TuS N-Lübbecke: Moritz Schade will später jungen Menschen ein Vorbild sein Es gibt ein Leben nach dem Handball

Lübbecke (WB). Moritz Schade ist längst angekommen in Lübbecke. Sportlich, aber auch privat. Natürlich ist beim 22-jährigen Offenburger alles dem Handball untergeordnet. Er bastelt parallel jedoch auch an seiner Zeit nach dem Sport.

Von Volker Krusche
Sie hören ihrem Trainer genau zu: Die Spieler des TuS N-Lübbecke in einer Auszeit mit Aaron Ziercke.
Sie hören ihrem Trainer genau zu: Die Spieler des TuS N-Lübbecke in einer Auszeit mit Aaron Ziercke. Foto: Thomas F. Starke

Wenn Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke nach einer Trainingseinheit und einem gemeinsamen Essen heute in Richtung Süddeutschland aufbricht, wo das Team von Aaron Ziercke am Donnerstagabend (19 Uhr) beim in dieser Saison in seinen Leistungen sehr wankelmütigen Altmeister Frisch-Auf Göppingen zu Gast ist, dann ist der ehemalige Berliner Fuchs bereits fixiert auf seine nächsten 60 Minuten in Deutschlands höchster Spielklasse. »Wir müssen unser Auswärtsgesicht anlegen, dann ist auch in Göppingen vielleicht was drin.«

»Besser gestartet als in der Hinrunde«

Immerhin würde man mit einem guten Gefühl anreisen. »Auf jeden Fall sind wir aber schon mal besser gestartet, als zu Saisonbeginn«, spasst der ehemalige Junioren-Nationalspieler. »Fakt ist allerdings, dass uns wohl wieder eine Abwehrschlacht bevorsteht. Und da braucht man Kampf, Einstellung und Leidenschaft Wir müssen in den ersten Spielen des Jahres einfach punkten, in denen wir es, anders als in der Hinrunde, nicht mit den Topmannschaften zu tun haben.« Der Start verlief mit dem Heimsieg gegen Stuttgart schon einmal vielversprechend. »Wir habe gezeigt, dass wir da sind. Da hat sich die harte Arbeit in der Vorbereitung doch gelohnt. Wir haben aber auch die ausgegebene Taktik sehr gut umgesetzt.« Und genau das sei jetzt in der EWS-Arena gefordert.

Er selbst habe seinen im Sommer auslaufenden Vertrag gern bis 2019 verlängert. »Dabei waren drei Gründe für mich entscheidend. Zum einen bekomme ich die Spielanteile, die ich brauche, um mich weiterzuentwickeln. Dann haben wir eine tolle Mannschaft, in der es Spaß macht, zu spielen. Und schließlich habe ich kurze Wege für Handball und Studium.« Noch ist Moritz Schade Erstsemestler, hat im Juni ein Fernstudium im Bereich Medien- und Kommunikations-Management begonnen. »Das lässt sich mit dem Handball sehr gut vereinbaren. Es bleibt ausreichend Zeit zum Lernen.« Nur vor der Junioren-Weltmeisterschaft in Algerien hat er es etwas ruhiger angehen lassen, sich ganz auf die Titelkämpfe konzentriert.

Studium während der Handballkarriere

»Ich möchte das Studium während meiner Handballkarriere abschließen, sehe mich dabei also nicht unter Zeitdruck.« Er müsse aber neben dem Handball etwas machen. »Ich kann nicht den ganzen Tag mit der PlayStation spielen. Schließlich möchte ich nach meiner aktiven Zeit jungen Menschen ein Vorbild sein. Wenn andere ihre Zeit auf der Couch verbringen können, ist das okay. Ich kann es allerdings nicht.«

Stärke verleihen ihm auch seine Mitspieler. Zuletzt vor allem Tim Remer, der nach seiner schweren Knieverletzung am Montag beim Abendtraining mit einem Lächeln im Gesicht auftauchte. »Allein seine Körpersprache sorgt in diesem Moment nicht für Frust, dass er solange ausfallen wird, er vermittelt uns vielmehr, dass wir das auch ohne ihn schaffen werden.«

Wie es um Schades routinierten Mitspieler genau steht, wird allerdings erst die Operation zeigen. »Die Schwellung könnte nächste Woche abgeklungen sein, so dass der Eingriff erfolgen kann. Auf den Bildern war der Schaden zwar deutlich zu sehen, das gesamte Ausmaß ist wohl aber erst während der Operation auszumachen«, erklärt Trainer Aaron Ziercke vor der Abfahrt seines Teams nach Göppingen.

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