Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Baskets führen klar und verlieren nach Verlängerung Überlebenswichtigen Sieg verschenkt

Rahden/Hannover (are). Der Druck war groß – vielleicht sogar zu groß. Die Baskets 96 Rahden waren am 13. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga zum Siegen verdammt. Am Ende hieß es 78:82 nach Verlängerung bei Hannover United.

Maximiliano Ruggeri schirmt den Ball gegen seinen Hannoveraner Gegenspieler ab.
Maximiliano Ruggeri schirmt den Ball gegen seinen Hannoveraner Gegenspieler ab. Foto: Pollex

Die Ausgangssituation war klar. Der Rückstand der heimischen Korbjäger auf die Niedersachsen – und damit auch auf das rettende Ufer – betrug zwei Punkte. Rahden konnte mit einem Sieg gleichziehen, United wollte sich absetzen. Hannovers Trainer Martin Kluck sagte daher im Vorfeld: »Gegen Rahden muss ein Sieg her. Fertig.« Doch ganz so einfach wollten es ihm die Baskets 96 nicht machen. Dementsprechend hoch motiviert verlief der Auftakt. Nach der 2:0-Führung durch Joe Bestwick ging bei United vorerst nicht mehr viel zusammen. Rahden hatte den drittbesten Scorer der Liga gut im Griff, zog binnen zweieinhalb Minuten auf 8:2 davon. Bis zum 14:6-Zwischenstand bauten die 96er die Führung aus, trafen beinahe nach Belieben. Da in der Schlussminute das argentinische Duo Gomez und Ruggeri gleich neun Zähler erzielte, stand es nach dem ersten Viertel 23:7 für die Gäste. Eine überraschend klare Führung, herausgespielt dank starker 61 Prozent Wurfquote (Hannover 25 Prozent).

Center Gomez schnell mit vier Fouls

Doch zu Beginn des zweiten Viertels deutete sich ein großes Problem für die Rahdener an: Die Fouls. Nach nur 13 Minuten hatte Center Gomez, der so ungemein wichtig ist für das Baskets-Spiel, bereits vier persönliche Fouls auf dem Konto. Trainer Josef Jaglowski musste den Argentinier erst mal vom Feld nehmen. Hannover nutzte die Umstellung, zum Ende des zweiten Viertels hieß es 35:24 für Rahden. »Da sah es noch gut aus für uns«, sagte Co-Trainer Mimoun Quali. Die Gastgeber kamen zu Beginn des dritten Viertels nämlich auf 31:37 heran. Beim 37:40 – alle sechs Punkte durch Bestwick – waren es dann nur noch drei Zähler. Nach einer Auszeit bauten Gibs, Ortmann und der wieder aufs Parkett zurückgekehrte Gomez die Führung bis zum 46:40 wieder ein wenig aus. Auch beim 51:44 zum Ende des dritten Viertels sah es gut aus.

61:55-Führung in der Schlussphase noch verspielt

Dann aber kam es, wie es in Spielen gegen Hannover United immer kommt. Es wurde eng. Und in der Regel behalten die Niedersachsen dann die Oberhand. So auch in diesem Fall. Rahden führte knapp fünf Minuten vor dem Ende mit 61:55, war auch neun Sekunden vor Schluss noch mit zwei Punkten vorne. Dann ein dummes Foul, Hannovers Sadler durfte an die Linie und verwandelte beide Freiwürfe zum Ausgleich. Verlängerung. Hier kam es, wie es kommen musste: Gomez, Ortmann und auch Ruggeri mussten mit fünf persönlichen Fouls das Feld verlassen. Und Rahden verlor mit 78:82. Jaglowski war frustriert: »Diese Niederlage ist völlig unnötig. Eine derart hohe Führung dürfen wir nicht aus der Hand geben. Es gab es aber auch viele fragwürdig Entscheidungen gegen uns.«

Der Frust saß tief bei den heimischen Rollstuhlbasketballern, deren Chancen auf den Klassenerhalt nun auf ein Minimum geschrumpft sind. Fünf Spieltage vor Schluss beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer vier Zähler.

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