1. Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke verliert 19:24 in Göppingen Totalausfall im Angriff

Göppingen/Lübbecke (WB). Die Offensive bleibt die Schwachstelle beim TuS N-Lübbecke. Der Handball-Erstligist unterlag am Donnerstagabend mit 19:24 (6:8) bei Frisch-Auf Göppingen.

Von Marc Schmedtlevin
Hart angegangen: Kenji Hövels biss sich mit dem TuS-Angriff die Zähne an der Göppinger Deckung aus.
Hart angegangen: Kenji Hövels biss sich mit dem TuS-Angriff die Zähne an der Göppinger Deckung aus. Foto: Eibner/Frank

Der Heimsieg gegen Stuttgart lag gerade einmal vier Tage zurück. Von Auftrieb war bei den Lübbeckern aber nichts zu spüren. Sie legten in der ersten Halbzeit eine Angriffsleistung hin, mit der man in der 1. Liga nicht bestehen kann. Gleich die ersten fünf Versuche landeten in den Armen von Göppingens Torhüter Primoz Prost oder im kräftigen Block der Gastgeber. Drei Mal war es Dener Jaanimaa, der scheiterte, hinzu kamen Fehlwürfe von Nils Torbrügge und Lukasz Gierak. Die logische Folge war ein 0:3-Rückstand (5.). Es dauerte bis zur achten Minute, ehe der TuS zu seinem ersten Treffer kam. Es musste aber schon ein Siebenmeter sein, den Kenji Hövels zog und Jens Bechtloff verwandelte.

Die Liste der Fehler ließ sich aber schnell fortführen. Noch einmal war es Torbrügge, der vom Kreis völlig freistehend verwarf. Schon gegen Stuttgart hatte er eine schwache Abschlussquote gezeigt. Dass es nach zwölf Minuten »nur« 5:1 für Göppingen stand, hatte mit den sich nun auch häufenden Fehlern bei Frisch-Auf zu tun. TuS-Trainer Aaron Ziercke nahm eine Auszeit, wurde laut. Er konnte mit dem Auftritt seines Teams keinesfalls zufrieden sein. Gegen die bewegliche 6:0-Abwehr des Gegners fand Lübbecke keine Lösungen. In den Abläufen fehlte die nötige Dynamik, der nötige Zug zum Tor, um sich freie Abschlüsse zu erarbeiten. Hinzu kam eine katastrophale Trefferquote. Göppingens Keeper Prost kam bis zu diesem Zeitpunkt auf 75 Prozent gehaltene Bälle.

Erstes Feldtor in Minute 13

Erst in Minute 13 gelang dem TuS durch Jaanimaa das erste Tor aus dem Spiel heraus – zum 2:5. Von da an ging es zumindest in Sachen Ergebnis bergauf. Dies lag aber in erster Linie daran, dass Lübbecke wieder eine gute Deckung stellte und Torhüter Peter Tatai nun Ball um Ball parierte. Der eingewechselte Ante Kaleb stellte beim 5:6 (25.) – es war neben drei Siebenmetern erst das zweite Feldtor – den direkten Anschluss her. In die Pause verabschiedete sich der TuS mit einem Zwei-Tore-Rückstand. Schmeichelhaft, aber das wohl korrekte Ergebnis in einer Partie mit zwei ganz schwachen Offensivreihen. Logisch, dass Trainer Ziercke mit einem grimmigen Blick in Richtung Kabine marschierte. »Göppingen stellt eine bewegliche Abwehr, die gut herauskommt. Dagegen haben wir aber Standhandball gespielt«, bemängelte Dener Jaanimaa.

Die Ansprache in der Pause schien Wirkung zu haben. Zumindest startete der TuS gut in die zweite Hälfte. Treffer von Jaanimaa und Luka Rakovic sorgten für den Ausgleich beim Stand von 8:8. Die Gäste waren wieder mittendrin in der Partie. Doch schnell schlichen sich wieder die bekannten Fehler beim Abschluss und im Passspiel ein. Vor allem vom Kreis aus war die Quote beim TuS unterirdisch. Nun vergab auch Moritz Schade doppelt. Die Folge: Göppingen zog dank nun höherer Effektivität auf 11:8 davon (38.). Von diesem Rückstand sollte sich Lübbecke nicht mehr erholen.

Jaanimaas Einzelaktionen

Erst einmal blieb der TuS aber noch auf zwei Tore dran. Anteil daran hatte Winter-Zugang Jaanimaa, der nun gute Einzelaktionen und auch ein paar Anspiele zeigte. Hoffnung durfte noch einmal beim Stand von 14:17 (48.) aufkommen. Dann aber die entscheidenden Szenen: Gierak traf den Pfosten, auf der Gegenseite netzte Marco Rentschler per Gegenstoß zum 18:14 in das leere TuS-Tor ein. Hinzu kam eine Zeitstrafe gegen Rakovic, der in Torwart-Manier versucht hatte, den Gegentreffer zu verhindern – regelwidrig.

Von da an lief Göppingen einem ungefährdeten Sieg entgegen. Beim TuS war kein großes Aufbäumen mehr zu erkennen, der Abstand war zu groß und wuchs zwischenzeitlich auf sieben Treffer an. »Es war kein schönes Spiel, weil auf beiden Seiten viele Fehler passiert sind. Uns hat vor allem der Druck im Angriff gefehlt«, sagte Jaanimaa.

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