wünscht, den man vor allen Dingen braucht. Ganze sechs Paraden reichen nicht aus, um gegenüber dem Gegner ein Zeichen zu setzen.

Und aus der zweiten Reihe tat sich auch niemand hervor, der mal das Mäntelchen des Schweigens über das Offensivproblem des TuS legen würde. Vielmehr sorgten allein drei ausgelassene »Hundertprozentige« in den ersten acht Minuten dafür, dass Lübbecke das wirklich nicht gerade effektive Spiel der TSV, die ihr drittes Spiel binnen einer Woche bestritt, für sich nutzen konnte. Insgesamt waren es in Halbzeit eins 13 Ballverluste auf dem Konto der Gäste – zuviel, um mehr als nur ein durchaus achtbares 12:14 beim Pausenpfiff erreichen zu können. Zu allem Überfluss musste der TuS in der 30. Minute auch noch den Ausfall von Luka Rakovic verkraften, bei dem zunächst der Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel bestand, er nach der Entwarnung aber vorsichtshalber geschont wurde.

TuS gibt Spiel aus der Hand

Mit Wiederbeginn folgte dann schnell die Phase der Partie, die Aaron Ziercke später als entscheidend kritisierte. Pontus Zetterman hatte soeben vom Siebenmeterpunkt zum 15:17 (37.) verkürzt, »als wir urplötzlich ohne Kopf im Angriff gespielt haben. Dinge, die wir trainiert haben, wurden nicht mehr ungesetzt. Das war alles andere als clever von uns«, ärgerte sich Ziercke. Die Hannoveraner, die bis dahin sichtlich Probleme mit dem TuS und sich selbst hatten, schienen sich durch diese Einladung freispielen zu können. Beim 23:17 (46.) betrug die Führung des Favoriten satte sechs Tore. Die Partie schien gelaufen.

Rückraumspieler drehen spät auf

Doch auf einmal rückten ausgerechnet jene Spieler in den Fokus, die zuvor entweder durch fehlende Treffsicherheit oder teilweise unvorbereitete Abschlüsse aufgefallen waren. Lukasz Gierak und Dener Jaanimaa. Als Letzterer einen richtigen »Strahl« in den Winkel zum 20:24 setzte, schien das wie ein Hallo-Wach-Erlebnis für ihn und seine Mitspieler. Es folgte ein Ruck durch die Lübbecker Mannschaft. Während sich es die Hausherren erlaubten, einen Ball nach dem anderen zu vertändeln, war der TuS auf einmal omnipräsent. Sieben Minuten vor Spielende war das Kellerkind vom Wiehen beim 23:25 endgültig wieder in Schlagdistanz, beantwortete auch das 23:26 und 24:27 und schaffte drei Minuten und 20 Sekunden vor Schluss wiederum durch Jaanimaa den 26:27-Anschluss.

Eine Minute später traf Hannover zum 28:26. Also noch Zeit genug, um den Bock vielleicht doch noch umstoßen zu können. Doch zunächst wurde der Wurf von Marko Bagaric geblockt, dann eine Aktion von Nils Torbrügge mit einem fragwürdigen Stürmerfoul-Pfiff beendet. Trainer Ziercke war dennoch zufrieden: »Die Hannoveraner hatten mehr Mühe mit uns als es ihnen lieb war.«

Nach den Pleiten in Göppingen und Wetzlar zeigte die Leistungskurve der Lübbecke auswärts diesmal wieder klar nach oben.

TuS N-Lübbecke : Tatai (4 Paraden), Birlehm (31.-49.; 2 P.); Genz (1), Kaleb (n.e.), Bechtloff (5/1), Grabarczyk, Gierak (3), Bagaric (4), Gruszka, Rakovic (3), Torbügge (3), Jaanimaa (4), Schade, Speckmann

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