TuS N-Lübbecke: Zuschauerzahlen haben sich deutlich erholt Appel setzt auf »klare Signale«

Lübbecke (WB). Der TuS N-Lübbecke liegt im Zuschauer-Ranking der 1. Handball-Bundesliga vor dem Re-Start im Februar auf dem letzten Platz. Für Geschäftsführer Thorsten Appel, der nur auf die eigenen Zahlen schaut, allerdings kein Grund zur Besorgnis. »Die letzten Spiele haben klare Signale gesendet, die Kurve zeigt nach oben. Zudem kann die Merkur-Arena in Sachen Stimmung und Atmosphäre mit jeder Halle in Deutschland mithalten!«

Von Volker Krusche
Leere Sitze in der Handball-Bundesliga? Eine rückläufige Entwicklung.
Leere Sitze in der Handball-Bundesliga? Eine rückläufige Entwicklung. Foto: Oliver Schwabe

1.662 Besucher hatte man in der zurückliegenden Zweitliga-Saison in der Hinrunde durchschnittlich begrüßen können. Diese Bilanz – und danach sah es lange Zeit bei Zahlen um die 1.350 Zuschauern nicht aus – wurde im Vergleich zu denj ersten Monaten inzwischen um 100 Besucher pro Spiel verbessert. »Wir hatten einen Start ohne Punkte, das hat sich auch im Zuspruch niedergeschlagen«, so Appel, der den aktuellen Fingerzeig aber auch richtig einzuschätzen weiß. »Das sich der Zuspruch verbessern würde, war keine Überraschung für uns, das war saisonbedingt aus den Erfahrungen heraus nicht anders zu erwarten. Es wurde draußen dunkler, das Wetter verschlechterte sich – dann kommen die Leute auch eher zum Handball in die Halle. Daher war die Entwicklung absehbar.«

Die letzten Spiele hätten indes klare Signale gesendet. »Das hat man schon gegen Gummersbach gesehen, obwohl es ein Sonntag-Spiel war. Aber wir dürfen nicht vergessen, der Anwurf war um 15 Uhr. Eine Zeit, die uns hier auf dem Land entgegen kommt. Da sind wir aber sicherlich nicht der einzige Verein, der mit damit weniger Probleme hat«, so der TuS-Geschäftsführer.

Derby-Doppel trägt zur guten Entwicklung bei

Dann folgte vor Weihnachten, einer stets guten Handballzeit, das Derby-Doppel. »Da war es natürlich einfacher, viele Menschen in die Halle zu locken.« Für Appel ist aber noch ein anderer Faktor ungemein wichtig: »Die Stimmung ist trotz des letzten Platzes im Zuschauer-Ranking in Lübbecke unglaublich gut. Da gibt es in Deutschland kaum eine vergleichbare Halle. Das macht einen schon stolz! Insbesondere, wenn man dann auch noch Gänsehaut-Atmosphäre verspürt. Wie gegen GWD, als die Fans sechs Minuten vor Schluss bereits standen. Das ist dann was ganz Besonderes.«

Natürlich geht der Blick von Thorsten Appel auch nach vorne: »Ich habe die Hoffnung, dass sich die gute Stimmung und der Zuspruch auch ins nächste, für uns sehr wichtige Heimspiel tragen lassen. Mit Blick auf die Tabelle könnten wir gegen Stuttgart eine ähnliche Rückendeckung gut gebrauchen. So ein Publikum setzt zusätzliche Kräfte frei. Kräfte, die wir aber auch benötigen, um weitere Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt zu sammeln.« Es sei aber sicherlich schwer, da eine volle Halle zu bekommen, zumal das Spiel an einem Sonntag stattfinde, und dann auch noch um 12.30 Uhr. »Aber ich habe Hoffnung, dass Minden noch in guter Erinnerung ist und den einen oder anderen dazu bringt, in die Merkur-Arena zu kommen. Unsere Jungs brauchen jeden Fan!«

Sky-Zeiten zeigen insgesamt keine negative Wirkung

Vor der Saison wurde viel darüber diskutiert, dass die von Handball-Sender Sky vorgegebenen neuen, ungewöhnlichen Anwurfzeiten erhebliche Auswirkungen auf den Besuch der Spiele haben würden. Doch davon ist nach den äußerst stark frequentierten Partien rund um Weihnachten nichts zu erkennen. Der Besucherschnitt pendelt sich nach jetzigem Stand (18 von 34 Spieltagen) auf dem Vorjahresniveau ein. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings, dass einige Klubs erhebliche Einbußen verzeichnen, andere dagegen wiederum sehr positive Steigerungen. Die großen Verlierer heißen bislang HC Erlangen, mit im Schnitt 720 Besuchern weniger als im Vorjahr, und die Rhein-Neckar Löwen, die fast 600 Zuschauer pro Spiel einbüßten. In die »Miesen« gerutscht sind auch der TBV Lemgo, VfL Gummersbach, SC Magdeburg, Frisch Auf Göppingen und die SG Flensburg-Handewitt (siehe Kasten). Der gesamte Verlust liegt bei all diesen Klubs bei rund 21.500 Zuschauern. Das Pendant dazu bilden vor allen Dingen die Füchse Berlin, der SC DHfK Leipzig, der TVB Stuttgart, die TSV Hannover-Burgdorf und die MT Melsungen, die erhebliche Zuwächse verzeichnen. Der Lübbecker Nachbar aus Minden kann ein minimales Plus vorweisen, ebenso wie Kiel und Wetzlar.

Bei den drei Aufsteigern zeigt die Entwicklung ebenfalls nach oben. Der TuS N-Lübbecke verzeichnete in seinen zehn Heimspielen zusammen rund 1000 Besucher mehr, als in Liga zwei. Ludwigshafen-Friesenheim kommt auf eine Steigerung von 344 Zuschauern, in neun Partien also über 3000 mehr verkaufte Tickets. Und der TV Hüttenberg, im Vorjahr im Bundesliga-Unterhaus in der Zuschauerbilanz nur auf Rang 18, erhöhte seinen Schnitt von 969 um fast 1000 Besucher pro Spiel auf nunmehr 1.957. Und das, obwohl man in der Fremde spielte.

Zusammen sorgen diese Klubs für eine Steigerung von knapp 29.000 Zuschauern. Die Sky-Zeiten haben also scheinbar keine negativen Auswirkungen.

Die Zuschauerzahlen nach dem 18. Spieltag

1. THW Kiel : 92.565 Gesamt, Durchschnitt 10.285; + 85 pro Spiel

2. Rhein-Neckar Löwen : 70.341, Durchschnitt 7.816; - 595 pro Spiel

3. Füchse Berlin : 69.978; Durchschnitt 7.775; + 470 pro Spiel

4. SC Magdeburg : 59.261; Durchschnitt 5.926; - 266 pro Spiel

5. SG Flensburg-Handew. : 59.013; Durchschnitt 5.901; - 60 pro Spiel

6. TSV Hannover-Burgdorf : 46.993; Durchschnitt 4.699; + 295pro Spiel

7. Frisch Auf Göppingen : 38.600; Durchschnitt 4.289; - 167 pro Spiel

8. HSG Wetzlar : 42.398; Durchschnitt 4.240; + 90 pro Spiel

9. MT Melsungen : 41.546; Durchschnitt 4.155; + 206 pro Spiel

10. HC Erlangen : 32.695; Durchschnitt 4.087; - 720 pro Spiel

11. SC DHfK Leipzig : 40.360; Durchschnitt 4.036; + 303 pro Spiel

12. TVB 1898 Stuttgart : 34.718; Durchschnitt 3.858; + 298 pro Spiel

13. TBV Lemgo : 31.693; Durchschnitt 3.521; - 320 pro Spiel

14. VfL Gummersbach : 32.844; Durchschnitt 3.284; - 273 pro Spiel

15. GWD Minden : 25.839; Durchschnitt 2.584; + 22 pro Spiel

16. Eulen Ludwigshafen : 18.051; Durchschnitt 2.006; + 344 pro Spiel

17. TV Hüttenberg : 15.656; Durchschnitt 1.957; + 988 pro Spiel

18. TuS N-Lübbecke : 17.623; Durchschnitt 1.762; + 100 pro Spiel

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