33. Weserspucker-Turnier: Leverkusens Traditionskicker triumphieren ohne Ramelow Bayer-Sieg beim Mindener Maskenball

Minden (WB). Sie drehen in der Kampa-Halle wieder groß auf: Die Fußball-Oldies von Bayer Leverkusen haben beim 33. Weserspucker-Turnier ihren Titel verteidigt und sich bei der vierten Teilnahme zum dritten Mal in die Siegerliste eingetragen. Im Finale bezwingt das Team um Markus Happe die Weserspucker mit 5:2.

Von Alexander Grohmann
Beste Laune bei Bayer: Leverkusens Traditionsmannschaft feiert den Sieg beim Mindener Weserspucker-Turnier mit den »maskierten« Carsten-Ramelow-Fans.
Beste Laune bei Bayer: Leverkusens Traditionsmannschaft feiert den Sieg beim Mindener Weserspucker-Turnier mit den »maskierten« Carsten-Ramelow-Fans. Foto: Alexander Grohmann

Unterstützung gibt es dabei auch von der Tribüne, wo der Carsten-Ramelow-Fanclub der SV Kutenhausen/Todtenhausen für Stimmung sorgt. Mit selbst gebastelten Ramelow-Masken sitzen die Bezirksliga-Fußballer auf der Tribüne – dabei mischt Leverkusens Vize-Weltmeister von 2002 diesmal gar nicht mit. »Er ist ein super Typ. Daher wollten wir ihn nach seinem Auftritt im Vorjahr trotzdem nochmal feiern«, erklärt SVKT-Kapitän Eric Beims die lustige Aktion. Schon in der Vorrunde singen die Kicker: »Ohne Ramelow ist hier gar nichts los!«

Bayer hat in Minden aber auch ohne Ramelow eine starke Traditionsmannschaft auf dem Parkett. Auch ein Verdienst von Dirk Dreher. Der Teammanager zieht alle Register und überredet sogar Marko Babic zum Kommen. Der Linksfuß, der 2002 mit Leverkusen im Cham­pions-League-Finale stand, wird aus Kroatien eingeflogen. »Schon auf der Fahrt nach Minden war die Stimmung im Bus so gut, dass man meinen konnte, dass wir das Turnier bereits gewonnen haben«, berichtet Dreher. Mit Christian Schreier kickt auch eine Leverkusen-Legende mit, die 1988 mit Bayer den UEFA-Pokalsieg feierte.

Der 58-Jährige zeigt sich körperlich in erstaunlicher Verfassung und steuert drei Treffer zur Titelverteidigung bei. Als Zweiter hinter Gruppensieger Borussia Dortmund qualifiziert sich Bayer für das Halbfinale, wo es zum Duell mit dem 1. FC Köln kommt. Beim 3:0-Sieg lassen die Leverkusener dem rheinischen Rivalen keine Chance und beenden im Finale den Titeltraum der zuvor ungeschlagenen Weserspucker.

»Leverkusen hat verdient gewonnen, die hatten hier heute die beste Mannschaft«, sagt Marco Zeilinger anerkennend. Der starke Keeper der Mindener Auswahl kann beim 1:1-Halbzeitstand noch auf den Heimsieg hoffen. Nach der Pause werden die Hausherren, die im Halbfinale Dortmund mit 4:1 ausgeschaltet hatten, aber von Bayer überrollt. Hüzeyfe Dogan ist drei Mal zur Stelle.

Für die Weserspucker um Turnier-Toptorjäger Torben Brandt (5) ist die Final-Teilnahme dennoch ein großer Erfolg, nachdem zwischenzeitlich schon das Vorrunden-Aus gedroht hatte. Mit fünf Punkten zittert sich das Team aber ins Halbfinale, weil Borussia Mönchengladbach im letzten Spiel gegen Arminia Bielefeld nur ein 4:4 erreicht.

Die Gladbacher müssen zwar auf den Brasilianer Chiquinho verzichten, haben mit »Kalla« Pflipsen, Ex-Nationalspieler Oliver Neuville oder Jörg Albertz aber andere große Namen dabei. Mit David Odonkor (BVB), der zum besten Spieler gewählt wird, zaubert noch ein weiterer Promi in der Kampa-Halle.

Mit rund 1200 Zuschauern ist die Veranstaltung dennoch etwas schlechter besucht als im Vorjahr. Ob das Event fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Auch wenn Bayer gerne wiederkommen würde: »Union Minden leistet hier als Veranstalter tolle Arbeit. Lasst’ das Turnier bitte nicht sterben«, richtet Dirk Dreher bei der anschließenden Feier einen Appell an die heimischen Sponsoren.

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