Mühlenkreisauswahl belegt Platz zehn, punktet aber gegen den Sieger Viele kleine Höhepunkte

Stemwede (WB). Ein Sieg ist ihnen nicht vergönnt gewesen, dennoch haben sich die Spieler der Mühlenkreisauswahl mit Erfolgserlebnissen aus dem U19-Turnier beim TuS Stemwede verabschiedet. Und vor allem eines kann ihnen nun niemand mehr nehmen: wertvolle Erfahrungen.

Von Marc Schmedtlevin
Schwer zu stoppen: Gibril Jammeh (TuS Dielingen) hat auch beim internationalen U19-Turnier seine Schnelligkeit ausgespielt.
Schwer zu stoppen: Gibril Jammeh (TuS Dielingen) hat auch beim internationalen U19-Turnier seine Schnelligkeit ausgespielt. Foto: Pollex

»Es ist einfach ein geiles Erlebnis gewesen«, brachte es Niklas Kleinert von der JSG Rahden auf den Punkt. Er und seine Teamkollegen der »Mühlis«, die zwischen der Kreis- und Landesliga aktiv sind, bekamen es schließlich mit Spielern aus der Bundesliga oder mit Akteuren auf internationalem Niveau zu tun.

Welche Fußballer können eines Tages schon behaupten, gegen den Hamburger SV oder die Glasgow Rangers gespielt zu haben? Nur wenige! Dementsprechend genossen die heimischen Fußballer ihren Auftritt beim U19-Turnier – auch wenn die Ergebnisse nicht immer den Wünschen entsprachen. »Natürlich träumt man im Vorfeld auch einmal von einem Sieg oder einem der vorderen Plätze. Wir wussten ja nicht, was genau auf uns zukommen wird«, gab Rico Wischmeyer (JSG Rahden) zu.

Der Mühlenkreisauswahl war allerdings relativ schnell die Realität vor Augen geführt worden. Gleich im ersten Turnierspiel wurden im Duell mit dem FC Fulham die Grenzen aufgezeigt. Nach gerade einmal zwölf Minuten stand es 0:3, die Partie endete 0:5. »Wir wurden überrannt. Danach wussten wir, dass es um den Spaß, nicht um die Platzierungen gehen würde«, sagte Wischmeyer und bekam Zustimmung von Kleinert: »Die anderen Mannschaften haben ein anderes Tempo drauf, sind einfach handlungsschneller.«

1:1 gegen den Sieger

Ihre sportlichen Höhepunkte hatten die »Mühlis« aber auch. Am zweiten Tag erkämpfte sich die Auswahl ein 1:1 gegen RB Brasil, den späteren Turniersieger. Der Ausgleich gelang Hadi Yassine. »Da haben die Jungs gesehen, dass mit Vollgas etwas gehen kann. Vor allem haben wir gut verteidigt«, sagte Thorsten Bunde, der die Mannschaft zusammen mit Frank Schwöppe betreute.

Die anschließende Partie gegen den HSV verlief kurzzeitig auch sehr viel versprechend. Thilo Stallmann erzielte das 1:0 für die Kreisauswahl. Der große Jubel und die Führung im Rücken konnten allerdings gar nicht genossen werden. Gefühlt im Gegenzug glichen die Hamburger aus und drehten das Spiel noch zu einem 3:1.

Mit einem Zähler mussten sich die »Mühlis« in der Gruppe B am Ende einsortieren und trafen im Spiel um Platz neun auf den Westfalenligisten SV Rödinghausen. »Natürlich hätten unsere Jungs lieber noch einmal gegen einen größeren Namen gespielt«, sagte Bunde, der bei seinem »sehr homogenen« Team einen zu erwartenden Kräfteverschleiß erkannte. Dennoch blieb die Partie lange offen.

Nach einem Rückstand per Elfmeter glich Nico Erdelt aus, ehe noch das 1:2 folgte. »Wir haben uns dennoch achtsam verkauft«, stellte Trainer Bunde fest und verwies auf den Klassenunterschied: »Die anderen Mannschaften trainieren fünf Mal pro Woche, wir haben uns überhaupt nur fünf Mal getroffen.«

Mehrfachbelastung für Spieler

In der Tat gestaltete sich die Vorbereitungsphase als sehr schwierig. Neben zwei Sichtungseinheiten wurden noch drei Testspiele absolviert. Der komplette Kader war allerdings selten zusammen, da die Spieler einer Mehrfachbelastung ausgesetzt waren. »Die Jungs spielen in der U19, in der ersten oder zweiten Herrenmannschaft sowie für die Kreisauswahl und stecken teilweise zusätzlich auch noch im Abiturstress«, erklärte Bunde und war deswegen froh, dass das Team auch die kleinen Erfolge feierte. Das beste Beispiel: Als Mamadou Diallo im Spiel gegen die Glasgow Rangers ein Tunnel direkt vor der Trainerbank gelang, sprangen alle Ersatzspieler auf und jubelten.

Die Mühlenkreisauswahl: Henrik Stühmeyer, Moritz Sander – Gibril Jammeh, Mikail Colak, Phil Joerend, Manuel Krieger, Timo Krebs, Lino Salle, Finn Wiese, Kjell Rolfes, Hadi Yassine, Simon Kunz, Jeger Khuin Hamid Ghauem, Rico Wischmeyer, Niklas Kleinert, Thilo Stallmann, Mamadou Diallo, Furkan Süzen, Niklas Bobe, Nico Erdelt

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