Bogensportabteilung der Schützengilde Varl ist Garant für Medaillen Meister der Pfeile

Rahden (WB). Eigentlich wollte sie »nur ein bisschen den Rücken stärken«, sagt Rosa Janwlecke. Doch die 53-Jährige hat durch den Bogensport nicht nur ihre Rückenprobleme überwunden, sondern ist siebenfache Deutsche Meisterin. Mit Ludwig Aßling, Ehemann Frank Janwlecke und Waldemar Saga ist sie Medaillengarantin für die Bogensportgruppe der Schützengilde Varl.

Von Philipp Bülter
Volle Konzentration: Rosa Janwlecke spannt ihren Jagdbogen vor diesem Schuss im Training in Varl.
Volle Konzentration: Rosa Janwlecke spannt ihren Jagdbogen vor diesem Schuss im Training in Varl. Foto: Philipp Bülter

Gleich vier Titel bei nationalen Wettkämpfen sicherte sich Rosa Janwlecke im vergangenen Jahr. »Normalerweise kann man mich mit Sport jagen, aber das hier scheint der richtige Sport für mich zu sein«, sagt die Espelkamperin und lacht. »Mein Mann pusht mich zusätzlich, deshalb schaffe ich solche Leistungen.« Besagter Frank Janwlecke ist selbst begeisterter Bogenschütze, schießt wie Teamkollege Waldemar Saga mit dem technisch anspruchsvollen Compoundbogen und ist ebenso im Besitz eines Trainerscheins. »Wenn man in diesem Sport erfolgreich sein will, braucht man eine klare Trainingsplanung, die man dann durchziehen muss«, sagt Frank Janwlecke.

Die Janwleckes sind nicht nur bei den Bogensportlern in Varl aktiv, sondern schießen zudem für den Schützenverein »Edelweiß« Offelten. Das soll auch weiterhin so bleiben, betont Frank Janwlecke: »Ich bin seit 46 Jahren im Verein in Offelten angemeldet. Da steckt viel Herzblut drin.«

Äußerst engagiert und leidenschaftlich geht auch Ludwig Aßling in seinem Hobby vor. Der 56-Jährige hat die Bogensportabteilung in Varl im Jahr 2013 gegründet. Mittlerweile 68 Mitglieder zählt die Gruppe.

Zwölf Scheiben auf dem Platz

Seinen Anfang nahm alles in der Schießhalle in Varl, doch die sei im Winter »nicht ausreichend warm« gewesen, sagt Aßling, der 2017 zu Rahdens Sportler des Jahres gewählt wurde. Aus einem ehemaligen Berittplatz wurde ein Bogensportplatz in Varl hergerichtet. Zwölf Scheiben sind hier für die Bogensportler in verschiedenen Distanzen aufgestellt. Um auch bei Deutschen Meisterschaften »richtig abzuliefern«, wie Aßling es ausdrückt, sei ein regelmäßiges Training unablässig. »Drei- bis viermal pro Woche trainiere ich vor Wettkämpfen. Auf meinem Platz zu Hause schieße ich bei gutem Wetter ohnehin noch etwa 100 Pfeil fast jeden Abend«, sagt Ludwig Aßling. Für die Präzisionssportart Bogenschießen seien insbesondere Konzentration, Körperbeherrschung und die Technik entscheidend. »Und die Technik, vor allem für den Compoundbogen, zu erlernen, ist schwer«, sagt Teamkollege Waldemar Saga.

Ludwig Aßling schießt mit dem Langbogen. Er sammelte in den vergangenen Jahren mehrere Titel bei Deutschen Meisterschaften und ist wie all seine Mannschaftskameraden regelmäßig bei Landes- und Bezirksmeisterschaften erfolgreich. Geschossen wird mit Pfeilen über kürzere Strecken wie etwa 20 Meter, aber auch längere Distanzen wie 50 Meter. Sobald man als Schütze an der Linie bereit stehe, »hat jeder seinen ganz eigenen Rhythmus. Man hat seinen Plan von der Linie aus, den man dann abarbeitet«, sagt Waldemar Saga.

Zuwachs statt Abwanderungen

Dass die eigene Bogensportabteilung anders als viele andere Vereine eher einen Zuwachs als Abwanderungen verzeichne, sei für die Varler nicht immer einfach. »Wenn viele Leute hinzukommen, musst Du viel organisieren. Das machen wir aber gern«, sagt Ludwig Aßling. Engagiert zeigten sich bereits die Nachwuchstalente der Bogensportler. Jeweils montags treffen sich von 18 bis 19 Uhr die Bambini und von 19 bis 20 Uhr die Jugendlichen von 14 bis etwa 18 Jahren, um ihre Qualitäten mit den verschiedenen Bögen zu verbessern. »Die Kinder wollen viel ausprobieren. Wir haben in der Jugendabteilung mittlerweile sogar mehr Mädels als Jungs«, erklärt Saga und fügt an: »Die schießen auch auf Luftballons, das macht richtig Spaß.«

Die Varler Bogensportler bieten jeden Sonntag von 10 Uhr an auf ihrer Anlage an der Wagenfelder Straße ein Schnupperschießen an. Interessierte können einfach vorbeikommen. »Eine ausgebildete Aufsicht ist immer dabei«, verspricht Aßling. Dass sie ihren Sport äußerst erfolgreich betreibt, hat die Bogensportgruppe freilich nachdrücklich bewiesen.

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